Das Wichtigste in Kürze
- Konzernumsatz steigt um 1,6 Prozent
- Trotz enormer Preissteigerungen sind hohe Investitionen geplant
- Umstellung der gesamten Lkw-Flotte auf Bio-Gas
Die Weltlage ist angespannt, die Inflation drückt auf die Stimmung - doch einer der größten Lebensmittelhändler in der Region Ostwestfalen-Lippe fährt eine stabile Jahresbilanz ein. Die Edeka Minden-Hannover mit Hauptquartier in Minden blickt auf ein "insgesamt zufriedenstellendes" Geschäftsjahr 2025 zurück.
12,43 Milliarden Euro Umsatz
Die Bilanz für 2025 zeigt ein robustes Bild: Der Konzernumsatz stieg um 1,6 Prozent auf 12,43 Milliarden Euro.
"Wir haben uns in einem anspruchsvollen Umfeld gut behauptet", erklärt Vorstandssprecher Mark Rosenkranz. Dennoch gehen die weltweiten Krisen nicht spurlos an dem Genossenschaftsverbund vorbei.
Der Preiskampf ist für Supermärkte längst Alltag.
Hoher Kostendruck und intensiver Wettbewerb prägen das Tagesgeschäft. Trotzdem: Für das Jahr 2026 sind Investitionen von rund 684 Millionen Euro geplant - so viel wie noch nie in der Unternehmensgeschichte.
Was bedeutet die Lage für die Verbraucher?
Für die Kunden in NRW und den angrenzenden Bundesländern ist die Lage zweischneidig. Zwar sind die Preise für Lebensmittel zuletzt branchenweit gestiegen, doch Edeka versucht gegenzusteuern: "harte Kostendisziplin" ist das Stichwort. Laut einer Unternehmenssprecherin investiert Edeka massiv in wettbewerbsfähige Preise, teils zulasten der eigenen Marge, um die Kunden spürbar zu entlasten.
Trotz Preisdruck setzt Edeka auf eine Differenzierungsstrategie: In den Märkten wird massiv in Meeresfrüchte-Konzepte wie "die fischwerker" und hochwertige Frischetheken investiert. Rund 300 Millionen Euro flossen 2025 bereits in neue Standorte und Modernisierungen. Insgesamt wurden 187 Märkte auf den neuesten Stand gebracht.
Kritik an Expansionsstil
Diese Expansionskraft stößt jedoch nicht überall auf Zustimmung. Experten der Monopolkommission warnen vor der zunehmenden Konzentration im deutschen Lebensmittelhandel. Edeka gehört zusammen mit Rewe, Aldi und der Schwarz-Gruppe (Lidl/Kaufland) zu jenen vier Riesen, die mittlerweile rund 85 Prozent des Marktes kontrollieren.
Diese enorme Marktmacht könne dazu führen, dass Preissenkungen bei Rohstoffen oft verzögert an die Verbraucher weitergegeben werden, während die eigene Marktposition weiter zementiert wird.
Fokus auf die Region
Ein Schlüsselprojekt für die Versorgungssicherheit in der Region für die Edeka Minden-Hannover ist der Neubau des Logistikzentrums der Produktionstochter Bauerngut in Bückeburg. Seit 2024 entsteht dort für rund 180 Millionen Euro ein Komplex für die Lagerung und Kommissionierung von Fleisch-, Wurst- und Convenience-Produkten. Die Inbetriebnahme ist für Anfang 2028 vorgesehen und soll die Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern.
Unabhängiger von Energiepreisen
Um sich gegen die Schwankungen der fossilen Brennstoffmärkte - oft eine direkte Folge geopolitischer Verwerfungen - zu wappnen, setzt Edeka auf Eigenständigkeit: Bereits 550 der insgesamt 650 Lkw fahren mit Bio-LNG aus erneuerbaren Quellen. Bis zum ersten Quartal 2027 soll die gesamte Flotte umgestellt sein.
Die Edeka Minden-Hannover ist die umsatzstärkste von sieben Regionalgesellschaften im Edeka-Verbund. Ihr Gebiet reicht von der niederländischen Grenze bis nach Brandenburg und umfasst neben Teilen von Ostwestfalen-Lippe auch Niedersachsen, Bremen, Sachsen-Anhalt und Berlin.
Unsere Quellen:
- Pressekonferenz Edeka Minden-Hannover
- Pressemitteilung und Agenturmaterial der Deutschen Presse-Agentur
Sendung: WDR.de, Edeka Minden-Hannover baut weiter aus, 07.05.2026, 13.14 Uhr
