Schornsteine in Dörentrup nach zwei Anläufen gesprengt | Video
WDR. 00:38 Min.. Verfügbar bis 21.03.2028.
Turm 1 fiel pünktlich um 13 Uhr – doch Turm 2 machte es spannender als geplant. Der 50-Meter-Schornstein wollte einfach nicht zu Boden fallen. Die Sprengmeister mussten nachlegen und zündeten rund 15 Minuten später ein zweites Mal. Dann klappte es: Auch der zweite Turm stürzte kontrolliert ein. Friso Veldink, Bürgermeister von Dörentrup, verfolgte die Sprengung: "Erst waren wir alle erstaunt, dass der zweite Turm nicht umgefallen ist. Aber dann hat es ja doch noch geklappt. Vielen Dank an die Beteiligten."
50 Schaulustige
Für Dörentrup im Kreis Lippe war die Aktion alles andere als Alltag. Ordnungsamt und Polizei hatten die Sprengung lange vorbereitet, vieles lief im Hintergrund. Der genaue Zeitpunkt wurde bewusst nicht vorab bestätigt, um den Andrang möglichst gering zu halten. Ganz verhindern ließ er sich aber nicht: Rund 50 Schaulustige verfolgten das Geschehen aus sicherer Entfernung, während Feuerwehr, Ordnungsamt und Polizei die Zufahrten weiträumig absperrten.
Spekulationen über Zeitpunkt der Sprengung
Vor der Sprengung wurde der Bereich großräumig abgesperrt.
Schon Tage zuvor wurde in den sozialen Medien über den Termin spekuliert, etwa in der Facebook-Gruppe "Dörentrup, ein Dorf zum Liebhaben". Für die Sicherheit mussten rund 40 Anwohner ihre Häuser vorübergehend verlassen. Auch die B66 wurde zeitweise gesperrt, der Verkehr umgeleitet – rund um das Gelände blieb alles großräumig dicht.
Die Sprengung selbst übernahm eine Spezialfirma, die dafür sorgte, dass die Bauwerke gezielt zur Seite kippen. Mit etwas Verzögerung, aber letztlich erfolgreich, verschwanden beide Türme vom Himmel über Dörentrup.
Stück Industriegeschichte verschwindet
Über Jahrzehnte hatten die Türme der ehemaligen Thonwerke das Ortsbild geprägt. Sie standen für die industrielle Vergangenheit der Region, in der Ton verarbeitet wurde und viele Menschen Arbeit fanden. Die "Dörentruper Feuerfestprodukte" hatte in den vergangenen Jahre ihre Arbeit umgestellt, die Türme wurden nicht mehr benötigt und mussten deshalb abgerissen werden. Damit ist nun ein Stück Industriegeschichte verschwunden. Die Gelände sollen nun anders verwendet werden.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
- WDR-Gespräch mit der Polizei Lippe
- WDR-Gespräch mit der Freiwilligen Feuerwehr Dörentrup
- WDR-Gespräch mit Friso Veldink, Bürgermeister von Dörentrup
Sendung: WDR.de, Zwei Industrie-Schornsteine in Dörentrup gesprengt, 21.03.2026, 16:31 Uhr
