Abschied aus dem Rathaus: Münsters OB Markus Lewe zieht Bilanz
Lokalzeit Münsterland. 31.10.2025. 04:03 Min.. Verfügbar bis 31.10.2027. WDR. Von Petra Brönstrup.
Abschied aus dem Rathaus: Münsters OB Markus Lewe zieht Bilanz
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Viele Bürgermeister in NRW hatten am Freitag ihren letzten Arbeitstag. Auch Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe. Der 60-Jährige mit CDU-Parteibuch stand 16 Jahre lang an der Spitze der Stadt Münster. Bei der letzten Wahl war er nicht wieder angetreten.
Nach seiner Wahl zum Oberbürgermeister am 21. Oktober 2009 war der CDU-Politiker Markus Lewe zwei Mal, 2015 und 2020, wiedergewählt worden. Vor einem Jahr hatte er mitgeteilt, dass er sich nicht ein viertes Mal zur Wahl stellen wolle. "Nach 16 Jahren ist es Zeit, Verantwortung abzugeben", sagte er damals zur Begründung.
Damit nimmt Lewe auch Abschied vom Deutschen Städtetag, dessen Präsident er immer mal wieder für mehrere Jahre war, zuletzt seit 2021. Wir treffen Lewe in seinem Büro in Münster beim Packen von Umzugskisten.
WDR: Herr Lewe, was ist das für ein Gefühl nach so vielen Jahren die Sachen zu packen und dem Rathaus den Rücken zu kehren?
Markus Lewe beim Kistenpacken in seinem Büro
Markus Lewe: Also irgendwie war ja seit gut einem Jahr klar, dass der Tag kommen würde. Und vor einem Jahr habe ich immer noch gesagt, das ist ja noch ein Jahr hin. Und vor einem halben Jahr habe ich gesagt, ist ja noch ein halbes Jahr hin. Aber jetzt ist es soweit.
WDR: Ein Abschied mit Tränen?
Markus Lewe: Ach, nein! Bei der Verabschiedung im Städtetag oder auch hier in Münster in der letzten Ratssitzung Anfang September, als ich ein sehr positives Feedback bekam und lange Standing Ovations, das hat mich schon sehr bewegt, muss ich ehrlicherweise sagen. Aber auch die vielen Menschen auf der Straße, die ich vorher noch nie gesehen habe, die an mich herangetreten sind, und sich einfach bedankt haben. Das war schon schön.
WDR: Gab es in den 16 Jahren besonders schöne Momente, wo Sie gesagt haben, dafür lohnt es sich Oberbürgermeister zu sein?
Markus Lewe (rechts) mit dem niederländischen König Willem Alexander im Rathaus
Markus Lewe: Es waren die vielen Begegnungen mit Menschen, die nicht im Rampenlicht stehen, die sich für andere mit großer Leidenschaft einsetzen, wo ich Alltagswunder erleben durfte. Aber es waren natürlich auch die großen Ereignisse, der Katholikentag, das Außenminister-Treffen der G7-Staaten, die Westfälische Friedenskonferenz und zuletzt der Besuch des niederländischen Königs in Münster, die ich als Oberbürgermeister begleiten durfte.
WDR: Oberbürgermeister Markus Lewe im Rampenlicht! Wie wichtig war Ihnen das?
Markus Lewe: Ich habe das ja nicht gemacht, um mir selbst was Gutes zu tun. Sondern ich habe diese 16 Jahre jeden Tag so gelebt, dass das, was ich tue, was ich mit wem kommuniziere, immer mit der einen Frage verbunden ist, tut es der Stadt gut oder nicht.
WDR: Wie sehr wird Ihnen das alles fehlen?
Markus Lewe (rechts) und sein Nachfolger Tilman Fuchs am Wahlabend im September
Markus Lewe: Das Gefühl, dass mir was fehlen könnte, habe ich im Moment nicht. Ich glaube, dass es mal gut tut runterzufahren. Und ich glaube, jeder Mensch muss irgendwann auch mal in der Lage sein, andere Lebensabschnitte auch anzunehmen. Das geht ja nicht alles immer so weiter.
Es wird ja nicht so sein, dass ich die in die totale Bedeutungslosigkeit abtauchen werde. Ich werde noch in mehreren Aufsichtsräten mitarbeiten und dann mal gucken. Außerdem habe ich eine Familie und Freunde. Darauf habe ich immer großen Wert gelegt, während meiner Amtszeit, dass diese Menschen nach wie vor wichtig sind.
WDR: Vielen Dank für das Interview. Alles Gute!
Unsere Quellen:
- Markus Lewe im Interview mit WDR-Reporterin Petra Brönstrup