Menschen sitzen sich in einem Saal gegenüber, einige heben die Hände. In Hintergrund eine Leinwand auf der "Regionalverband Ruhr" steht.

Ruhrwahl: SPD bleibt stärkste Kraft - knapp gefolgt von der CDU

Stand:

Die SPD und die CDU bleiben im Ruhrparlament weiter vorne. Neu ist: Die AfD landet auf Platz 3. Danach folgen die Grünen.

Von Janina Amrath & Rainer Striewski

Vorne hat sich nicht viel getan: Die SPD bleibt mit 28,25 Prozent stärkste Kraft im Ruhrparlament - das ist nur 1 Prozentpunkt weniger als 2020. Danach folgt die CDU mit 25,68 Prozent - sie hat im Vergleich zur letzten Ruhrwahl rund eineinhalb Prozentpunkte verloren.

Die größten Abweichungen gibt es bei den Grünen und der AfD. Die Grünen haben ihre Wählerschaft fast halbiert: Sie liegt jetzt bei 11,23 Prozent. Die AfD hingegen ist von 7,06 in 2020 auf 18,68 Prozent aufgestiegen.

FDP ist raus - Linke legt leicht zu

Eine Grafik mit Wahlergebnissen. Balken in absteigender Reihenfolge: Rot, schwarz, blau, grün, lila, gelb. Am Ende ein hellgrauer etwas größerer Balken.

Die FDP kommt nur noch auf 2,13 Prozent und ist damit nicht mehr dabei - nur Parteien die mehr als 2,5 Prozent der Stimmen erhalten, dürfen ins Ruhrparlament einziehen.
Die Linke ist weiterhin dabei und hat mit 5,84 Prozent fast zwei Prozentpunkte zugelegt.
Andere kleinere Parteien sind wie die FDP an der 2,5-Prozent-Hürde gescheitert.

Insgesamt waren 17 Parteien zur Wahl angetreten. Die 91 Sitze des Ruhrparlaments verteilen sich nun wie folgt: 29 Sitze für die SPD, 26 für die CDU, 19 für die AfD, 11 für die Grünen, und 6 für die Linke.

Farbige Punkte zeigen an, wie die Sitzverteilung im Ruhrparlament nach der Wahl 2025 ist und nach der Wahl 2020 war.

Die Wahlbeteiligung ist von rund 47 auf rund 54 Prozent gestiegen. Das hängt mit der gestiegenen Wahlbeteiligung bei den Kommunalwahlen zusammen, da das Kreuzchen für das Ruhrparlament im gleichen Wahlgang gemacht wird.

Stichwahlen haben Auswirkungen auf Kommunalrat

Auch die Kommunalwahlen haben eine direkte Auswirkung auf den Regionalverband Ruhr. Aus den Oberbürgermeistern und Landräten setzt sich der Kommunalrat zusammen. Er ist ein Bindeglied zwischen den Städten und Kreisen und dem RVR.
Von den 15 Mitgliedern des neuen Kommunalrats im RVR sind allerdings erst drei klar: Frank Dudda aus Herne, Mario Löhr aus dem Kreis Unna und Marc Herter aus Hamm. Alle anderen Oberbürgermeister und Landräte im Ruhrgebiet müssen noch per Stichwahl bestimmt werden.

Geschichte des Ruhrparlaments: Eine eigene Vertretung fürs Ruhrgebiet

Regionalverband Ruhr

Der Regionalverband Ruhr (RVR) in Essen. Hier tagt auch das Ruhrparlament.

Das Ruhrparlament gibt es seit mehr als 100 Jahren - und damit länger als den NRW Landtag. Es vertritt die Kommunen des Regionalverbands Ruhr. Dazu zählen: Der Ennepe-Ruhr-Kreis, die Kreise Recklinghausen, Unna und Wesel sowie die kreisfreien Städte Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Hamm, Herne, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen.

Seit 2020 werden die Parteien im Ruhrparlament von den Bürgerinnen und Bürgern gewählt - davor hatten Stadträte und Kreistage die Vertreterinnen und Vertreter des Ruhrparlaments bestimmt. Das Ruhrparlament hat 91 Sitze. Die Parteien und Wählergruppen erhalten so viele Sitze, wie ihnen im Verhältnis der Stimmenzahl zustehen.

Anfänge des Regionalverbands Ruhr

Anfang des 20. Jahrhunderts wachsen die Städte in NRW rasant, besonders im Ruhrgebiet. Schon früh erkannten damals Politik und Wirtschaft, dass sie ihre Kräfte bündeln sollten, um mehr zu erreichen. So entstand bereits vor über 100 Jahren die Idee eines regionalen Verbands für das Ruhrgebiet, um als starke Einheit gegenüber der Reichsregierung und anderen politischen Instanzen aufzutreten.

1920 wurde der Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk (SVR) gegründet, der heutige Regionalverband Ruhr (RVR). Ihm gehören mittlerweile elf Städte und vier Kreise im Ruhrgebiet an: insgesamt 53 Kommunen mit zusammen über fünf Millionen Einwohnern.

Zum Verbandsgebiet zählen der Ennepe-Ruhr-Kreis, die Kreise Recklinghausen, Unna und Wesel sowie die kreisfreien Städte Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Hamm, Herne, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen.

Mehr Kompetenz und Macht bekam das Gremium 2020 aber nicht: Es wacht weiterhin über die Arbeit des Regionalverbandes Ruhr in Essen. Dazu gehören Aufgaben wie die Regionalplanung, der Tourismus, die Industriekultur oder die Wirtschaftsförderung.

Wie wird das Ruhrparlament gewählt?

Bei der Wahl zum Ruhrparlament handelt es sich um eine reine Listenwahl, vergleichbar mit dem Verfahren bei der Europawahl. Es werden also keine Personen direkt, sondern Listen gewählt.

Die Parteien und Wählergruppen bestimmen im Vorfeld, wer auf der jeweiligen Liste aufgestellt wird. Alle Bewerberinnen und Bewerber müssen dabei ihren Wohnsitz im Ruhrgebiet haben.

Wie groß ist das Ruhrparlament?

Das Ruhrparlament hat 91 Sitze. Die Verteilung erfolgt nach dem Verhältniswahlrecht. Bedeutet: Die Parteien und Wählergruppen erhalten so viele Sitze, wie ihnen im Verhältnis der Stimmenzahl zustehen. Anders als bei den Kommunalwahlen gibt es bei der Wahl zum Ruhrparlament eine Sperrklausel. Nur die Parteien oder Wählervereinigungen, die mehr als 2,5 Prozent der Stimmen erhalten haben, dürfen ins Ruhrparlament einziehen.

Unsere Quellen:

  • Pressemitteilung des Regionalverbandes Ruhr
  • Interview mit Jens Hapke, Pressesprecher des RVR
  • Webeite des RVR

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