Warnposten Egon Hasse stoppt den nächsten Lastwagen, der hier nicht durchfahren darf
02:34 Min.. Verfügbar bis 16.06.2028.
Da, schon wieder einer! Ein weißer Sattelzug rollt auf Egon Hasse zu. Der Warnposten mit der gelben Weste passt auf: "Ich darf nur die Flagge heben. Dann müsste der Verkehr anhalten. Und wir hoffen, dass das auch passiert." Es klappt, der Brummi-Fahrer wendet im Kreisel, wohl Zähne knirschend. Er muss nun gut zehn Kilometer Umweg fahren.
Bürgermeister Torben Blome spricht mit dem Warnposten Egon Hasse
Hasse ist einer von sechs Warnposten an der Höxterstrasse, die jetzt wechselseitig die Durchfahrt unter der Eisenbahnbrücke bewachen. Er ist selbst Anwohner, freut sich, dass die Lügder jetzt wieder durch die Baustelle fahren können. Zwei Wochen lang war die Straße voll gesperrt, erst seit Freitag ist sie für kleinere Fahrzeuge wieder frei.
Warnpostenlösung kostet Geld
Anwohner Ralf Micklitz hat live mitbekommen, wie zuvor Lkw unter die nur noch 3,50 Meter hohe Brücke fuhren, das Baustellengestell darunter beschädigten und die Arbeiter gefährdeten. "Mit den Warnposten funktioniert es jetzt", sagt Micklitz. "Aber wenn die nur einen Moment nicht aufpassen, würde wieder einer reinfahren!", ist er sich sicher.
"Das ist eigentlich Wahnsinn, aber notwendig!" Torben Blome, Bürgermeister Lügde
Lügdes Bürgermeister Torben Blome sieht es genau so: "Das ist eigentlich Wahnsinn, aber notwendig!", sagt er zu der Warnpostenlösung. Die Kosten für die Warnposten übernimmt die Deutsche Bahn als Bauherr. Doch die Einschränkungen und Umwege für die Lügder waren während der Vollsperrung einfach zu groß. Um die Kosten im Rahmen zu halten, wird nur zwischen 6 und 20 Uhr kontrolliert. Sonst ist die Strecke voll gesperrt, auch sonntags. Weil sich sonst uneinsichtige Brummifahrer irgendwie wieder durchquetschen würden.
Bauarbeiten bis Mitte Juli
Bürgermeister Blome erklärt gerade, was die Sperrung an Einschränkungen für Stadt, Pendler, Schulbusse und den ÖPNV bedeutet hat. "Oh, der ist aber schnell", sagt Blome, als der nächste Lastzug heranrauscht. Warnposten Hasse hebt schnell seine Flagge. Wieder gutgegangen.
Egon Hasse steht als Warnposten vor der Eisenbahnbrücke
Die Männer mit den gelben Westen sind die neuen Helden in Lügde. "Es war toll zu erleben, wie sich die Menschen gefreut haben, dass sie hier wieder fahren durften", sagt Hasse. "Viele sind mit Daumen hoch vorbeigerollt und haben sogar angehalten, um sich zu bedanken." Hasse und seine Kollegen kontrollieren weiter, bis Mitte Juli. Dann sind die Bauarbeiten wohl beendet.
Transparenzhinweis: In einer ersten Version des Textes hieß es, die Warnposten kosten die Stadt Geld. Das ist falsch. Die Kosten für die Warnposten übernimmt die DB InfraGO als Bauherr. Wir haben die entsprechenden Stellen korrigiert und bitten, den Fehler zu entschuldigen.
Unsere Quellen:
- Eindrücke der WDR-Reporterin vor Ort
- Kreis Lippe
Sendung: WDR 2 Ostwestfalen-Lippe, Lokalzeit, 16.06.2026, 09:30 Uhr