"Unser Stahl geht baden" – Protestaktion am Duisburger Innenhafen

00:44 Min. Verfügbar bis 12.09.2027

"Unser Stahl geht baden" – Protestaktion am Duisburger Innenhafen

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Mit einer ungewöhnlichen Aktion haben hunderte Beschäftigte des Duisburger Stahlproduzenten Arcelor Mittal am Freitag auf ihre Lage aufmerksam gemacht.

Von Tim Köksalan

16 Grad Außentemperatur, Wolkendecke und kalter Wind - nicht gerade das perfekte Wetter für einen Sprung ins Wasser. Gut 450 Jobs des Stahlproduzenten Arcelor Mittal in Duisburg sind gefährdet. Die Arbeiter wollen deshalb ein Zeichen setzen.

Etwa 100 der Stahlarbeiter sprangen um 12:05 Uhr in das Becken des Duisburger Innenhafens. Die Aktion gilt als Symbol dafür, dass der Stahlstandort "baden geht", wenn Politik und Betriebe nicht schnell bessere Rahmenbedingungen schaffen.

Auf dem Bild sieht man Stahlarbeiter, die ein Schild hochhalten. Auf dem Schild steht "Unser Stahl geht davon"

Stahlarbeiter wollen darauf aufmerksam machen, dass der Stahlstandort "baden geht".

Die Stimmung ist trotz der schwierigen Bedingungen in der Stahlbranche ausgelassen. "Kalt war es", sagt Fabian Marx, aber in diesen Zeiten müsse man Flagge zeigen. Vor acht Jahren hat er seine Ausbildung bei Arcelor Mittal begonnen, heute macht er sich Sorgen um seinen Job. 

IG Metall und Betriebsrat sehen 450 Jobs in Gefahr

Mit der Aktion wollen Gewerkschaften und Betriebsrat auf die immer schwierigeren Bedingungen in der Branche aufmerksam machen. Billig-Stahl aus China, gestiegene Zölle und hohe Energiekosten stellen die Stahlstandorte vor große Herausforderungen.

Auf dem Bild sieht man Stahlarbeiter, die im Wasser schwimmen

100 Stahlarbeiter sprangen heute in das Becken des Duisburger Innenhafens.

Arcelor Mittal hat die größten Standorte in Bremen und Eisenhüttenstadt, deshalb sei es wichtig, dass man auch in Duisburg auf sich aufmerksam mache, sagt Betriebsratsvorsitzender Wolfgang Kleber. Die Beschäftigten fordern einen Industriestrompreis und mehr Tempo beim klimafreundlichen Umbau der Stahlindustrie. 

Unterstützung gab es von Beschäftigten des konkret von der Schließung bedrohten Stahlwerks HKM im Duisburger Süden. An der Kundgebung rund um die symbolische Aktion nahmen insgesamt etwa 300 Beschäftigte teil. 

Stahl geht baden – Protestaktion am Duisburger Innenhafen

WDR Studios NRW 12.09.2025 00:43 Min. Verfügbar bis 12.09.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • WDR-Gespräch mit Fabian Marx, Mitarbeiter von Acelor Mittal
  • WDR-Gespräch mit Wolfgang Kleber, Betriebsratsvorsitzender Acelor Mittal

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