Die Kirche von Keyenberg, knapp 500 Meter entfernt vom Braunkohletagebau Garzweiler.

Wohnen am Tagebau: Häuserverkauf in Garzweiler-II-Dörfern startet

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Die ersten Häuser und Grundstücke in den fünf geretteten Garzweiler II-Dörfern sollen im Juli auf den Markt kommen. Die Stadt Erkelenz, RWE und das Land NRW haben für den Verkauf ein Konzept entwickelt und es jetzt vorgestellt.

Von Thomas Wenkert

Es geht um Grundstücke und Häuser in den alten Ortschaften Keyenberg, Kuckum, Ober- und Unterwestrich sowie Berverath. Diese Orte müssen nach dem beschlossenen Kohleausstieg 2030 nicht mehr den Baggern weichen.

Erste Angebote u. a. an frühere Bewohner

Der RWE-Konzern wird die Grundstücke an private Interessenten verkaufen. Das Unternehmen besitzt knapp 90 Prozent der Grundstücke und Häuser in den alten Orten Keyenberg, Kuckum, Ober- und Unterwestrich sowie Berverath.

Als erstes sollen frühere Bewohner und in Erkelenz berufstätige Menschen die Möglichkeit zum Kauf erhalten. Angeboten werden Häuser in jenen Dorfbereichen, für die es kein besonderes Entwicklungskonzept gibt.

Wohnen am Tagebau: Häuserverkauf in Garzweiler-II-Dörfern startet

WDR Studios NRW 13.05.2025 00:46 Min. Verfügbar bis 13.05.2027 WDR Online


Marktgerechte Konditionen für Hauskauf

Eines ist aber auch klar: Vorteilspreise für Erkelenzer wird es nicht geben. Häuser und Grundstücke würden nach marktgerechten Konditionen verkauft, sagt die Stadt. Den Verkaufswert ermittelt ein unabhängiger Gutachter.

Das gerettete Dorf Kuckum von oben

Das gerettete Dorf Kuckum

Dabei wird keine Rolle spielen, dass manche Häuser irgendwann in Seelage liegen. Denn bis es so weit ist, wird es wohl noch Jahrzehnte dauern. Auswärtige Interessenten erhalten erst später eine Kaufmöglichkeit.

Bei einigen Häusern bleibt nur der Abriss

Einige Häuser müssen aufgrund ihres baulichen Zustandes abgerissen werden. Derzeit leben in den fünf Ortschaften mehr als 600 Menschen, darunter viele Geflüchtete aus der Ukraine.

Stadt Erkelenz kauft nicht im großen Stil

Die Stadt Erkelenz wird einen anderen Weg gehen als die Gemeinde Merzenich am Braunkohletagebau Hambach. Die Gemeinde hatte die Grundstücke für rund 37 Millionen Euro vom RWE-Konzern gekauft, um sie in Erbpacht an Interessenten abzugeben. Erkelenz hingegen wird nicht im großen Stil Flächen kaufen, um diese zu vermarkten.

Die Stadt plant, nur Grundstücke für wichtige Bauprojekte zu kaufen – wie eine Schule, einen Kindergarten oder eine Feuerwache. Für die Revitalisierung der alten Garzweiler-Dörfer stehen der Stadt rund 210 Millionen Euro aus dem Braunkohle-Topf zur Verfügung.

RWE will sich schnell zurückziehen

Auch der Zweckverband Landfolge Garzweiler wird Flächen für seine Projekte kaufen. Unter anderem ist die Internationale Gartenausstellung 2037 am Tagebau Garzweiler II geplant.

Der RWE-Konzern will sich so schnell wie möglich aus den Dörfern zurückziehen. Vorher könnte er mit dem Verkauf von Häusern und Grundstücke aber noch viel Geld verdienen.

Unsere Quellen:

  • Stadt Erkelenz
  • Reporter vor Ort

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