Zwei Pflegerinnen schieben in einem Klinikum Patienten mit Rollstühlen durch einen Flur.

Neuer Bericht zu Gesundheitsberufen Mehr Azubis in der Pflege in NRW

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Die Ausbildungszahlen in Pflege- und Gesundheitsberufen steigen. Doch die alternde Bevölkerung bleibt ein Problem.

In NRW entscheiden sich im Vergleich zu den vergangenen Jahren erneut mehr Menschen für eine Ausbildung in Pflege- und Gesundheitsberufen. Das zeigt die neue "Landesberichterstattung Gesundheitsberufe Nordrhein-Westfalen 2025", die Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) gemeinsam mit dem Pflegeforscher Prof. Michael Isfort vorgestellt hat.

Zahl der Ausbildungsverträge gestiegen

Besonders deutlich ist der Zuwachs in der generalistischen Pflegeausbildung. Diese vereint seit 2020 die früheren Ausbildungen in der Altenpflege, Krankenpflege und Kinderkrankenpflege zu einem einheitlichen Berufsbild: der Pflegefachfrau bzw. dem Pflegefachmann.

Seit ihrer Einführung stieg die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge von 14.457 im Jahr 2020 auf 16.937 im Jahr 2024. Für 2025 erwartet das Land 17.253 Neuverträge - so viele wie noch nie. Auch bei den Abschlüssen zeigt sich ein Plus: 2024 beendeten 10.412 Pflegekräfte ihre Ausbildung erfolgreich - 349 mehr als im Vorjahr.

Pflegefachassistenz wächst besonders stark

Noch stärker fällt der Anstieg bei der Pflegefachassistenz aus. 2021 gab es in NRW 1.317 Auszubildende in diesem Bereich, 2024 waren es bereits 6.123. Für 2025 werden 7.001 Schülerinnen und Schüler genannt. Das entspricht einem weiteren Zuwachs von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann führt die Entwicklung auch auf politische Entscheidungen des Landes zurück. Dazu gehören die Abschaffung des Schulgeldes in Gesundheitsfachberufen sowie Investitionen in die Ausbildungsinfrastruktur.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums hat das Land in den vergangenen Jahren rund 350 Millionen Euro in den Ausbau und die Modernisierung von Ausbildungsplätzen gesteckt.

Schulgeldfreiheit zeigt Wirkung

Auch in Therapie- und Gesundheitsfachberufen setzt sich die positive Entwicklung fort. Laut Landesberichterstattung lagen die Schülerzahlen 2025 rund 56 Prozent höher als 2017 - also vor Einführung der stufenweisen Schulgeldbefreiung.

"Das Konzept ist voll aufgegangen." Karl-Josef Laumann (CDU)

Der Bericht wertet auch die Erreichbarkeit von Bildungseinrichtungen aus. Demnach sind Pflegebildungseinrichtungen in NRW aus allen besiedelten Gebieten innerhalb von maximal 30 Minuten mit dem Auto erreichbar. Das Ministerium sieht darin einen wichtigen Faktor dafür, dass Ausbildung wohnortnah möglich ist.

Demografie bleibt die große Herausforderung

Trotz der steigenden Ausbildungszahlen bleibt der Fachkräftebedarf hoch. Pflegeforscher Isfort verwies auf die demografische Entwicklung: Bis 2040 rechnet die Landesberichterstattung in NRW mit rund 650.000 zusätzlichen Menschen über 75 Jahren. Die Zahl der Menschen mit Demenz wird demnach von rund 380.000 im Jahr 2023 um etwa 92.000 steigen.

Für die Pflege sieht Isfort zwar eine robuste Entwicklung. Jährlich könnten etwa 8.000 bis 9.500 ausgebildete Pflegefachkräfte neu in den Arbeitsmarkt kommen. Das liege über den erwarteten rentenbedingten Berufsaustritten von etwa 4.000 bis 6.500 pro Jahr. Zugleich warnte der Pflegeforscher aber: Damit lasse sich vor allem das bestehende Potenzial sichern. Eine unbegrenzte Ausweitung zusätzlicher Einrichtungen sei mit diesen Zahlen nicht möglich.

Ambulante Pflege in den Blick nehmen

Gesundheitsminister Laumann betonte in dem Zusammenhang, dass seit Einführung der Pflegeversicherung ein Großteil der Pflege zu Hause stattfinde. Deshalb müsse die Debatte stärker auf häusliche Pflege, Tagespflege, ambulante Dienste und neue Wohnformen wie Pflege-WGs schauen.

"Wir müssen auch über die häusliche Pflege viel mehr nachdenken." Karl-Josef Laumann (CDU)

Außerdem sprach er sich für andere Personalmixe aus - also ein Zusammenspiel von akademisch qualifizierten Pflegekräften, Pflegefachkräften und Assistenzberufen. "Wir gewinnen erheblich in diesen Berufen auch Menschen mit einer Zuwanderungsgeschichte", erklärte Laumann. Der Nachwuchs bei Pflegekräften komme sehr stark aus Indien, Marokko und Vietnam. 2025 gab es in NRW mehr als 14.400 Zulassungen für Pflegekräfte aus anderen Ländern. Viele kommen bereits für die Ausbildung nach NRW.

Fachkräfte in Pflegeberufen

WDR Studios NRW 29.04.2026 00:43 Min. Verfügbar bis 28.04.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Pressekonferenz mit NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) und Prof. Michael Isfort

Sendung: WDR.de, Fachkräfte in Pflegeberufen, 29.04.2026, 15:31 Uhr

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