Telefonbetrüger nutzen Traueranzeige für Schockanruf aus
01:47 Min.. Verfügbar bis 10.06.2028.
Hintergrund ist ein aktueller Fall aus Kranenburg im Kreis Kleve. Eine 83-jährigen Frau bekam einen Schockanruf - angeblich von ihrem Sohn. Er erzählte, er habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht. Dabei soll eine junge Frau gestorben sein und er brauche jetzt Geld für eine fünfstellige Kautionssumme.
Als Unfallursache nannte der angebliche Sohn den kürzlich verstorbenen Vater. Er habe an ihn denken müssen, und sei deshalb abgelenkt gewesen.
Seniorin hatte vor wenigen Tagen ihren Mann verloren
Als die 83-Jährige die vermeintliche Stimme ihres Sohnes hört, fängt auch sie an zu weinen. Denn die Seniorin hatte tatsächlich erst vor wenigen Tagen ihren Mann verloren. Die Geschichte wirkte für sie deshalb sehr plausibel. Der Forderung nach dem Geld kann sie allerdings nicht nachkommen.
83-Jährige hat zu wenig Geld zu Hause
Als die Seniorin am Telefon deutlich macht, dass sie die geforderte Kautionssumme nicht aufbringen kann, verlieren die Betrüger schnell die Geduld und legen auf. Das wiederrum macht die völlig geschockte Kranenburgerin stutzig und sie meldet sich bei der Polizei.
Polizei hält Traueranzeige für Auslöser des Betrugsversuchs
Die Polizei im Kreis Kleve vermutet, dass die Traueranzeige in der Zeitung über ihren verstorbenen Mann die Telefonbetrüger auf den Plan gerufen hat. Dort waren Namen und Traueradresse zu lesen.
Mit diesen Informationen hätten gewiefte Betrüger leichtes Spiel, sagte Stefan Sparberg von der Kreispolizei Kleve. Die Polizei wertet dies als Hinweis, dass die Täter immer gezielter ihre Opfer ausspähen und offensichtlich auch Traueranzeigen auswerten. Der langjährige Polizist bezeichnete die Masche als besonders perfide und schamlos. Auch der Dortmunder Polizei ist diese Masche bereits aufgefallen.
Unsere Quellen:
- Polizei Kreis Kleve
Sendung: WDR.de, Neue Betrugsmasche in Kleve: Traueranzeige für Schockanrufe aus,
10.06.2026, 12.13 Uhr