Die Gewerkschaft Verdi NRW hat die Beschäftigten in rund 30 kommunalen Verkehrsbetrieben für heute zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Betroffen von umfangreichen Auswirkungen sind aber nicht nur zahlreiche Arbeitnehmer.
Besteht trotz Warnstreiks weiter Schulpflicht in NRW?
"Bei im Vorfeld angekündigten Ereignissen wie einem Streik des öffentlichen Nahverkehrs besteht die Verpflichtung zur Teilnahme am Unterricht auch weiterhin", erklärte das NRW-Schulministerium. Eltern müssten dafür Sorge tragen, dass ihre Kinder zur Schule kommen. Sollte einer Schülerin oder einem Schüler der Schulweg im Einzelfall nicht zumutbar sein, handele es sich um entschuldigte Fehlzeiten, hieß es.
Fahren während des ÖPNV-Streiks gar keine Buslinien in NRW?
Wie vorangegangene Tarifkonflikte im Nahverkehr gezeigt haben, kann ein kleiner Teil der Linienbusse in den Streikregionen noch unterwegs sein. Die Busse privater Subunternehmen sind nicht von den Warnstreiks betroffen.
Die kommunalen Verkehrsbetriebe informieren darüber, welche Buslinien in der jeweiligen Stadt oder Region am Warnstreik noch bedient werden können. Sie geben dazu den Fahrgästen Hinweise auf ihren Internetseiten und in Apps.
Ist der Zug während des Streiks eine Alternative?
Alle Jahre wieder: Stillstand durch Warnstreik
Der Bahnverkehr mit Regional- und S-Bahnen in NRW ist nicht vom Warnstreik im kommunalen Nahverkehr betroffen. Die Deutsche Bahn erklärte, dass die Züge ohne Einschränkungen fahren würden. Bei früheren Warnstreiks im kommunalen Nahverkehr waren S-Bahnen eine häufig genutzte Möglichkeit, innerhalb der Großstädte zumindest eine Etappe weit voranzukommen.
Greift die NRW-Mobilitätsgarantie?
Die Verbraucherzentrale NRW weißt darauf hin, dass die NRW-Mobilitätsgarantie eine freiwillige Leistung der Verkehrsunternehmen in Nordrhein-Westfalen ist. Streik ist einer der Ausschlußgründe. Also bekommen Betroffene keine Taxikosten erstattet. Auch die Pünktlichkeitsgarantie einiger Verkehrsunternehmen in NRW greift nicht.
Wozu rät der ADAC Autofahrern während des ÖPNV-Streiks?
Wer mit dem Auto unterwegs ist, sollte zumindest die Stoßzeiten zwischen 7 und 9 Uhr und 16 bis 18 Uhr meiden und sich vorab über die aktuelle Verkehrslage informieren. Denn auf den Haupstrecken wird es zur Rushhour voll werden.
"Es lohnt sich, sehr früh loszufahren. Auch Fahrgemeinschaften können eine Option sein." ADAC-Sprecher Thomas Müther
Welche Ecke sollte man am Streik-Tag vermeiden im Stauland NRW?
Außerdem gibt es für Autofahrer noch zusätzliche Belastungen - wie beispielsweise die Sperrung der maroden Theodor-Heuss-Brücke in Düsseldorf für alle Fahrzeuge über 3,5 Tonnen und für Busse. Denn das bedeutet für tausende Pendler, aber auch für viele Unternehmen in der Region ab sofort deutlich längere Wege. Die Schäden an dem Bauwerk sind laut Stadt deutlich größer als angenommen.
Immerhin: Die A40-Sperrung am Kreuz Kaiserberg wurde am Montagmorgen um 5 Uhr aufgehoben. Doch weitere Teilsperrungen werden in Kürze folgen.
Wie steht's um Fahrrad, Car-Sharing oder Homeoffice während des ÖPNV-Streiks?
"Wenn es die Wetterbedingungen zulassen, empfehlen wir, insbesondere für kürzere Strecken in der Stadt aufs eigene Fahrrad umzusteigen oder Sharing-Angebote zu nutzen", ergänzt Müther. Wie stark sich der Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr auf die Verkehrslage auf den Straßen auswirken wird, hängt laut ADAC entscheidend davon ab, wie viele Arbeitnehmer sich auf den Streik einstellen und gegebenenfalls auch im Homeoffice arbeiten können.
Unsere Quellen:
- Mitteilung der Gewerkschaft Verdi
- Verdi-Sprecherin
- Mitteilung des Kommunalen Arbeitgeberverbands Nordrhein-Westfalen
- Nachrichtenagentur dpa/lnw
- Bisherige WDR-Berichterstattung
Sendung: WDR 2, WDR aktuell, 30.01.2026, 11:00 Uhr