Solinger Supermarktleiter reagiert auf falsch abgelegte Fleischwaren in Regalen
Lokalzeit Bergisches Land. 07.01.2026. 02:56 Min.. Verfügbar bis 07.01.2028. WDR. Von Wolfram Lumpe.
Die Gemütslage von Supermarkt-Betreiber Heiko Wodarz ist irgendwo zwischen frustriert und wütend. Ständig fanden er und seine Mitarbeitenden in den vergangenen Wochen gekaufte und abgepackte Fleischwaren aus der eigenen Frischtheke in anderen Supermarkt-Regalen wieder.
Heiko Wodarz, Supermarktbetreiber
Kunden hatten Salami oder Roastbeef gekauft und dort offenbar versteckt, anstatt an der Kasse zu bezahlen. Für Heiko Wodarz hat das einen einfachen Grund: "Die Kunden haben einfach kein Geld mehr. Das merkt man an allen Ecken."
Fleisch immer teurer
Der Zusammenhang ist für ihn klar: Ein paar Koteletts waren mal günstig zu haben, aber jetzt seien die Preise explodiert: "Da sieht man dann nach dem Kauf, dass es 12,80 Euro sind. Und das ist vielen Menschen zu viel." Also ist dann Verstecken im Regal angesagt - aus Scham. Denn zugeben, dass man sich etwas nicht leisten kann, wer will das schon?
Warnung per Aushang
Aufforderung an Kunden, Wurst und Fleisch nicht einfach in Regalen zu entsorgen
Überall an der langen Fleisch-Theke hängen unübersehbar jetzt Aushänge. Sie haben eine Botschaft an Kunden, denen das Gekaufte plötzlich zu teuer ist. Das "Entsorgen" im Regal sei keine Option. "Seien Sie bitte so fair und bringen Sie die Ware an unsere Theke zurück." Wer erwischt werde, dem drohe Hausverbot.
"Unverschämt und unverantwortlich" findet es eine Kundin, wenn andere wertvolles Fleisch in einem Regal verschwinden lassen. Die Drohung des Marktes findet sie gut. "Denn für die Ware sind Tiere gestorben. Schon das ist doch ein Grund, mit den Lebensmitteln respektvoll umzugehen."
Drohung zeigt Wirkung
Die Vorgehensweise im Solinger Supermarkt ist jetzt so: Wer beim "Ablegen" beobachtet wird - überall im Markt hängen Überwachungskameras - wird angesprochen. Oft, so Heiko Wodarz, käme dann die Reaktion: "Jaja, ich bezahle ihnen das."
Ein Hausverbot habe noch nicht ausgesprochen werden müssen. Überhaupt: Seit die Aushänge den Fleisch- und Wurstverkauf begleiteten, sei die Zahl der Fleisch-Funde in den Regalen merkbar zurückgegangen.
Unsere Quellen
- Supermarktbetreiber Heiko Wodarz
- WDR-Reporter vor Ort
Sendung: WDR Hörfunk, WDR5 - Der Tag um sechs, 07.01.2026, 18:00 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bergisches Land, 07.01.2026, 19.30 Uhr