Diskussion um Drogenszene am Kölner Neumarkt - Innenminister zu Besuch
00:32 Min.. Verfügbar bis 15.09.2027.
Die Limousinen mit dem Blaulicht auf dem Dach bringen NRW-Innenminister Herbert Reul am Montag direkt in den Kölner Drogen-Hotspot. Empfangen von Noch-Oberbürgermeisterin Henriette Reker und dem Polizeipräsidenten Johannes Hermanns gehen sie einige Schritte. Nicht weit entfernt stehen Abhängige vor dem Eingang des Kölner Drogenkonsumraums am Neumarkt Schlange.
"Gut, dass jemand kommt und sich darum kümmert"
Innenminister Reul begrüßt auch Daniel Niklas. Er ist Geschäftsführer eines Sanitätshauses in direkter Nachbarschaft zum Drogenkonsumraum. Er sagt, dass es gut sei, dass jemand komme und sich kümmere. Die Situation sei nicht mehr in den Griff zu bekommen.
Damit meint er, dass es regelmäßig Probleme mit Abhängigen gebe: Streit, Diebstahl, Unrat vor den Haustüren, Verelendung am Neumarkt und in den Nebenstraßen.
"Solche Probleme in ganz Europa"
Innenminister Reul maßt sich bei seinem Besuch nicht an, nach einem kurzen Rundgang die Situation zu beurteilen. Er sagt aber, dass, was er gehört habe über die Zustände am Neumarkt und dessen Umgebung, ihn erschrecke. Es gebe keine einfachen Lösungen. Viele Städte Europas hätten diese Probleme.
Bezogen auf Köln gibt er der Stadt einen kleinen Seitenhieb mit: "Ich weiß nicht, warum es so schwer ist, so was umzusetzen. Da braucht man stabile, politische Mehrheiten, mit denen man arbeiten kann, und das scheint in Köln manchem schwer zu fallen."
Polizeipräsident für dezentralen Konsumraum
Schon vor Wochen hatte der Kölner Polizeipräsident Johannes Hermanns einen Drogenkonsumraum in Köln-Kalk, unmittelbar vor seinem Polizeipräsidium, ins Spiel gebracht. Der Konsumraum am Neumarkt sei nicht geeignet. Besser sei es, die Szene zu verlagern und einen wichtigen Punkt hinzuzufügen.
Um Beschaffungskriminalität, also Diebstahl oder Raub von Drogensüchtigen, die so ihren Konsum finanzieren, zu verhindern oder zu beschränken, wäre es sinnvoll, Ärzten die Abgabe von Drogen zu ermöglichen.
In Köln sind diese Überlegungen aber erst am Anfang. In Zürich zum Beispiel gibt es schon lange die Möglichkeit, dass Abhängige untereinander Drogen austauschen oder verkaufen.