König Willem-Alexander zu Besuch in Münster

Lokalzeit Münsterland 25.09.2025 03:14 Min. Verfügbar bis 25.09.2027 WDR Von Christian Schweitzer

Königlicher Besuch: König Willem-Alexander zu Gast in Münster

Stand:

Der niederländische König Willem-Alexander war am Donnerstag in Münster, um gleich zwei Jubiläen zu feiern. An seiner Seite: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst.

Von Petra Brönstrup

König Willem-Alexander schien bestens gelaunt, als er gegen 11.00 Uhr am Haus der Niederlande vorfuhr und aus der Limousine stieg. Er strahlte und winkte den rund 100 Schaulustigen hinter den Absperrungen zu.

Das ist der Höhepunkt. Dieser Tag. Der König. Ganz sicher. Wir haben solange in den Niederlanden gewohnt, aber wir haben ihn nie gesehen. Bep Brouwer
Schaulustige

Doch der König hatte es eilig. NRW-Minsterpräsident Hendrik Wüst und der Oberbürgermeister der Stadt Münster nahmen Willem-Alexander in Empfang und verschwanden dann mit ihm in das Haus der Niederlande.

König Willem Alexander - ein gern gesehener Gast

Schaulustige stehen hinter Absperrung auf dem Bürgersteig und erwarten den König

Schaulustige erwarten König

Das Haus feierte am Donnerstag sein 30-jähriges Bestehen. Willem-Alexander war nicht zum ersten Mal hier. Er hat das Haus sogar eröffnet. Das war 1995, damals zusammen mit dem belgischen Kronprinzen.

Das Haus ist eine wichtige Forschungseinrichtung der Universität Münster. Hier sind das Institut für Niederländische Philologie, das Zentrum für Niederlande-Studien und eine einzigartige Bibliothek zur Geschichte der Benelux-Staaten untergebracht.

Forschungs- und Begegnungsstätte

Haus der Niederlande in Münster

Das Haus der Niederlande in Münster

Das Haus stehe aber auch für die enge Freundschaft, die Deutschland und die Niederlande verbindet. Das betonte NRW-Ministerpräsident in seiner Begrüßungsrede für König Willem-Alexander.

Das ist ein Ort, an dem wir immer noch mehr übereinander erfahren und am gegenseitigen Verständnis arbeiten und damit unsere Zusammenarbeit immer noch enger machen. Hendrik Wüst
NRW-Ministerpräsident (CDU)

"Auch ein bisschen Spaß"

Brustbild von Jacco Pekelder, der Direktor des Zentrums für Niederlande-Studien in Münster

Jacco Pekelder, der Direktor des Zentrums für Niederlande-Studien in Münster

Beim Rundgang durch das Haus präsentierten einige Studierende dem König und seinen Begleitern ihre aktuellen Forschungsarbeiten. Der König wollte alles sehr genau wissen, hakte nach, stellte Fragen. Das freute vor allem auch den Direktor des Hauses, Professor Jacco Pekelder.

"Es war sehr nett, weil er ungeheuer interessiert ist. Und auch relaxed. Also der hat gleich vermittelt, ich komme, um mich zu informieren, aber es darauf auch ein bisschen Spaß machen. Und so war es dann auch", berichtete Pekelder nach dem Besuch des Königs. Der Direktor des Hauses war erleichtert. Bevor der König eintraf, war er ziemlich nervös.

König Willem-Alexander und Bundespräsident Steinmeier in Münster

Aktuelle Stunde 25.09.2025 24:14 Min. UT Verfügbar bis 25.09.2027 WDR Von Christian Schweitzer

Mittagessen mit dem Bundespräsidenten

Etwa 90 Minuten dauerte der königliche Besuch im Haus der Niederlande. Dann fuhr der König weiter, zum Schloss Wilkinghege am Stadtrand von Münster, wo Willem-Alexander mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst zum Mittagessen verabredet war.

Zweite Station: Deutsch-Niederländisches Corps

König Willem-Alexander und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier treffen in der Kaserne des dt-nl Corps in Münster ein.

Ankunft beim Deutsch-Niederländischen Corps

Am frühen Nachmittag ging es dann zum Deutsch-Niederländischen Corps. Auch das feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen, und auch dort freuten sich die Soldatinnen und Soldaten auf den König.

Der nutzte die Zeit, um mit Soldatinnen und Soldaten ins Gespräch zu kommen, mit ihnen über die Bedeutung ihrer Arbeit zu sprechen.

Wichtige Einheit in krisenhaften Zeiten

König Willem-Alexander und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier lassen sich von Soldaten des Deutsch-niederländischen Corps in Münster militärische Geräte erklären.

König und Bundespräsident im Gespräch mit Soldaten

Das Deutsch-Niederländische Corps wurde 1995 in Münster von Deutschen und Niederländern als binationale Einheit gegründet. Es war danach an wichtigen NATO-Einsätzen in Bosnien, Kosovo und Afghanistan beteiligt.

Mittlerweile gehören dem Corps insgesamt zwölf Nationen an. Die Einheit verfügt über ein Hauptquartier, das in der Lage ist, große multinationale NATO-Einsätze mit bis zu 80.000 Soldaten vorzubereiten und durchzuführen.

Zusammenarbeit auch in der Verteidigungspolitik

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nannte das Corps "einen Leuchtturm in der verteidigungspolitischen Zusammenarbeit unserer beiden Länder".

Das deutsch-niederländische Corps zeigt hier mit Soldaten aus Deutschland, den Niederlanden und anderen euroäischen Ländern, was Europa bewirken kann, wenn man geschlossen und entschlossen beieinander steht. Frank-Walter Steinmeier
Bundespräsident

Diesen Gedanken griff der König zum Abschluss seines Besuches in Münster auf. Es sei wichtig zusammenzustehen, "für Frieden und Freiheit". Dass das gelungen sei, nach schweren Zeiten (der König meinte den Zweiten Weltkrieg), sei großartig. "Und eigentlich wollen wir, dass ganz Europa so leben kann wie wir das können."

Polizei sorgte für Sicherheit

Während des Besuchs von König und Bundespräsident war die Polizei in der Innenstadt von Münster stets präsent. Man verfüge über viel Erfahrung mit derartigen Einsatzlagen. Zwischenzeitlich kam es zu kurzfristigen Straßensperrungen in der Innenstadt, insbesondere wenn die prominenten Gäste in ihren Limousinen von einem Ort zum anderen fuhren.

Königlicher Besuch: König Willem-Alexander zu Gast in Münster

WDR Studios NRW 26.09.2025 00:41 Min. Verfügbar bis 26.09.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Reporterin vor Ort
  • König Willem-Alexander
  • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
  • NRW-Staatskanzlei
  • Haus der Niederlande
  • Deutsch-Niederländisches Corps

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