Bild der Gewinner des Pflegepreises

Jessica Ann Kremer und Andreas Fuhrmann haben den Pflegepreis gewonnen.

Tag der Pflege Pflegepreis für politische Haltung geht nach Höxter

Stand:

Andreas Fuhrmann aus Marienmünster im Kreis Höxter gewinnt in Düsseldorf den Pflegepreis in NRW in der Kategorie "politische Haltung". Jessica Ann Kremer aus Hamm ist Newcomerin des Jahres.

In NRW arbeiten laut Landesregierung rund 292.000 Menschen in der Pflege. Damit sei die Pflege ein gutes Abbild der Gesellschaft und auch in der Pflege werde politische Haltung immer wichtiger, heißt es von der Pflegekammer NRW. Deswegen wurde der Pflegepreis in diesem Jahr in der Kategorie "Politische Haltung" verliehen.

Erste beiden Plätze gehen nach OWL

Bild von Andreas Fuhrmann

Andreas Fuhrmann gewinnt den Pflegepreis 2026.

Der erste Platz ging an Andreas Fuhrmann aus Marienmünster im Kreis Höxter. Er wurde für den Einsatz in der Pflegepolitik ausgezeichnet. "Ich war total überrascht und habe überhaupt nicht damit gerechnet, dass ich den ersten Preis gewinne", sagt Fuhrmann. "Es ist schon etwas Besonders. Es wird gesehen wie man viele Jahre in der Pflege gearbeitet hat und das ist ein gutes Gefühl."

Der Erstplatzierte engagiert sich politisch gegen den Rechtsruck in Deutschland. 1990 wurde von ihm der Verein "Jung und Alt - ambulante Hilfen e.V." gegründet. Der Verein bietet ambulante Pflege, Tagespflege, Betreuungsdienste und soziale Hilfen, um ein würdevolles Leben zu Hause zu ermöglichen.

Fuhrmann arbeitet ehrenamtlich bei "Der Paritätische NRW" und gibt Pflegenden im Netzwerk Pflege im Kreis Höxter eine Stimme, heißt es von der Pflegekammer.

"Wir sitzen alle in einem Boot und müssen uns organisieren und zusammen tun." Andreas Fuhrmann

Gemeinsam vertreten sie ihre Interessen gegenüber der Politik. Fuhrmann setzt sich unter anderem für bessere Arbeitsbedingungen sowie eine ganzheitliche, selbstbestimmte Pflege ein. Dabei stellt er Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt, heißt es von der Pflegekammer.

Fuhrmann freut sich über den Preis."Unabhängig von den Gewinnern hat die Pflege gewonnen", sagt er. "Es war ein Abend voller positiver Nachrichten."

Engagement gegen Diskriminierung

Pflegeleiterin Petra Krause Evangelisches Klinikum Bethel Bielefeld

Pflegeleiterin Petra Krause aus dem Evangelisches Klinikum Bethel Bielefeld wird zweite beim Pflegepreis.

Den zweiten Platz machte Petra Krause aus Bielefeld. Sie ist seit 45 Jahren Krankenschwester und Pflegedirektorin am Klinikum Bethel. Vor knapp zwei Jahren hat sie "Pflege gegen Rechts" mitbegründet. In dem Netzwerk engagiert sie sich gegen Extremismus, Rassismus und Diskriminierung.

"Wir sind laut und stärken uns gegenseitig," sagt sie. Sie unterstützt zum Beispiel Kolleginnen und Kollegen bei Diskriminierungserfahrungen oder auch bei Aufenthaltserlaubnissen.

"Wir haben eine Verantwortung für unsere Patienten, aber auch wir Pflegenden müssen entsprechend behandelt werden." Petra Krause

Dabei treibt Krause auch die Angst mit Blick auf politische Entwicklungen an. "In der NS-Zeit hatten auch Pflegende eine Rolle. Sie haben Menschen in Gaskammern gebracht oder Zwangssterilisierungen durchgeführt", mahnt die Krankenschwester. "So etwas darf nicht nochmal passieren. Deswegen werden wir jetzt laut."

Über die Nominierung für den Pflegepreis hat sie sich sehr gefreut: "Das ist für mich eine unglaubliche Ehre."

Verleihung in Düsseldorf

Der dritte Platz ging an Wolfgang Pasch aus Düsseldorf. Er gestaltet an der Fliedner Fachhochschule Studiengänge im Bereich Pflege und Gesundheit. Dabei vermittelt er laut Pflegekammer nicht nur fachliches Wissen, sondern auch das professionelle Selbstverständnis zukünftiger Pflegefachpersonen.

"Ich freue mich riesig für mein berufspolitisches Engagement geehrt zu werden", sagt Pausch. "Es ist wichtig, dass wir uns einbringen als Pflege in politische Diskurse und zeigen, dass wir politisch sind, uns aber auch zeigen mit dem, was in der Pflege gut funktioniert."

"Die diesjährigen Nominierten zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig, kraftvoll und richtungsweisend Pflege heute ist," sagt Sandra Postel, Präsidentin der Pflegekammer NRW. "Sie übernehmen Verantwortung, setzen Impulse und geben der Profession eine starke Stimme."

Newcomerin des Jahres aus Hamm

Der Pflegepreis in der Kategorie "Newcomer" ging an Jessica Ann Kremer aus Hamm. Die 25-Jährige ist Auszubildene bei der Caritas. Dort hat sie für die Bewohner und Bewohnerinnen ein Ampelsystem zur Übersicht von Pflege- und Notfallinformationen entwickelt. Damit erhöht sie laut Pflegekammer die Sicherheit in der Pflege.

"Das ist für mich eine unfassbar große Ehre. Dieser Preis zeigt mir, dass wir Auszubildende etwas bewegen können und das unsere Perspektiven gesehen und ernst genommen werden." Jessica Ann Kremer

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann überreichte die Preise am Abend. "Die Preisträgerinnen und Preisträger haben auf verschiedene Art bewiesen, dass sie eine Haltung haben und Verantwortung übernehmen: Für sich, die Kolleginnen und Kollegen sowie die Patientinnen und Patienten", so Laumann. "Sie geben der Pflege ein Gesicht."

Pflegepreis für politische Haltung geht nach Höxter

WDR 12.05.2026 00:43 Min. Verfügbar bis 11.05.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • Pflegekammer NRW
  • Gespräch mit Petra Krause
  • Gespräch mit Andreas Fuhrmann
  • Gespräch mit Jessica Ann Kramer
  • Gespräch mit Wolfgang Pasch

Sendung: WDR.de, Pflegepreis für politische Haltung geht nach Höxter, 12.05.2026, 20 Uhr

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