Brückenbaustellen in Duisburg sorgen für Frust
03:22 Min.. Verfügbar bis 11.06.2028.
Denise Benyetto arbeitet seit zehn Jahren als Kraftfahrerin - aber so viel Stau wie in den letzten zwei Jahren rund um Duisburg hat sie vorher noch nicht erlebt. "Fast ein Drittel meiner Zeit stehe ich im Stau", sagt sie am Steuer ihres Lkw.
Flüssige Chemikalien - über den Rhein hin und her
Benyetto fährt Container mit flüssigen Chemikalien zwischen Unternehmen im Hafenbereich hin und her. Dafür ist sie auf die Brücken angewiesen. Und bemerkt jede Einschränkung. Die - aus Autofahrersicht - zu enge Berliner Brücke, die vielen anderen Baustellen.
"Hier ist eigentlich immer voll. Morgens, mittags, abends. Egal wann man hier langfährt." Denise Benyetto, Berufskraftfahrerin
Der Duisburger Unternehmer Jochen E. Köppen.
Und was sie und jeden Pendler Nerven kostet, kostet ihren Chef auch Geld. Jochen E. Köppen beschäftigt 150 Mitarbeiter, die mit 50 Lkw unterwegs sind. Und während die früher dreimal am Tag von Duisburg nach Oberhausen kamen, um Container abzusetzen, schaffen sie heute oft nur noch zwei Fahrten. "Das heißt, dass die Kosten jeder Tour für uns um 50 Prozent steigen", klagt er.
IHK: Duisburg Stauschwerpunkt im Ruhrgebiet
Brücken-Baustellen in Duisburg
Laut Industrie- und Handelskammer (IHK) gehört Duisburg zu den Stauschwerpunkten im Ruhrgebiet. Aber immerhin: Brücken-Bauten hätten schon begonnen, manche seien sogar schon abgeschlossen, wie die Karl-Lehr-Brücke. Damit habe die Stadt laut Ocke Hamann, IHK-Sprecher für Verkehr, einen Vorsprung etwa vor Düsseldorf oder Köln. Doch es stehen weitere Baustellen an. Denn viele Brücken wurden zeitgleich nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut und müssen bald erneuert werden.
Etliche Brückenbaustellen stehen an
Schon jetzt ist Duisburg ein Stauschwerpunkt. Doch weitere Brücken müssen ersetzt werden. Wirtschaft und Pendler sind besorgt.
"Es ist so ein bisschen wie bei den Babyboomern: Die ersten gehen jetzt in Rente. Das ist bei den Brücken genauso, und da kommen aber noch viele, viele weitere nach." Ocke Hamann, IHK-Sprecher für Verkehr
Hamann wünscht sich schnellere Planungen und eine bessere Koordination zwischen den verschiedenen Bauträgern. Denn: "Es ist zu befürchten, dass die Probleme sich weiter verschärfen."
Weiter Streit um Ausbau der A59
Die Dauerbaustelle: Das Autobahnkreuz Duisburg-Kaiserberg wird komplett umgebaut
Die Stadt Duisburg betont: Sie versuche, ein Maß zwischen "bauseitigen Bedürfnissen zur schnellen Erneuerung und den Bedürfnissen des Verkehrs" zu finden. Zugleich sieht sie sich aber bei einem zentralen Engpunkt weiter im Konflikt mit der Autobahn GmbH: Zwar hat der Ersatzneubau der Berliner Brücke begonnen, aber wie die A59 rundherum ausgebaut werden soll - ob ober- oder unterirdisch - bleibt umstritten. Eine Einigung stehe laut Stadt "nicht in Aussicht".
Auf der Heimfahrt: keine Lust mehr auf Brücken
Denise Benyetto erlebt täglich, wie heikel die Verkehrssituation schon ist. Wenn noch mehr Einschränkungen dazukommen, "dann fürchte ich, dass wir uns gar nicht mehr fortbewegen können", sagt sie. Gleich ist ihre Schicht zu Ende. Sie muss dann aus Duisburg noch heim nach Bottrop. Aber da fährt sie über Nebenstrecken, durch die Städte. Von Autobahnen, Brücken und Baustellen hat sie für heute genug.
Unsere Quellen
- Antworten der Stadt Duisburg
- Informationen der Autobahn GmbH
- Interview mit der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer (IHK)
- Begleitung und Interviews Unternehmen Köppen GmbH
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Duisburg 11.06.2026, 19:30 Uhr
