Der Mann aus Hiddenhausen im Kreis Herford soll sich im Lukas-Krankenhaus in Bünde an sieben Toten vergangen haben. Der Tatverdächtige hatte dort jahrelang gearbeitet, offenbar als Reinigungskraft in der Pathologie. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld ermittelt inzwischen auch wegen des Besitzes kinderpornographischer Inhalte gegen den Mann und wegen des Verdachts der versuchten Brandstiftung.
Wurden noch mehr Leichen geschändet?
Der Verdächtige sitzt seit Ende Januar in Untersuchungshaft. Staatsanwaltschaft und Polizei werten Datenträger aus, die bei einer Hausdurchsuchung gefunden wurden, darunter Videos.
Die Ermittler glauben, dass der Tatverdächtige sich 2025 sieben Mal sexuell an Toten vergangen hat. Zunächst war nur von zwei Fällen die Rede. Dass der 39-Jährige auch in den Jahren zuvor Leichen geschändet hat, kann die Staatsanwaltschaft nicht ausschließen, hält das aber für spekulativ.
Maskierte Person in der Pathologie
Die Kreiskliniken Herford-Bünde (KKHB) selbst hatten im Juni und am 30. Dezember 2025 bemerkt, dass in den Räumen der Pathologie in Bünde etwas nicht stimmt. Nach dem ersten Vorfall seien Kameras installiert worden, so das Klinikum.
Auf den Aufnahmen war einen Monat später eine maskierte Person zu sehen. Sie versuchte, in den Leichenraum einzudringen, in dem Menschen liegen, die im Klinikum gestorben sind, bis sie vom Bestatter abgeholt werden. Mitarbeiter identifizierten die Person auf dem Video als eine ehemalige Reinigungskraft. Die KKHB haben reagiert und die Pathologie besser gesichert, unter anderem wurden die Schlösser ausgetauscht.
Unsere Quellen:
- Staatsanwaltschaft Bielefeld
- Kreiskliniken Herford-Bünde
Sendung: WDR 2 Ostwestfalen-Lippe, Lokalzeit, 11.02.2026, 11:31 Uhr