Alltag als Pflegefachfrau im St. Barbara Hospital

WDR 03:12 Min. Verfügbar bis 07.05.2028

Junge Pflegende setzen Zeichen auf Kongress in Bochum "Wir sind stolz auf unseren Beruf"

Stand:

Junge Pflegekräfte werben beim Kongress in Bochum für mehr Selbstverständnis und gesellschaftliche Anerkennung.

Von
Logo des Westdeutschen Rundfunk
Solveig Bader

"Wie haben Sie geschlafen?" fragt Elif Köker ihre Patientin, die gerade eine OP hinter sich hat. "Eigentlich gut", antwortet Liselotte Mische. "Das freut mich, denn viele Patienten meckern, weil die Betten hier nicht so sind wie zuhause", erwidert die junge Pflegefachfrau und lacht. Elif Köker sorgt mit ihrem strahlenden Lächeln für gute Laune auf der internistischen Station im St. Barbara Hospital in Gladbeck. Und das steckt auch ihre Patientin an: "Lachen macht gesund".

Elif Köker strotzt nur so vor Energie. Sie ist 24 Jahre jung und brennt für ihren Job. Seit sechs Jahren arbeitet sie in der Pflege, hat parallel zur Ausbildung ein Studium in angewandter Pflegewissenschaft durchgezogen und letztes Jahr den Bachelor gemacht. "Pflege ist so vielseitig, vor der Geburt bis zum Ende des Lebens begleiten wir Menschen, vorbeugend, aber auch heilend. Und das macht mich stolz."

Kongress-Motto: "Wir sind stolz auf unseren Beruf"

"Proud to become a nurse", "Berufsstolz" ist auch das Motto des Kongresses Junge Pflege Nordwest 2026, der heute in Bochum stattfindet und alljährlich vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Nordwest veranstaltet wird. Zielgruppe sind in diesem Jahr Auszubildende und junge Pflegende und ihre Themen, die sie bewegen. Der Kongress will ihr berufliches Selbstverständnis schärfen und ihnen Strategien für Selbstwirksamkeit in ihrem Beruf vermitteln.

Eine Gruppe junger Menschen steht auf einer Bühne. Sie halten ein Banner mit der Aufschrift "Junge Pflege Kongress Nordwest". Im Hintergrund sitzen Menschen im Publikum.

Die Besucher des Junge Pflege Kongresses in Bochum

"Wir erleben, dass Pflegekräfte voller Energie in ihren Beruf starten. Aber je länger sie den Job machen, desto weniger bleibt davon übrig, auch der Berufsstolz geht mit der Zeit flöten", so Lili Mallée, Vorstandsmitglied im DBfK Nordwest. Berufsanfänger würden häufig nicht ausreichend auf den Stationen angeleitet, auch wegen mangelnder Zeit, zu wenig Personal und hoher Arbeitsbelastung.

Kongress will Azubis und junge Pflegende stärken

Elif Köker besucht den Junge Pflege Kongress Nordwest in Bochum

Elif Köker organisiert den Junge Pflege Kongress Nordwest in Bochum

Die Arbeitsgemeinschaft Junge Pflege Nordwest hat den Kongress in Bochum organisiert. Das sind etwa 20 ehrenamtliche Mitglieder aus verschiedenen Bundesländern, die sich für Berufsanfänger stark machen. "Wir sind eine der größten Berufsgruppen im Gesundheitssystem, dürfen aber wenig entscheiden und sind in wenigen Gremien vertreten", kritisiert Lili Mallée vom DBfK. Auf dem Kongress setzt sich die AG dafür ein, dass Berufsanfänger lauter werden, aber auch mehr von der Politik gehört und einbezogen werden. Mehr als 2.500 Teilnehmer haben sich angemeldet.

Auch Elif Köker, ebenfalls Mitglied der AG Junge Pflege, mischt bei der Veranstaltung in Bochum mit. Ihre Botschaft: Die Pflege ist attraktiv, es gibt viele Weiterbildungsmöglichkeiten, aber leider auch strukturelle Probleme im Gesundheitssystem, wie Zeitdruck und Personalmangel, die sich dringend ändern müssen.

Junge Pflegende setzen Zeichen auf Kongress in Bochum

WDR 07.05.2026 00:40 Min. Verfügbar bis 06.05.2028

Download

Unsere Quellen:

  • Gespräche mit Pflegefachfrau Elif Köker am Arbeitsplatz
  • Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Nordwest

Sendung: WDR.de, Junge Pflegende setzen Zeichen auf Kongress in Bochum, 07.05.2026, 9:24 Uhr

Weitere Beiträge aus Bochum

1 / 2