Mehr als 500.000 Euro Schaden: Prozess um Schockanrufe in Köln
WDR. 00:31 Min.. Verfügbar bis 08.04.2028.
Mehr als 500.000 Euro Schaden: Prozess um Schockanrufe in Köln
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Es geht um eine halbe Million Euro: Die mutmaßlichen Täter sollen Rentner durch Schockanrufe betrogen haben. Zwei der vier Angeklagten sind Mitglieder einer Großfamilie, die schon oft mit Betrug gegen ältere Menschen aufgefallen ist.
Die mutmaßlichen Täter, die auf der Anklagebank sitzen, sollen für die Abholung und den Transport der Beute verantwortlich gewesen sein, sagt die Staatsanwaltschaft Köln.
Es geht um mehr als 500.000 Euro, die ältere Menschen herausgegeben haben. Entweder Geld, Schmuck und auch Goldbarren. Vorher bekamen sie von Hintermännern Anrufe, die Druck ausgeübt haben. Mit der seit Jahren bekannten Masche "Schockanruf".
"Enkel hat tödlichen Unfall verursacht und muss in Haft"
Die Kölner Staatsanwaltschaft sagt, dass Komplizen der Bande sich als Polizisten, Staatsanwälte oder Richter ausgeben und die ausgewählten Senioren anrufen, um sie mit schlimmen Vorfällen aus dem direkten Familienkreis zu konfrontieren.
In einem Fall soll der Enkel einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht haben. Um der Haft zu entgehen, solle nun in bar eine große Summe Geld gezahlt werden.
Staatsanwalt: Geschickte Gesprächsführung
Dabei gaukeln die Täter ihren Opfern Lügen vor: "Ihre Tochter hat eine Mutter von drei Kindern totgefahren", heißt es in der Anklage.
In einem anderen Fall hat eine Stimme am Telefon dem späteren Geschädigten "Papa hilf mir", entgegengerufen, bis der Hörer schnell an ein weiteres Mitglied der Bande weitergegeben wurde.
Rentner Beutel mit Geld entrissen
Zwei der vier Angeklagten sind Mitglieder einer Großfamilie, die schon oft mit Betrug gegen ältere Menschen aufgefallen ist. Im aktuellen Verfahren geht es um einen Gesamtschaden von mehr als 500.000 Euro - so die Anklage.
Zwei Mitglieder einer Großfamilie - die Familie hat schon oft ältere Menschen betrogen
In einem Fall wurde ein Betroffener misstrauisch, als sein Geld abgeholt werden sollte. Der Anklage zufolge hatte der Täter einen Beutel mit 16.000 Euro dem Mann gewaltsam entrissen. Das wertet die Staatsanwaltschaft als Raub. 19 Verhandlungstage sind insgesamt angesetzt.
Immer wieder Appell der Polizei
Die Ermittler sind in Sachen "Schockanrufe" alarmiert. Immer wieder gibt es trotz der Aufklärungsarbeit erfolgreiche Fälle aus Sicht der Täter.
Die Polizei in Köln zum Beispiel rät den Menschen nach solchen Anrufen unbedingt Ruhe zu bewahren, bei den richtigen Angehörigen nachzufragen oder eine Vertrauensperson zu informieren.
Wichtig sei auch, niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen abzugeben.
Unsere Quellen:
- Staatsanwaltschaft Köln
- Polizei Köln
Sendung: WDR.de, Prozess um Schockanruf-Betrug in Köln beginnt, 08.04.2026, 06:00 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, WDR aktuell, 08.04.2026, 12:45 Uhr