Stahlstandort Duisburg: Hoffnung für tausend Arbeitsplätze bei HKM
Lokalzeit aus Duisburg . 18.12.2025. 02:31 Min.. Verfügbar bis 18.12.2027. WDR. Von Julian Schildheuer.
Den Hüttenwerken Krupp Mannesmann im Duisburger Süden droht eigentlich das Aus. Nachdem mit ThyssenKrupp der wichtigste Abnehmer den Liefervertrag gekündigt hat, steht der Stahlstandort massiv unter Druck. Jetzt gibt es jedoch einen Hoffnungsschimmer: Rund 1.000 Arbeitsplätze könnten möglicherweise gerettet werden.
Elektrolichtbogenofen statt Hochöfen
Der Vorstandschef des HKM-Miteigentümers Salzgitter AG, Gunnar Groebler, denkt offenbar darüber nach, einen Teil des Werks weiterzuführen. Das hat der Betriebsratsvorsitzende Marco Gasse dem WDR bestätigt. Demnach gibt es Überlegungen, die bisherigen Hochöfen durch einen modernen Elektrolichtbogenofen zu ersetzen.
Mit dieser Umstellung würde die Stahlproduktion zwar deutlich reduziert, gleichzeitig könnte der Standort aber erhalten bleiben. Von den knapp 3.000 Beschäftigten bei HKM hätten so möglicherweise rund 1.000 weiterhin eine Perspektive.
Ein Wegfall von vielen Arbeitsplätzen ist besser, als wenn alle wegfallen. Weil auch eine Schließung immer noch nicht ausgeschlossen ist bei HKM. HKM Betriebsratsvorsitzender Marco Gasse
Aktuell müssen sich die drei Gesellschaftter von HKM noch einig werden, damit eine "Teilfortführung" des Werks möglich ist. Und das muss zügig geschehen. Laut Betriebsrat wartet das Unternehmen gerade auf einen Förderbescheid von der Bundesregierung von über 200 Millionen Euro. Damit soll der größte deutsche E-Ofen gebaut werden. Damit wäre HKM ab 2029 das erste grüne Stahlwerk in Duisburg.
Betriebsrat informiert Belegschaft
Der Betriebsrat hat die Belegschaft am Donnerstag über die Überlegungen informiert. Laut Betriebsrat Gasse ist die Verunsicherung im Werk derzeit groß. Viele Beschäftigte sorgen sich um ihre Zukunft.
Die Nachricht von einem möglichen Elektrolichtbogenofen komme jedoch gut an. Das bedeute zumindest eine langfristige Perspektive für einen Teil des Standorts, so Gasse.
Eigentümerstruktur und Folgen für die Produktion
An den Hüttenwerken Krupp Mannesmann hält die Salzgitter AG 30 Prozent der Anteile. Vallourec ist mit 20 Prozent beteiligt, ThyssenKrupp Steel Europe besitzt 50 Prozent. Eine Verkleinerung des Standorts würde zwangsläufig auch eine geringere Stahlproduktion bedeuten.
HKM hatte bislang einen Spezialstahl hergestellt, der in dieser Form von keinem anderen Hersteller geliefert werden konnte - auch nicht für die Thyssen-Werke selbst.
Stahlstandort Duisburg weiter unter Druck
Am Stahlstandort Duisburg arbeiten insgesamt noch rund 14.000 Menschen. Der Großteil davon ist bei ThyssenKrupp Steel an den Standorten Hamborn und Hüttenheim beschäftigt.
Dort plant TKSE einen massiven Stellenabbau, der auch mit Ausgliederungen an Fremdfirmen verbunden ist.
Unsere Quellen:
- Betriebsrat HKM
- IG Metall
Sendung: WDR 2, Lokalzeit Rhein/Ruhr, 18.12.2025, 10.31 Uhr