Vorbereitungen auf Castor-Transporte in Ahaus - Bürger üben Widerstand
03:03 Min.. Verfügbar bis 20.03.2028.
Vorbereitungen auf Castor-Transporte in Ahaus - Bürger üben Widerstand
Stand:
Die geplanten Castor-Transporte nach Ahaus bleiben hochumstritten. Das wurde bei einer Bürgerinfo im Vorfeld deutlich.
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Zu den Kommentaren [2]Anfang kommender Woche dürfte der erste Castor-Transport von Jülich aus ins münsterländische Ahaus rollen. Voraussichtlich Dienstag ist es so weit.
Es sind die ersten Schwertransporte der insgesamt 152 Castoren, die vom Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus gebracht werden sollen.
Polizei bereitet sich auf Störer vor
Anti-Atom-Initiativen haben für den Tag Mahnwachen und Demos angekündigt. Mit einem Grossaufgebot will die Polizei Störaktionen entlang der etwa 170 km langen Strecke zwischen Jülich und Ahaus unterbinden.
Es ist gerade schwer einzuschätzen, wie viel Potential es gibt. Was bisher in Ahaus an Protestpotential war, ist klar bürgerliches Protestpotential, was nicht geeignet ist irgendwelche Blockadeaktionen zu machen. Patrick Schlüter, Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP)
Die genaue Route der Lkw will die Polizei aus Sicherheitsgründen nicht nennen. Bisher habe sich die Polizei laut der Gewerkschaft aber vorbildlich vorbereitet.
Schwarzer Block könnte erscheinen
Doch heftiger Protest wird zumindest von der Bürgerinitiative "kein Atommüll in Ahaus" erwartet, wie Felix Ruwe erklärt: „Wir werden versuchen den Transport vor Ahaus zum Stoppen zu bringen. Mit Beten, Tanzen und Singen, kommt man nicht weiter."
Auch die mögliche Unterstützung durch den berüchtigten „schwarzen Block“ begrüßt er. Ruwe engagiert sich seit vier Jahrzehnten in der Anti-AKW Bewegung. Ziel sei es, den Transport der Castoren massiv zu stören und bestenfalls die Ankunft der LKW noch vor Ahaus zu verhindern.
Ahauser Bürger gegen die Transporte
Ungewollten Applaus für das zuständige Bundesamt BASE, das die Castortransporte genehmigt hat, gab es auf einer Informationsveranstaltung am Donnerstag. Gerade hatte ein Sprecher erklärt, dass viele die Atommüllverlagerung für sinnlos und gefährlich halten. Die Gegner stimmen spontan lautstark zu. Die Behörde sieht das aber anders.
Castortransporte nach Ahaus: Zoff auf Bürgerinfo-Veranstaltung
WDR. 06:13 Min.. Verfügbar bis 11.03.2028.
Sie können davon ausgehen, dass die Transporte zeitnah stattfinden. Beate Kallenbach-Herbert, JEN Jülich
Infos aus erster Hand: Beate Kallenbach-Herbert von JEN Jülich
Hunderte Menschen nutzten die Gelegenheit, sich im Ratssaal in Ahaus oder per Livestream zu informieren und Fragen zu stellen. Zum genauen Termin oder der Transportroute konnten sie nichts erfahren. Aber zum Thema Sicherheit.
Die Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen erklärte, die Strahlung der Castorbehälter liege unterhalb der natürlichen Hintergrundstrahlung. Beispielsweise müsse man sich schon 20 Stunden direkt an einen solchen Behälter lehnen, um die gleiche Belastung zu haben, wie bei einem New-York-Flug.
Vorwürfe an Expertenrunde
Schon vor der Bürgerinfo demonstrierten viele Ahauser gegen die Castortransport.
Gegner der Atom-Transporte stellten die Sicherheit dennoch im Detail in Frage und sparten auch nicht an grundsätzlicher Kritik. Einige unterstellten den Vortragenden gar Lügen. Es ging um die Frage, ob Alternativen zur Verlagerung der Brennelemente nach Ahaus wirklich ausreichend geprüft wurden.
Route muss Schwerlast-tauglich sein
Die Demonstranten Ahaus vor dem Rathaus.
Einige Zahlen zu den Transporten: Bis zu drei Schwertransporte mit jeweils einem Castor-Behälter könnten gemeinsam auf die 170 Kilometer lange Strecke von Jülich nach Ahaus gehen. Die Gefährte sind jeweils dreißig Meter lang und wiegen je 130 Tonnen. Die Atommüllbehälter sind jeweils 2,7 Meter hoch.
In jedem Behälter lagern maximal 1.900 Kugelbrennelemente aus dem ehemaligen Forschungsreaktor Jülich. Die Kugeln selbst haben in etwas die Größe eines Tennisballs und lagern teils schon seit Mitte der 90er Jahre in den Castoren.
Genehmigung gilt zunächst für zwei Jahre
Die Transporte von Jülich nach Ahaus wurden im August 2025 genehmigt. Das ist zunächst auf zwei Jahre befristet. Es sind also relativ viele Transporte in kurzer Zeit nötig, um die 152 Castorbehälter von Jülich nach Ahaus zu bringen. Das Lager in Jülich muss bereits seit vielen Jahren geräumt werden.
Unsere Quellen:
- Reporter vor Ort
- BGZ Ahaus
- JEN Jülich
- Bundesamt Base
- Bürgerinitiativen
Sendung: WDR Fernsehen Lokalzeit Münsterland, 19.03.2026, 19:30 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen Lokalzeit Münsterland, 20.03.2026, 19:30 Uhr
2 Kommentare
Kommentar 2: Guillaume schreibt am 20.03.2026, 13:15 Uhr :
Für den Castortransport von Jülich nach Ahaus vermag ich noch Verständnis aufzubringen. Absolut inakzeptabel ist jedoch ein Transport von Atommüll aus dem Forschungsreaktor München II nach Ahaus. Der soll gefälligst in Bayern bleiben,; dieses Bundesland ist schließlich groß genug. Warum muss eigentlich NRW immer den Müll (z.B. Gülle aus den Niederlanden, Atommüll aus Bayern) aufnehmen? NRW ist doch nicht die Latrine der Nation! Das gleiche bei Windrädern. Strom möchte Bayern schon haben, aber Windräder ??? Wird höchste Zeit, dass NRW hier einmal klare Kante zeigt. Dafür bräuchte man aber Landespolitiker mit Rückgrat! Leider kann ich bis heute keine erkennen!
Kommentar 1: Anonym schreibt am 20.03.2026, 10:56 Uhr :
einfach nur absolut unnötiger Wahnsinn dieses Transportvorhaben