Waffenverbot auf dem Hamborner Altmarkt in Duisburg

WDR 02:38 Min. Verfügbar bis 22.04.2028

Waffenverbotszone in Duisburg Bei Verstoß bis zu 10.000 Euro Strafe

Stand:

Duisburg bekommt als siebte Stadt in NRW eine Waffenverbotszone. Damit soll ein Brennpunkt entschärft werden.

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Janina Amrath

Der Hamborner Altmarkt in Duisburg wird zur Waffenverbotszone. Die entsprechende Verordnung wurde jetzt im Gesetzesblatt des Landes veröffentlicht. Das bedeutet: Keine Messer, Schlagstöcke, Elektroschocker oder Pfefferspray - rund um die Uhr. In Waffenverbotszonen an Partymeilen wie der Düsseldorfer Altstadt oder den Kölner Ringen ist das anders - dort gilt das Verbot nur an Wochenenden abends und an Karneval.

Zustimmung zur Waffenverbotszone in Hamborn

Ein junger Mann schaut frontal in die Kamera.

Lehrer Burak Feyizoglu befürwortet die Waffenverbotszone

"Ich finde es richtig, dass diese Zone hier eingerichtet wird - Messer haben nichts in der Öffentlichkeit zu suchen", sagt Burak Feyizoglu, Lehrer in Hamborn.

Eine ältere Frau lächelt frontal in die Kamera.

Rentnerin Erika Ingenfeld fühlt sich abends nicht sicher

Rentnerin Erika Ingenfeld lebt seit vielen Jahren am Hamborner Altmarkt: "Ich gehe abends ungern raus, weil ich mich nicht sicher fühle. Ich finde es richtig, dass diese Waffenverbotszone eingerichtet wird. Man weiß nie, was die Leute in ihren Taschen haben."

Altmarkt als Brennpunkt bundesweit bekannt

Auf einem großen Parkplatz mit blühenden Bäumen stehen vereinzelt Autos.

Der Hamborner Altmarkt in Duisburg

Der Hamborner Altmarkt gilt als Brennpunkt. Erst 2022 gab es dort eine Schießerei zwischen Rockern und Clanmitgliedern. Der Vorfall machte damals bundesweit Schlagzeilen. In NRW gibt es mit Duisburg in sieben Städten Waffenverbotszonen. Außer in Düsseldorf und Köln wurden in Bielefeld, Bonn, Hamm und Münster bereits entsprechende Bereiche eingeführt.

"Häufig stellen die Einsatzkräfte bei Kontrollen am Hamborner Altmarkt Waffen, zum Beispiel Messer, fest." Alexander Dierselhuis, Polizeipräsident

Gefahr durch "Racial Profiling"

Am Konzept der Waffenverbotszonen gibt es allerdings auch Kritik. Dabei entstehe die Gefahr des sogenannten "Racial Profilings", sagt Rafael Behr, ehemaliger Professor an der Polizeiakademie Hamburg. So könne die Polizei gar nicht abwarten, ob sich jemand kriminell verhält, sondern es würde "auf Sicht agiert". "Und dann ist die Gefahr groß, dass die üblichen Verdächtigen wieder genommen werden. Das sind in der Regel  jüngere Männer mit dunkler Haufarbe", so Behr.

Die Duisburger Polizei rechnet damit, dass das Verbot nächste Woche in Kraft tritt. Vorher muss sie noch im Gesetz- und Verordnungsblatt NRW veröffentlicht und es müssen entsprechende Schilder am Altmarkt aufgestellt werden. Der Bereich des Hamborner Altmarkts ist die erste Waffenverbotszone in Duisburg. Bei Verstößen wird die Waffe sichergestellt und es droht ein Bußgeld von bis zu 10.000 Euro.

Unsere Quellen:

  • dpa
  • Polizei Duisburg

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Duisburg, 22.04.2026, 18:08 Uhr

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