Der Bielefelder Christopher Street Day (CSD) wirkt eher wie eine große Party. Menschen in knallbunten Outfits, ein Meer aus Regenbogenfahnen und laute Musik. Eine Party, die heute Tausende Menschen feiern. Für sie geht es aber um mehr, als nur einen schönen Tag in der Innenstadt. Sie wollen ein Zeichen setzen, für Vielfalt und Toleranz.
Viele, die heute hier sind, freuen sich darüber, wie viele Menschen gekommen sind. Eine lange Menschenschlange zieht sich durch die Innenstadt. Aus mehreren Umzugswagen dröhnt der Bass. Ganz Bielefeld weiß, dass heute CSD ist. Das ist nicht zu übersehen. Viele sehen ihre Teilnahme heute aber auch als Notwendigkeit an.
"Heute fühlt sich an wie ein Feiertag, das ist toll. Aber der Alltag sieht leider anders aus." CSD-Teilnehmerin Nina
Der Ton ist wieder rauer geworden
Der Umzug durch die Innenstadt war hunderte Meter lang
Grundsätzlich ist die Akzeptanz queerer Menschen in unserer Gesellschaft immer weiter gewachsen. In den vergangenen Jahren wurden die Anfeindungen aber wieder mehr. Das Bundesinnenministerium hat 2025 mehr als 2.000 Straftaten gegen queere Menschen registriert. Das sind 300 mehr als noch 2024. Die Organisatoren fordern auf der Bühne, dass die Errungenschaften der letzten Jahre bezüglich der Toleranz und Akzeptanz verteidigt werden müssen.
Friedliche Demonstration
Einer der größten Umzugswagen
Auf den raueren Ton in der Gesellschaft wird mit einem friedlichen Protest reagiert. Menschen lachen, singen, tanzen. Ein wenig Pyrotechnik wird gezündet. Nennenswerte Zwischenfälle gab es aber laut Polizei keine. Sie schätzt, dass über 10.000 Menschen dabei gewesen sind.
Rathausplatz als Hotspot
Nach dem Umzug feiern die meisten am Rathaus weiter. Kurz vor der Demonstration wurde hier eine Regenbogenfahne von der Oberbürgermeisterin Christiana Bauer gehisst. Ihre Partei, die CDU, verzichtet dieses Jahr auf einen eigenen Stand, nachdem Demonstranten im letzten Jahr CDU-Politiker mit Wasserbomben beworfen haben. Andere Parteien sind vor Ort.
Organisatoren überwältigt
Fabi Müller und Bert-Ulf Prellwitz haben den CSD mitorganisiert. Sie sind fasziniert, dass so viele Menschen gekommen sind, um friedlich zu demonstrieren. Jetzt wüssten sie, dass sich die Planung und Organisation gelohnt habe. Am kommenden Samstag (20. Juni) wird nochmal zusammen in einem Bielefelder Club gefeiert. Der Abschluss des diesjährigen CSD-Programms in Bielefeld.
Unsere Quellen:
- BIEPride e. V.
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
- Bundesministerium des Inneren
Sendung: WDR 2 Ostwestfalen-Lippe, WDR Aktuell, 13.06.2026, 15 Uhr
