Umweltskandal Kreis Heinsberg: Millionenkosten drohen

Lokalzeit aus Aachen 25.08.2025 05:10 Min. Verfügbar bis 25.08.2027 WDR Von Thomas Wenkert

Umweltskandal Kreis Heinsberg: Millionenkosten drohen

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Das in Selfkant-Tüddern an der deutsch-niederländischen Grenze illegal entsorgte Erdmaterial ist hochgradig verseucht. Das bestätigen jetzt Ergebnisse erster Proben. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima (Lanuk) hat unter anderem Zink, Chrom, Kupfer und Altöl nachgewiesen.

Von Thomas Wenkert

Insgesamt lagern auf der Fläche in Selfkant-Tüddern rund 30.000 Kubikmeter Material. Bisher, so der Kreis, hätten Proben ergeben, dass das Grundwasser nicht belastet worden sei. Aber, so die Kreisverwaltung weiter, die Gefahr bestehe, wenn in Zukunft Schadstoffe mit dem Regen ins Erdreich gelangen. Denn der riesige Haufen ist noch immer nicht mit einer wasserundurchlässigen Plane abgedeckt.

Gefährliche Arbeiten 

Zwar wurde mit den Arbeiten vor einigen Wochen begonnen, doch diese mussten jetzt gestoppt werden. Bei Baggerarbeiten waren Faulgase wie Methan und CO₂ ausgetreten. Dem Baggerfahrer wurde übel.

Deshalb muss jetzt der Bagger mit einer luftdichten Kabine ausgestattet werden. Außerdem sollen die Arbeiter in Zukunft Schutzanzüge tragen. Messstellen sollen überwachen, ob weiteres Gas austritt. 

Unternehmen offenbar pleite

Verantwortlich für den Umweltskandal soll ein Erkelenzer Unternehmen sein. Gegen das ermittelt auch die Dortmunder Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Umweltdelikte. Die Ermittler vermuten, dass das Unternehmen Teil eines organisierten kriminellen Netzwerks ist.

Der Kreis Heinsberg befürchtet jetzt, dass er auf den Kosten für eine fachgerechte Entsorgung sitzen bleibt. Und die könnten, nach Aussage der Kreisverwaltung, schnell in den zweistelligen Millionenbereich gehen.

Bürgerversammlung geplant

Erste Pfändungen bei dem Unternehmen hätten gezeigt, dass die Konten fast leer sind, und alleine die Abdeckung des Erdmaterials in Selfkant-Tüddern verschlingt knapp 330.000 Euro.

Und auch in Erkelenz und in Wassenberg-Orsbeck wird vermutet, dass das Unternehmen illegal Erdmaterial entsorgt hat. Hier stehen die Untersuchungen aber erst am Anfang. Landrat Stephan Pusch (CDU) will sich am 25. August auf einer Bürgerversammlung in Selfkant-Tüddern zu dem Umweltskandal äußern.  

Umweltskandal Kreis Heinsberg: Millionenkosten drohen

WDR Studios NRW 08.08.2025 00:29 Min. Verfügbar bis 08.08.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Kreisverwaltung Heinsberg
  • Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Umweltdelikte Dortmund
  • Landesamt für Natur, Umwelt und Klima (Lanuk)

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