Moderator Ralph Erdenberger diskutierte mit (v.l.) Kerstin Vieregge aus dem Verteidigungsausschuss, Gordon Majewski von der Feuerwehr Bielefeld und Konfliktforscher Andreas Zick.
Bereit für die Katastrophe: Wie sich die Zivilgesellschaft verteidigt
Stand:
„Wir sollten uns als Zivilgesellschaft auf jede Form von Katastrophe vorbereiten“, sagt Kerstin Vieregge vom Verteidigungsausschuss. Aber was tun im Ernstfall? Darüber haben die Gäste beim WDR Stadtgespräch in Bielefeld diskutiert.
Gut 100 Menschen sitzen in der Bielefelder Wissenswerkstadt, um zu erfahren, wie sie sich auf Krisen vorbereiten können und was zu tun ist, wenn es ernst wird.
Ein Kurbelradio sollte jeder für den Ernstfall zuhause haben.
Moderator Ralph Erdenberger zeigt direkt zu Beginn, wie sich Radio anhört, wenn der Strom plötzlich weg ist. "Dann wird gekurbelt", sagt er und sein Kollege dreht an einem Kurbelradio.
Den Ernstfall durchdenken
Auf dem Podium diskutieren Gordon Majewski von der Feuerwehr in Bielefeld, Kerstin Vieregge, die aus Lippe im Verteidigungsausschuss im Bundestag sitzt und der Bielefelder Konfliktforscher Professor Andreas Zick. Das Gespräch soll sensibilisieren, nicht verunsichern.
Das Deutsche Rote Kreuz zeigt an seinem Stand, wie man sich vorbereitet. Auf einem Tisch liegen Wasserreserven, Medikamente, Mehrfachstecker und noch vieles mehr. Alles, was die Checkliste des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt. "Das Wichtigste ist, ein gutes Netzwerk zu haben", sagt Landesrotkreuzleiterin Tanja Knopp.
Landesrotkreuzleiterin Tanja Knopp zeigt, was jeder für den Ernstfall zuhause haben sollte.
Feuerwehrchef ruft zu Eigenverantwortung auf
Jeder und jede sollte sich überlegen, was, wenn ich drei Tage keinen Strom und keinen Anschluss an die Außenwelt habe? Eigenverantwortung sei immer wichtig, sagt Feuerwehrchef Gordon Majewski: "Panik brauchen wir nicht, denn unsere Gesellschaft funktioniert und wenn es Probleme gibt, helfen Freunde und Nachbarn."
Bestimmte Groß-Ereignisse könne eine einzelne Feuerwehr aber nicht in den Griff bekommen, sagt Majewski. Unwetterlagen, Stromausfälle, Waldbände - "Wir hoffen Alle, dass die schlimmsten Szenarien nie eintreten werden, aber man sollte zumindest vorbereitet sein", empfiehlt der Feuerwehrchef.
Hilfe untereinander
"Wir brauchen mehr Übungen und die müssen auch finanziert werden", sagt Kerstin Vieregge. In den vergangenen Jahren habe sich schon viel verbessert.
Trotzdem gibt es noch einiges zu tun. Eine Aufgabe, die der Verteidigungsausschuss angehen will: Eine Plattform, um den Austausch von Medikamenten und Blutkonserven zu koodinieren.
Kopf abkühlen hilft
Konfliktforscher Andreas Zick ruft zu Besonnenheit auf. "Den Kopf abzukühlen hilft, um Informationen gut abzuschätzen."
"Resilienz bedeutet Widerstandsfähigkeit" Konfliktforscher Prof. Andreas Zick
Die Gesellschaft müsse resilienter werden. In Ländern, die Krisen kennen, wie die Ukraine oder Israel, sei man dabei weiter.
Erste Ideen im Publikum
Zwischendurch fragt Redakteurin Elke Vieth immer auch im Publikum nach. Besucherin Conny Schlüter hat auch direkt gute Ideen, um sich vorzubereiten: "Ich werde mal Flyer in die Briefkästen von meinen Nachbarn schmeißen, um ein Netzwerk aufzubauen."
Besucherin Conny Schlüter (l.) hat schon erste Ideen, um sich vorzubereiten.
Denn das kam beim Stadtgespräch rüber. Jeder muss etwas tun und sich vorbereiten, damit im Ernstfall keine Panik ausbricht.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporter vor Ort
- Feuerwehr Bielefeld
- Deutsches Rotes Kreuz
Sendung: Wdr 5, Stadtgespräch aus Bielefeld: Wenn der Krieg näher rückt, 22.01.2025, 20.04 Uhr
