Ekel-Parkhaus in der Kölner Innenstadt
Lokalzeit aus Köln. 10.07.2025. 03:13 Min.. Verfügbar bis 10.07.2027. WDR. Von Oliver Köhler.
Ein aus Indien stammender Geschäftsmann kommt schwer atmend aus der Tür des Parkhauses. Er hält sich die Hand vors Gesicht. "Das ist erbärmlich. Man kann nicht atmen“. Eine Besucherin aus Rheinland-Pfalz berichtet, dass sie kurz davor war, sich vor Ekel zu erbrechen.
Andere erzählen, dass sie über Menschen hinwegsteigen mussten, die sich gerade einen Schuss gesetzt hatten.
Der Weg aus dem Parkhaus führt durch ein Treppenhaus, in dem es brutal stinkt, vorbei an benutzten Spritzen und Urinlachen, überall klebt Blut an Wänden und auf dem Boden. In Nischen liegen Kothaufen, daneben Kleidung voller Exkremente.
Sicherheitsmaßnahmen des Betreibers greifen nicht
Codekarten-Automat am Parkhaus Cäcilienstraße Köln
Der Betreiber, das bundesweit tätige Parkhausunternehmen Apcoa, räumt ein, dass die Drogenszene das Parkhaus stark verschmutzt und dass es hier Verbrechen gibt. Deshalb kämen jetzt nur noch Kunden mit einer Codekarte in das Gebäude. Die Zufahrten seien mit doppelten Rollgittern gesichert, damit Drogenabhängige nicht in das Parkhaus gelangen können.
Allerdings haben wir bei mehreren Besuchen beobachtet, dass die Rollgitter an der Haupteinfahrt ständig offenstehen. Niemand verhindert, dass Unbefugte in das Parkhaus gelangen. Personal ist weit und breit nicht zu sehen.
Einfahrt Parkhaus Cäcilienstraße Köln
Stattdessen breitet sich auch auf dem Parkdeck Gestank aus. Viele Stellplätze dienen offenbar als Toiletten. Zwischen Fahrzeugen spritzen sich Abhängige Drogen. Die Reste des Konsums lassen sie liegen. Das untere Parkdeck wurde inzwischen gesperrt, offenbar sieht es dort noch schlimmer aus. Laut Betreiber wird das Parkhaus mehrmals täglich gereinigt. Ein Sicherheitsdienst passe auf die Kunden auf. Besucher des Parkhauses wollen das nicht glauben.
Angeblich Sicherheitskräfte im Einsatz
"Ich habe hier noch nie eine Sicherheitskraft gesehen“, sagt eine Autofahrerin. Sie nutzt das Parkhaus, wenn sie beruflich in der Innenstadt zu tun hat, "aber nur wenn ich sonst keinen Platz finde". Ein Rentner nickt "nein, Sicherheitspersonal habe ich hier auch noch nicht gesehen“.
Der Betreiber erklärt, dass er mit seinen Maßnahmen die Drogenprobleme am Neumarkt nicht beheben könne. Das Unternehmen sei auf die Zusammenarbeit mit Ordnungsbehörden und Politik angewiesen. Zitat: "Ziel muss es sein, die strukturellen Ursachen dieses Problems in der Kölner Innenstadt zu lösen."
Stadt Köln will jetzt Druck auf Betreiber machen
In anderen Städten habe das funktioniert. Das Ordnungsamt der Stadt Köln nach den Berichten über das Ekel-Parkhaus jetzt eine Bestandsaufnahme in dem Gebäude machen und den Betreiber mit geeigneten Maßnahmen auffordern, für Abhilfe zu sorgen.
Unsere Quellen:
- Stadt Köln
- Pressesprecher Apcoa
- Gespräche mit Parkhausbesuchern