"Wir haben große Bedenken", sagt der Meerbuscher Bürgermeister Christian Bommers (CDU) zu den Umstrukturierungsplänen der Polizei im Rhein-Kreis Neuss. Für ihn fühle sich das Ganze an wie eine Herabstufung der Meerbuscher Polizeiwache.
Viele Bürgerinnen und Bürger hätten ihm berichtet, dass sie sich wegen der Pläne sorgen um die Sicherheit machen. Ähnliche Bedenken kommen aus anderen betroffenen Kommunen, zum Beispiel aus Korschenbroich.
Bleibt Meerbuscher Streifenwagen ein Meerbuscher Streifenwagen?
Was ist passiert? Die Kreispolizei Neuss hat angekündigt, ihre Struktur auf dem Land im Rahmen eines Pilotprojektes verändern zu wollen. Geplant ist, dass die Polizeistreifen künftig ihren Dienst immer in einer größeren Stadt antreten - und von dort ins Einsatzgebiet aufs Land fahren.
Beamte, die zum Beispiel bisher an der Wache in Korschenbroich ihren Dienst antreten, sollen ab März in Kaarst starten. Dasselbe gilt für die Kolleginnen und Kollegen aus Meerbusch. In Jüchen hat das Pilotprojekt bereits begonnen, da starten die Streifenwagen seit November zentral in Grevenbroich.
Die Polizeiwache in Meerbusch
Hintergrund ist, dass das Einsatzaufkommen im Rhein-Kreis Neuss sehr ungleich verteilt ist. Streifenwagen in der Stadt Neuss sind viel ausgelasteter als die auf dem Land. Die Polizei möchte deshalb flexibler werden.
Nach ihren Angaben heißt das aber nicht, dass die Streifenwagen jetzt seltener in ihre eigentliche Gebieten fahren. Ein Meerbuscher Streifenwagen bleibt also ein Meerbuscher Streifenwagen. Wo ist dann der Vorteil für die Polizei? Unter anderem wird durch das Konzept Führungspersonal frei und kann da hin geschickt werden, wo es dringender gebraucht wird.
Bürger machen sich Sorgen
Betroffene Kommunen bleiben dennoch skeptisch. In Meerbusch stand zusätzlich zur Debatte, ob die dortige Wache weiterhin rund um die Uhr besetzt bleiben kann. "Da spart man sicherlich am falschen Ende", sagt dazu eine Passantin in der Nähe des Meerbuscher Rathauses. "Nicht so prickelnd", meint ein anderer. Es gebe doch genügend Einbrüche in Meerbusch.
Immerhin: Die Überlegung, die Meerbuscher Polizeiwache nicht mehr rund um die Uhr zu besetzen, ist zunächst in den Hintergrund gerückt. Zumindest während der Pilotphase bis Ende Mai soll dort weiterhin 24/7 jemand ansprechbar sein.
Politik will sich mit den Polizeiplänen befassen
Meerbuschs Bürgermeister Bommers bleibt aber bei seiner Kritik. Denn wenn die Streifenwagen wie geplant nicht mehr in Meerbusch, sondern in Kaarst starten würden, könne das trotzdem die Struktur vor Ort schwächen.
Meerbuschs Bürgermeister Christian Bommers (CDU)
Bommers hat zwar Verständnis dafür, dass die Polizei vorhandene Kräfte effzient einsetzen muss. Er befürchtet aber, dass die Polizeiführung Kräfte, die in Kaarst starten, leichter mal mal lageabhängig woanders hinschickt als nach Meerbusch. Die Polizei dementiert das.
In Korschenbroich will sich die Politik am Donnerstag mit den geplanten Änderungen befassen, in Meerbusch im Februar.
Unsere Quellen:
- Kreispolizei Neuss
- Sprecherin des Bürgermeisters von Korschenbroich
- Meerbuscher Bürgermeister Christian Bommers
Sendung: WDR.de, Sorge um Sicherheit wegen Polizeiplänen in Neuss, 27.01.2026, 05.50 Uhr
