Die Kölnerin Yanni Gentsch, eine Frau mit dunklen Haaren und blauer Jeansjacke, steht vor einer Häuserfront mit einem Schild mit der Aufschrift "Voyeur-Aufnahmen strafbar machen"

Mann filmte ihren Po: Kölnerinnen und Kölner laufen für neues Gesetz

Stand:

Yanni Gentsch wurde beim Joggen in Köln gefilmt - das war nicht strafbar. Am Sonntag machte sie bei einem Lauf darauf aufmerksam.

Ein Jahr nach dem ein Mann den Po von Yanni Gentsch beim Joggen gefilmt hatte, hat die Kölnerin mit einem Community-Lauf weiter auf eine Lücke im Gesetz aufmerksam gemacht:

"Ich fordere, dass das heimliche Filmen mit sexueller Intention strafbar gemacht wird. Das aktuelle Gesetz reicht nicht aus. Da ist eine klare Lücke, die geschlossen werden muss [...]. Es braucht mehr Konsequenzen für Männer, die Grenzen überschreiten", sagte sie kurz vor dem Lauf.

"Ich will ganz normal laufen gehen"

Mehr als 50 Läuferinnen und Läufer haben an der Aktion am Sonntagvormittag (01.03.2026) teilgenommen. Auch einige Männer waren bei dem Lauf dabei und haben sich mit Yanni Gentsch und den anderen Frauen solidarisiert.

Auch Laura aus Köln kennt das Problem. Sie will sich endlich sicherer fühlen, wenn sie abends joggen geht: "Jeder kennt es, dass einem hinterher gepfiffen wird, man wird angeschaut, das ist unangenehm. Das kann nicht sein, ich will ganz normal laufen gehen [...]. Da muss uns doch jemand den Rücken stärken", sagt sie.

Zwei Läuferinnen beim Lauf gegen Spanner

Laura (l.) aus Köln nahm mit ihrer Freundin an dem Community-Lauf teil.

Video-Aufnahmen waren nicht illegal

Was war passiert? Im Februar 2025 joggt Yanni Gentsch durch den Grüngürtel in Köln. Plötzlich merkt sie, dass ein Mann beim Joggen heimlich ihren Po filmt. Yanni Gentsch holt selbst ihr Handy raus, filmt den Mann und stellt ihn zur Rede. Das Video geht viral und löst eine Debatte um eine Gesetzeslücke aus: Verboten ist dieses Filmen nicht, da Yanni Gentsch Kleidung trägt.

Datenschutzhinweis

Dieses Element beinhaltet Daten von Instagram. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Sie wollte den Mann nach eigenen Angaben bei der Polizei anzeigen. Laut Gesetz ist das Filmen bislang nur strafbar, wenn etwa nackte Haut zu sehen ist oder unter Kleidung gefilmt wird. Also startete Yanni Gentsch eine Petition, in der sie die Erweiterung des Paragraphen 184k im Strafgesetzbuch fordert.

Im August hatte sie die Petition an NRW-Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) übergeben. Mittlerweile haben mehr als 160.000 Menschen online unterschrieben. Eine Gesetzesänderung gab es bislang noch nicht.

Mann filmte ihren Po: Kölnerinnen und Kölner laufen für Sichtbarkeit

WDR Studios NRW 01.03.2026 00:41 Min. Verfügbar bis 29.02.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Pressesprecherin von innn.it e.V.
  • Website der Veranstaltung
  • Yanni Gentsch bei Instagram
  • Interview mit Yanni Gentsch und Teilnehmenden
  • Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR 2, WDR aktuell, 01.03.2026, 12.00 Uhr

Sendung: WDR.de, "Mann filmte ihren Po: Kölnerin veranstaltet Lauf gegen Spanner-Videos", 01.03.2026, 06.00 Uhr

Weitere Beiträge aus dem Rheinland

1 / 2