Das gerettete Dorf Kuckum von oben

Das gerettete Dorf Kuckum von oben.

Startschuss für die Zukunftsdörfer: Millionen fürs Rheinische Revier

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Keyenberg, Kuckum, Ober- und Unterwestrich sowie Berverath sollen zu Zukunftsdörfern entwickelt werden. Land, Stadt und RWE haben am Dienstagabend in Erkelenz eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet.

Von Thomas Wenkert

"Die Bagger bleiben fern, das Herz bleibt hier – zusammen gestalten wir das Rheinische Revier", erklärte NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU) bei der Unterzeichnung. Die Vereinbarung sei ein wichtiger Meilenstein für die Entwicklung der Zukunftsdörfer.

Denn die Herausforderungen sind groß: Die Straßen müssen saniert werden, wohl auch das Kanalsystem. Außerdem wünschen sich die Bewohner endlich ein schnelleres Internet.

Bausubstanz wird überprüft 

Scharrenbach spricht von einer umfassenden Aufgabenstellung. Erst einmal müssen die Häuser und die Baudenkmäler untersucht und dann entschieden werden, welche stehenbleiben können und welche aufgrund einer schlechten Bausubstanz abgerissen werden müssen.

Die Kirche von Keyenberg, knapp 500 Meter entfernt vom Braunkohletagebau Garzweiler.

Keyenberg ist eines von fünf erhaltenen Dörfern.

Außerdem sind auch Neubauten geplant. Alleine die Stadt Erkelenz geht davon aus, dass für die fünf Ortschaften eine neue Schule, eine neue Kindertagesstätte sowie eine Feuerwache gebaut werden müssen.

Städtebauliches Entwicklungskonzept 

Der Erkelenzer Bürgermeister Stephan Muckel brachte es am Dienstagabend auf den Punkt: "Das Ziel ist eine zügige, qualitätsvolle Revitalisierung." Aber auch die Bewohner haben Wünsche.

Britta Kox aus Beverath steht in ihrem Garten

Britta Kox hat mit Erfolg für den Erhalt ihres Dorfes gekämpft.

So wie die 53 Jahre alte Britta Kox aus Berverath. Sie hofft auf finanzielle Unterstützung, um auch ihr Haus klimaneutral umzubauen. Wie auch die Stadt haben viele Hauseigentümer nicht mehr in ihr Eigenheim investiert, weil sie davon ausgegangen sind, dass ihr Haus dem Braunkohletagebau Garzweiler II weichen muss.

Betroffene fordern Planungssicherheit 

Derzeit leben in den fünf Alt-Dörfern rund 600 Menschen, viele sind Geflüchtete aus der Ukraine. Norbert Winzen wohnt in Keyenberg. Er hofft auf schnelle Antworten der Stadt, auf die dringendsten Fragen: Wie will man die Orte wieder attraktiver machen? Was erwartet Menschen, die hier hinziehen wollen?

Bisher gibt es in den Orten keine Geschäfte, keine Kneipe und auch keinen geregelten Busverkehr. 

Dorfgemeinschaft hat Ideen 

Ideen haben die Menschen vor Ort. Die alten Kirchen, so David Dresen, ein Sprecher der Dorfgemeinschaft, könnten zum Beispiel für Kulturveranstaltungen genutzt werden. Er hat viele Träume, unter anderem eine Bar am späteren See, der so groß sein wird wie 3.000 Fußballfelder.

Was die Menschen in den alten Orten aber nicht möchten: nur Tourismus. Die charakteristische Identität der Dörfer, das hat auch Ministerin Scharrenbach gesagt, soll erhalten bleiben.

Unsere Quellen:

  • Bürgermeister Stephan Muckel, Erkelenz
  • NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach
  • Dorfbewohnerin Britta Kox
  • David Dresen, Sprecher der Dorfgemeinschaft

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