Neue Details zu sexuellen Handlungen an Leichen in Bünder Krankenhaus
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Im Fall der mutmaßlichen Leichenschändungen in einem Krankenhaus in Bünde nennt die Staatsanwaltschaft Bielefeld Einzelheiten. Sie wirft einem 39-jährigen ehemaligen Mitarbeiter insgesamt 20 Straftaten vor. Sie hat ihn u.a. wegen Störung der Totenruhe angeklagt.
Der Angeschuldigte aus Hiddenhausen im Kreis Herford soll sich sieben Mal zwischen Juni und Dezember 2025 an Leichen sexuell vergangen haben. Betroffen seien sechs Personen: Fünf Männer und eine Frau. Die Verstorbenen seien alle im Seniorenalter gewesen sagte der Sprecher der Bielefelder Staatsanwaltschaft, Philipp Kalbertodt, dem WDR. Die sexuellen Handlungen habe der Angeschuldigte mit seinem Handy gefilmt. Die Videos seien nach einer späteren Durchsuchung bei ihm sichergestellt worden. Die Leichen lagen während der Taten in der Prosektur, also der Pathologie des Krankenhauses in Bünde.
Videos zeigen Tathergang
Die Kreiskliniken Herford-Bünde hatten im vergangenen Jahr selbst bemerkt, dass in den Räumen der Pathologie in Bünde etwas nicht stimmt. Nach dem ersten Vorfall seien Kameras installiert worden. Darauf war ein maskierter Mann zu sehen, der als ehemaliger Mitarbeiter identifiziert werden konnte. Der Angeschuldigte habe bis zum 30.04.2025 als Reinigungskraft in der Klinik gearbeitet. Wegen eines Verkehrsdelikts mit einem Dienstwagen sei ihm jedoch gekündigt worden. Warum er danach trotzdem noch Zugang zur Pathologie gehabt habe, sei bis heute nicht geklärt.
Vorwurf weiterer Straftaten
Philipp Kalbertodt, Sprecher der Staatsanwaltschaft Bielefeld nennt weitere Details zu dem Fall.
Neben der Störung der Totenruhe ist der 39-Jährige nun auch wegen anderer Straftaten angeklagt worden: Besitz von Kinderpornografie, Hausfriedensbruch (weil er sich unberechtigt Zugang zum Krankenhaus verschaffte), Diebstahl eines Laptops aus dem Schwesternheim und besonders schwere Brandstiftung in zwei Fällen. Dabei soll er mit selbst gebastelten Brandsätzen versucht haben, zwei Autos in seiner Nachbarschaft anzuzünden. Es blieb aber bei geringen Lackschäden.
Schuldfähigkeit wird geprüft
Dem Angeschuldigten drohen mehrere Jahre Haft. Ob er aber überhaupt ins Gefängnis muss, sei noch unklar, sagt Staatsanwalt Kalbertodt. Derzeit werde ein Gutachten zur Schuldfähigkeit des 39-Jährigen erstellt. Davon hänge ab, ob er womöglich sogar dauerhaft in einer geschlossenen Einrichtung untergebracht werde.
Das Landgericht Bielefeld muss nun über die Zulassung der Anklage entscheiden. Der Angeschuldigte sitzt seit dem 24.01.2026 in Untersuchugshaft. Bislang hat er sich laut Staatsanwaltschaft Bielefeld nicht zu den Vorwürfen geäußert.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Staatsanwalt Philipp Kalbertodt
Sendung: WDR2 Ostwestfalen-Lippe, Lokalzeit, 16.04.2026, 13.31 Uhr
