Brennpunkt Hamborner Altmarkt ist Waffenverbotszone

WDR 00:47 Min. Verfügbar bis 11.03.2028

Brennpunkt Hamborner Altmarkt Neue Waffenverbotszone in Duisburg

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Am Hamborner Altmarkt in Duisburg kam es immer wieder zu Gewalt und Kriminalität. Doch wer hier in Zukunft Waffen bei sich hat, dem droht ein Bußgeld von bis zu 10.000 Euro.

Von Leonie Miß

Am Donnerstag wurde der Hamborner Altmarkt in Duisburg offiziell zur Waffen- und Messerverbotszone. Am Mittag brachten Polizei und Stadt insgesamt 24 Schilder an. Sie werden nun am und um den Markt im Duisburger Norden darauf hinweisen, dass dort das Tragen von Waffen rund um die Uhr verboten ist.

Polizisten dürfen nun verdachtsunanbhängige Kontrollen durchführen und Messer, Schusswaffen oder Pfefferspray einziehen. Verstöße können bis zu 10.000 Euro kosten.

Brennpunkt: Hamborner Altmarkt in Duisburg

Die Waffenverbotszone wurde der Polizei Duisburg vor rund einer Woche vom NRW-Innenministerium genehmigt. Dafür müssen laut Polizeipräsident Alexander Dierselhuis bestimmte Anhaltspunkte gegeben sein. An dem Ort müsse es in der Vergangenheit vermehrt zu Delikten gekommen sein oder in Zukunft zu erwarten sein.

Dabei verweist er auf "auffällige Einzelereignisse". Der Hamborner Altmarkt war erst 2022 Austragungsort einer regelrechten Gewaltorgie. Damals gab es dort eine Schießerei zwischen Rockern und Clanmitgliedern. Der Vorfall machte bundesweit Schlagzeilen. Außerdem habe die Polizei bei vergangenen Kontrollen vermehrt bewaffnete Personen beobachtet. Im Bereich des Hamborner Altmarktes treffe das besonders auf Rocker der Hells Angels und auf Mitglieder von Clans zu, sagt Dierselhuis weiter.

"Ruhe in den Altmarkt kriegen"

In NRW gibt es mit Duisburg in sieben Städten Waffenverbotszonen. Neben Düsseldorf und Köln wurden in Bielefeld, Bonn, Hamm und Münster bereits entsprechende Bereiche eingeführt.

Ziel sei es, "Ruhe in den Altmarkt zu kriegen", sagt der Polizeipräsident. Oberbürgermeister Sören Link unterstützt die "polizeiliche Maßnahme ausgesprochen gerne", sagt er. Symbole wie eine Waffenverbotszone sollen das Sicherheitsgefühl steigern. Die Maßnahme ist einer von mehreren Bausteinen von Polizei und Stadt, den Duisburger Norden sicherer zu machen.

Erfolgsaussichten und Kritik

Dass solche Waffenverbotszonen erfolgreich sind, belegen Zahlen der Polizei Düsseldorf: Drei Jahre nach Einführung der Waffenverbotszone hatte sie über 73.000 Menschen kontrolliert und dabei 569 Messer und 184 sonstige Waffen gefunden.

Es gibt aber auch Kritik an der Maßnahme. Neben Bedenken an zunehmender Polizeipräsenz wird auch das sogenannte Racial Profiling kritisiert. Das bedeutet, dass Behörden Menschen nur aufgrund ihrer Hautfarbe oder Herkunft kontrollieren. Alexander Dierselhuis weist die Kritik zurück.

Unsere Quellen:

  • WDR Reporterin vor Ort
  • Infos der Polizei NRW zu Waffenverbotszonen im Land
  • Polizei Duisburg

Sendung: WDR.de, Brennpunkt Hamborner Altmarkt ist Waffenverbotszone, 30.04.2026, 17:26 Uhr

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