Grüne Steckdose für Westfalen: Ibbenbüren bekommt Großbatterie-Anlage
00:48 Min.. Verfügbar bis 09.02.2028.
Strom von den Nordsee-Windparks speichern, wenn der Wind weht und dann in Westfalen und Ruhrgebiet verteilen, wenn besonders viel gebraucht wird - das ist in aller Kürze die Idee und das Geschäftsmodell der geplanten Großbatterie-Anlage in Ibbenbüren.
"Wir wollen da die grüne Steckdose für uns und das Ruhrgebiet bauen." Marc Schrameyer (SPD), Bürgermeister Stadt Ibbenbüren
Strukturwandel auf ehemaligem Zechengelände
Aus Sicht der Stadt Ibbenbüren ist die Entwicklung des ehemaligen Zechen- und Kraftwerksgeländes das wichtigste Projekt des Strukturwandels. Aus Sicht der Investoren ist es die aktuell größte geplante Anlage dieser Art in NRW.
"Der Wind weht, die Sonne scheint, aber wenn das nicht passiert, brauche ich trotzdem Strom", bringt es Uwe Manteuffel von der Stadt Ibbenbüren auf den Punkt.
Hunderte einzelne Batterien in Containern
Brachfläche auf dem ehemaligen Zechengelände Ibbenbüren
Container voller Batterien, die den Strom automatisch speichern und wieder weiterleiten, sollen das in Ibbenbüren leisten. Hunderte LFP-Batterien, ähnlich der von modernen E-Autos stecken dahinter.
Zwei Mal pro Tag soll so Strom für bis zu 500.000 Haushalte zwischengespeichert werden können, von 1,9 Gigawattstunden Strom ist die Rede. Ferngesteuert. Smart. Auf der Anlage selbst wird niemand arbeiten.
"Ohne Speicher wird es nichts mit Energiewende." Peter Jumpertz, Geschäftsführer GFGBA
Start frühestens im Herbst 2028
Im Herbst 2028 will die Gesellschaft für Großbatterie-Anlagen (GFGBA) damit ans Netz gehen - frühestens. Verzögerungen nicht ausgeschlossen.
2018 wurde in Ibbenbüren die letzte Kohle gefördert, jetzt "wollen wir nach vorne denken", sagt Bürgermeister Marc Schrameyer. Mit dem neuen Industrie- und Gewerbegebiet investiert die Stadt viele Millionen in die Konversion - und hofft auf Gewerbesteuereinnahmen.
Ibbenbüren als Stromstandort
Ein Entwurf des Investors zeigt die zukünftige Großbatterie-Anlage von oben
Zirka 300 Millionen Euro will der Investor am Standort Ibbenbüren in seine Großbatterie-Anlage stecken. Der ehemalige Kohlekraftwerk-Standort im Norden des Münsterlandes hat den Vorteil, dass der Anschluss an das Höchstspannungsnetz schon steht und der Weg zu den Windkraftanlagen an der Nordsee relativ kurz ist.
Auch mit dem lokalen Stromnetz soll die Großbatterie verbunden sein, sodass die Ibbenbürener theoretisch ein Notstromaggregat im Hinterhof hätten. Ibbenbüren als Stromstandort, Steckdose für Westfalen vielleicht.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Peter Jumpertz und Dr. Detlev Ruland, Gesellschaft für Großbatterie-Anlagen mbH
- Gespräch mit Marc Schrameyer, Bürgermeister Stadt Ibbenbüren
- Gespräch mit Uwe Manteuffel, Technischer Beigeordneter Stadt Ibbenbüren
Sendung: WDR.de, Ibbenbüren soll riesigen Batteriespeicher bekommen, 09.02.2026, 16:35 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Münsterland, 09.02.2026, 19:30 Uhr
Sendung: WDR 5, Morgenecho, 10.02.2026, 06:15 Uhr.