Nach dem Stich Anfang November war die Frau mehrere Stunden lang bewusstlos. Nach neun Tagen konnte sie das Krankenhaus wieder verlassen. Unklar ist, ob die Giftattacke Spätfolgen für sie hat. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Ex-Mann versuchten heimtückischen Mord und gefährliche Körperverletzung vor und hat jetzt Anklage erhoben.
Revolverspritze gefüllt mit Pflanzenschutzmittel
Laut Staatsanwaltschaft hat der 41-Jährige keine gewöhnliche, sondern eine sogenannte Revolverspritze benutzt. Damit werden normalerweise Rinder, Schweine oder Geflügel geimpft. Gefüllt war sie mit einem Pflanzenschutzmittel.
Zeugin holt Hilfe und rettet Opfer
Der Mann und seine von ihm getrennt lebende Frau hatten sich getroffen, um über Themen wie Unterhalt und den Umgang mit den gemeinsamen Kindern zu sprechen. Sie saßen im Auto der 36-Jährigen, als der Mann sie plötzlich auf einem Feldweg attackierte.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann u.a. heimtückischen Mord vor
Zufällig bemerkte das eine Passantin, setzte einen Notruf ab und reanimierte das Opfer. Der Mann half zum Schein mit. Seine Ex-Frau befand sich zwischenzeitlich in Lebensgefahr.
"Die bewusstlose Frau konnte durch das beherzte Eingreifen einer Passantin schließlich gerettet werden." Kai Uwe Waschkies, Staatsanwalt Paderborn
Paderborns Landrat hatte die Retterin Mechthild Guyens Ende Januar für ihr couragiertes Verhalten öffentlich ausgezeichnet.
Verhandlung voraussichtlich ab April
Der Tatverdächtige sitzt seit November in Untersuchungshaft. Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft könnte das Landgericht Paderborn ab April gegen den 41-Jährigen verhandeln. Zu den Hintergründen hat er sich bisher nicht geäußert.
Unsere Quellen:
- Staatsanwaltschaft Paderborn
- Pressemitteilung Polizei Paderborn
Sendung: WDR 2 Ostwestfalen-Lippe, Lokalzeit, 13.02.2026, 13:31 Uhr