Stahlkonferenz in Duisburg: Die Linke im Gespräch mit Betriebsräten
03:16 Min.. Verfügbar bis 20.11.2027.
Stahlkonferenz in Duisburg: Die Linke im Gespräch mit Betriebsräten
Stand:
Die Linksfraktion im Bundestag hat zur Stahlkonferenz nach Duisburg eingeladen. Mit Betriebsräten und Wissenschaftlern hat sie über die Zukunft der Stahlindustrie diskutiert. Die Branche kämpft mit hohen Energiekosten, Billigimporten und der teuren Umstellung auf Wasserstoff-Technologie.
Die Atmosphäre in der alten Feuerwache ist entspannt – obwohl es um nicht weniger geht, als die Zukunft der deutschen Stahlindustrie. Mirze Edis begrüßt die Gäste. Viele Jahre Stahlarbeiter und dazu Betriebsrat bei den Hüttenwerken Krupp Mannesmann in Duisburg, sitzt er jetzt für die Linken im Bundestag.
Die Sorgen der Stahlarbeiter kennt er aus erster Hand. "Die Ergebnisse des Kanzlergipfels reichen uns nicht, wir fordern neue Antworten", sagt der 53-Jährige.
Bessere Mitbestimmung gefordert
Mirze Edis ist Betriebsrat der Hüttenwerke Krupp Mannesmann in Duisburg und Politiker der Partei Die Linke.
Betriebsräte und Gewerkschafter aus ganz Deutschland sind gekommen. Sie wollen mitreden, wenn es um Salzgitter, Thyssenkrupp Steel Europe und die Hüttenwerke Krupp Mannesmann geht. "Wir fordern eine bessere Mitbestimmung, hier stehen unsere Arbeitsplätze auf dem Spiel", zeigt sich Marco Gasse kämpferisch - er ist Betriebsratsvorsitzender bei HKM.
Da kann auch Mirze Edis mitgehen, gerade wenn es um staatliche Subventionen geht. "Die müssen an Bedingungen geknüpft werden", fordert der industriepolitische Sprecher der Linken. Standorte und Arbeitsplätze müssten gesichert werden. Auch über Teilbeteiligungen müsse man reden.
Grüner Stahl als Überlebensstrategie
Gewerkschafter, Betriebsräte und Wissenschaftler setzen unisono auf die Transformation der Stahlindustrie. Die Umstellung auf die klimaneutrale Produktion verlaufe viel zu schleppend. Die Industrie brauche Planungssicherheit beim sogenannten grünen Stahl.
Ökonom Tom Krebs am Mikrophon
Ökonom Tom Krebs von der Uni Mannheim bringt es auf den Punkt. "Es gibt jetzt einen Industriestrompreis und genauso könnte ich mir einen Wasserstoffpreis vorstellen, der dann Planbarkeit gewährleistet."
Die Linke will Ideen im Bundestag einbringen
Viele Ideen und Meinungen sind bei der Stahlkonferenz Duisburg ausgetauscht worden. Sie sollen jetzt in ein Positionspaper der Linken im Bundestag einfließen und an die Bundesregierung übergeben werden.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporterin vor Ort
- Pressemitteilung Linksfraktion im Deutschen Bundestag
Über dieses Thema berichten wir auch im WDR-Fernsehen am 19.11.2025 in der Lokalzeit aus Duisburg, 19.30 Uhr.