Beweismittel aus Tresor der Sparkasse freigegeben
02:34 Min.. Verfügbar bis 28.04.2028.
Die Polizei selbst nennt es "eine wichtige Entwicklung für die Geschädigten". Die Staatsanwaltschaft Essen hat die im Tresorraum aufgefundenen Gegenstände freigegeben.
Organisation durch Sparkasse
Bislang waren sie als Beweismittel sichergestellt und asserviert worden. Jetzt können sie an ihre Besitzer zurückgegeben werden. Das wird allerdings nicht die Polizei, sondern die Sparkasse organisieren.
Wann genau die ersten Geschädigten dafür vorbeikommen können, ist noch nicht ganz klar. Sie sollen aber umfassend informiert werden. Das Ganze sei ein gigantisches Puzzle und brauche Zeit, hieß es in einer Mitteilung, die die Sparkasse am Dienstag herausgegeben hat.
"Ich hoffe einfach, dass wir das im Laufe der nächsten Woche starten können - mit den Dingen, die relativ einfach zuzuordnen sind. Das sind Dinge, die namentlich einem Schließfach-Inhaber zuzuordnen sind", sagte Dirk Heemann, Vorstandsmitglied der Sparkasse Gelsenkirchen, dem WDR.
Hinweis der Sparkasse: Gegenstände müssen eindeutig zuzuordnen sein
Sparkassen-Chef Michael Klotz
Die Sparkasse zeigt sich erfreut über die Rückgabe der Gegenstände. "Der Einbruch in unsere Filiale in Buer hat viele Menschen in unserer Stadt hart getroffen. Die Verluste sind für unsere Kundinnen und Kunden schmerzhaft, das wissen wir. Umso mehr freut es uns, dass wir mit der Zuordnung und anschließenden Rückgabe der zurückgelassenen Gegenstände beginnen können", so der Gelsenkirchener Sparkassen-Vorstandsvorsitzende Michael Klotz.
Außerdem weist die Sparkasse in ihrer Pressemmitteilung darauf hin, dass ohne detaillierte Angaben des Schließfachinhabers nur Gegenstände zurückgegeben werden können, die eindeutig zuzuordnen sind, z.B. namentliche Urkunden oder Dokumente. "Als Sparkasse wissen wir nicht, was in den Fächern verwahrt wurde. Wenn uns detaillierte Inventarlisten vorliegen, können wir auch Gegenstände zuordnen, die nicht klar gekennzeichnet sind", so Klotz.
Rechtsanwalt prüft möglichen Prozessbetrug
Aktuell laufen vor dem Landgericht Essen mehrere Klagen von Betroffenen gegen die Sparkasse. Rechtsanwalt Daniel Kuhlmann vertritt 150 Betroffene und ist irritiert, dass die Gegenstände bei der Sparkasse gelagert waren. Auch dass die Bank erst jetzt erfahren hat, dass die Sachen freigegeben werden, bezweifelt er.
Rechtsanwalt Daniel Kuhlmann
"Wir werfen der Sparkasse vor, dass im Verfahren suggeriert wird, dass man überhaupt nicht weiß, wann die Gegenstände freigegeben werden. Und tatsächlich hat die Polizei mit der Sparkasse bereits alles abgestimmt und die Rückgabe organisiert", sagte Kuhlmann im Gespräch mit dem WDR.
Versicherungen hätten ihm mitgeteilt, dass die Rückgabe der Gegenstände von Seiten der Sparkasse schon früher geplant war.
"Wir haben den Eindruck, dass das ein bisschen verschleiert werden sollte, dass man die Höhe des Schadens nicht feststellen kann." Daniel Kuhlmann, Rechtsanwalt
Er prüft jetzt strafrechtliche Schritte wegen Prozessbetrugs. Sparkasse und Polizei hingegen sagten dem WDR heute jeweils, dass die Bank bis jetzt keinen Zugriff auf die Gegenstände hatte, auch wenn sie dort lagerten.
Polizeiermittlungen weiter auf Hochtouren
Die Polizei teilte mit, dass die Ermittlungen andauern und die oberste Priorität das Auffinden der Täter sei. "Wir machen große Fortschritte und bleiben weiter dabei. Wir haben zahlreiche Hinweise erhalten, jeder wird ernst genommen und ausgewertet", sagte Annika Langner, Sprecherin der Polizei Gelsenkirchen.
Im Dezember 2025 waren Unbekannte in die Sparkasse Gelsenkirchen-Buer eingebrochen und hatten rund 3.000 Schließfächer ausgeräumt.
Unsere Quellen:
- Polizei Gelsenkirchen
- Pressemitteilung Sparkasse Gelsenkirchen
- WDR-Gespräche mit Rechtsanwalt Daniel Kuhlmann, Sparkassen-Vorstandsmitglied Dirk Heemann und der Polizei Gelsenkirchen vor Ort
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Ruhr, 28.04.2026, 19:30 Uhr