Kameras und Künstliche Intelligenz (KI) sollen im Gescheraner Freibad in Zukunft die Aufsicht am Wasser unterstützen und im Notfall blitzschnell reagieren. Mehrere Schwimmbäder in NRW haben ähnliche Systeme bereits erfolgreich im Einsatz, im Münsterland etwa in Ahaus, Everswinkel und Gronau.
Alarm und Infos per Smartwatch am Handgelenk
Der gesamte Beckenbereich in Gescher wird dafür künftig mit Kameras überwacht. Die KI wertet die Bilder live aus und scannt diese auf bestimmte Muster, wie sie Menschen in sich anbahnender akuter Notlage zeigen. Freibadleiter Klaus Brüninghoff sagt: "Wenn ich mich mal umdrehe und ein Pflaster klebe, hat die KI die Becken weiter im Blick."
Freibadleiter Klaus Brüninghoff freut sich auf die Hilfe durch KI, sieht den Job der Schwimmmeister aber nicht in Gefahr.
Über den Alarm einer Smartwatch kann die KI dann die Schwimmmeisterinnen und Schwimmeister gezielt dorthin führen, wo ihre Hilfe benötigt wird. Das System soll die menschliche Überwachung nicht ersetzen, sondern unterstützen.
"Die KI kann aber nicht ins Wasser springen, wird unsere Aufsicht also niemals ersetzen." Klaus Brüninghoff, Leiter Freibad Gescher
"Stilles Ertrinken" oft schwer zu erkennen
Laut der Stadt Gescher ist das auch wichtig, weil viele der rund 60.000 Besucher im Freibad gar nicht richtig schwimmen können. Außerdem seien Eltern häufig durch Smartphones abgelenkt. Besonders tückisch ist das sogenannte "stille Ertrinken": Betroffene in Notlagen bleiben mitunter zu lange unbemerkt.
Nächste Freibadsaison dann mit der KI
Für die Anschaffung greift die Stadt Gescher tief in die eigene Tasche: 110.000 Euro kostet das KI-basierte Frühwarnsystem, plus einige tausend Euro jährlich. Die Masten für die Kameras sollen noch in diesem Jahr installiert werden. Zum Start der Freibadsaison 2027 soll das System dann funktionieren.
Unsere Quellen:
- Stadt Gescher
- Gespräch mit Freibadleiter Klaus Brüninghoff
- WDR-Recherchen zu anderen Schwimmbädern mit KI
Sendung: WDR.de, KI im Freibad Gescher, 30.04.2026, 08.45 Uhr
