Dortmund und Köln gehen gegen Dumpingpreise bei Uber vor
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Egal, ob man mit dem Taxi, Uber, Bolt und Co fährt: Der Preis soll in Dortmund der Gleiche sein. Das soll Taxifahrer schützen. Es gibt aber ein Schlupfloch, um weiter preiswert fahren zu können. Auch in Köln sind die Dumpingpreise von Mietwagenanbietern Thema - doch hier geht man einen anderen Weg.
In Dortmund soll es in Zukunft egal sein, ob Fahrgäste ein Taxi, einen Uber oder einen Bolt-Wagen bestellen. Alle sollen dasselbe kosten. Nachdem das Thema kurzfristig aus der heutigen Tagesordnung des Dortmunder Stadtrates rausgeflogen ist, soll der Rat hierzu in der nächsten Sitzung Ende Mai eine Entscheidung treffen. Dortmund schließt sich damit einer Regelung an, die schon seit Anfang des Jahres in Essen gilt.
Der Gesetzgeber gebe die Möglichkeit, dass für Mietwagenanbieter (also Wagen, die über Uber oder Bolt bestellt werden) derselbe Tarif wie für Taxis gelte, weil sie eine ähnliche Dienstleistung erbringen würden, erklärt der Dortmunder Baudezernent Arnulf Rybicki (CDU): "Das machen wir hier in Dortmund, um einer Ungleichbahndlung und einem Verdrängungswettbewerb entgegen zu wirken".
Köln setzt auf Mindestbeförderungsentgelte
So weit wie die Dortmunder will die Stadt Köln offenbar nicht gehen, doch auch hier ist das Thema Dumpingpreise bei Mietwagenanbietern groß. Die Kölner Stadtverwaltung will die Unternehmen deswegen zukünftig zu Mindestbeförderungsentgelten verpflichten. Konkret heißt das: Künftig dürfen Fahrten mit Mietwagen in Köln höchstens ein Fünftel billiger sein als der reguläre Kölner Taxitarif. Die Stadt will diese neue Regelung nach der nächsten Sitzung des Stadtrates verkünden.
Immer weniger Taxis in Dortmund
Dortmund hat den Verdrängungswettbewerb rund um die Mietwagenbranche in einer Studie belegt. Danach ist die Zahl der Taxis in den vergangenen zehn Jahren um ein Viertel gesunken, die Zahl der Mietwagenunternehmen ist dagegen um 72% gestiegen. Insbesondere seit 2023, seit Uber Autos vermittelt. Sozial- und Lohndumping müssten jetzt nicht mehr stattfinden, so Rybicki.
Das hat zur Folge, dass Uber und Bolt erheblich teurer werden. Zumal die Taxitarife gleichzeitig erhöht werden. Taxen werden tagsüber etwa zwölf Prozent teurer, in der Nacht um fünf bis sechs Prozent. Kritik an den gestsiegenen Preisen und dass sich manche Menschen dann vielleicht keine Beförderung mehr leisten können, weist Rybicki zurück: "Ich denke, dass die Fahrgäste das ihren Fahrern gönnen können."
Schlupfloch: Vorbestellung macht individuellen Preis möglich
Laut Rybicki sind nur "taxiähnliche Dienstleistungen" betroffen. Das eröffnet Kunden ein Schlupfloch. Die Tarifgleichheit gilt nämlich nicht für vorbestellte Wagen. Wer also beispielsweise ein Uber bestellen will, der ihn von einer Geburtstagsfeier abholt, muss den Uber-Fahrer eine Stunde bevor er die Party verlassen will anrufen. Wer einen Wagen eine Stunde oder länger vor Abfahrt bestellt, kann seinen Tarif wieder selber aushandeln. Der Fahrer muss sich nur an Taxitarife halten, wenn Kunden ihn an der Straße ranwinken und sofort transportiert werden wollen.
Essen hat bereits Anfang des Jahres eine ähnliche Regelung wie Dortmund eingeführt. Dort haben bereits mehrere Uber-Fahrer und auch eine der betroffenen Firmen Uber und Bolt Klagen eingereicht. Das könnte Essen, aber auch Dortmund noch vor Probleme stellen. Laut Gerichtssprecher Dr. Christoph Kuznik handelt es sich in zwei Fällen um ein Eilverfahren.
Klagen könnten Essen und Dortmund stoppen
Ziel dieses Verfahrens ist es, die Essener Regelung umgehend außer Kraft zu setzen. Haben die Kläger Erfolg, müsste Essen zumindest vorerst auf das Mindestbeförderungsgeld verzichten. Dann müssen möglicherweise erst alle gerichtlichen Instanzen entscheiden, ob die Gleichsetzung von Taxis mit Mietwagen rechtlich in Ordnung ist oder nicht.
Unsere Quellen:
- Reporter vor Ort bei Pressekonferenz der Stadt Dortmund
- Arnulf Rybicki, Baudezernent der Stadt Dortmund
- Norbert Dahmen, Ordnungsdezernent der Stadt Dortmund
- Dr. Christoph Kuznik, Richter Verwaltungsgericht Gelsenkirchen
- Stadt Köln
Sendung: WDR.de, Taxi und Uber sollen in Dortmund dasselbe kosten, 04.03.2026, 06:00 Uhr
Sendung: WDR.de, Köln geht gegen Dumpingpreise bei Mietwagenfirmen vor, 06.03.2026, 08:20 Uhr
