Dem Abschlussbericht zufolge führten mehrere Faktoren zur Schrecksekunde in dem Urlaubsflieger, der beim Landeversuch im Mai 2025 beschädigt wurde. Verletzt wurde niemand. Die 121 Passagiere an Bord konnten wenig später nach einem zweiten Anflug sicher landen.
Anflug zu hoch
Die Ermittler beschreiben einen zu hohen Anflug auf den Flughafen Paderborn/Lippstadt. Um dies auszugleichen, erhöhte die Besatzung die Sinkrate. Kurz vor dem Aufsetzen sei die Maschine dann jedoch zu stark gesunken. Gleichzeitig habe der Wind gedreht. Daraufhin berührte das Heck die Landebahn. Fachleute sprechen von einem sogenannten "Tailstrike".
Piloten steuerten zeitweise gleichzeitig
Der Abschlussbericht kritisiert auch die Abläufe im Cockpit: Demnach übernahm der Kapitän kurz vor dem Durchstartmanöver ohne Rücksprache die Steuerung vom Co-Piloten. Dabei kam es zeitweise zu gleichzeitigen Steuereingaben. Bei diesem sogenannten "Dual input" summieren sich beide Lenkmanöver. Dies führte in Paderborn dazu, dass sich die Nase des Flugzeugs zu stark anhob. Auf WDR-Anfrage erklärte Eurowings, dass sie ihre Piloten nach dem Vorfall für dieses Risiko eigens sensibilisieren.
"Beide Piloten absolvierten ein auf diesen Vorfall zugeschnittenes Simulatortraining. Darüber hinaus wurde das Thema 'Dual Input' auch in die turnusmäßigen Schulungen für alle unsere Piloten aufgenommen." Florian Gränzdörffer, Eurowings-Pressesprecher
Schrecksekunde für die Passagiere
Das harte Aufsetzen des Hecks führte zu einem deutlich wahrnehmbaren Ruck in der Kabine und einem Schrecken bei den Passagieren. Verletzt wurde bei dem Zwischenfall aber niemand. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) klassifiziert das Ereignis als "Störung". In der Systematik der Flugunfalluntersuchung ist diese Kategorie nach einem "Unfall" und einer "schweren Störung" der leichteste Zwischenfall.
Unsere Quelle:
- Bundesamt für Flugunfalluntersuchung (BFU)
Sendung: WDR.de, Heckaufprall von Paderborner Urlaubsflieger aufgeklärt, 11.06.2026, 8:59 Uhr
