"Döner-Battle" in Siegen: Kommunal-Wahlkampf mit Schnäppchen-Dönern
Lokalzeit Südwestfalen. 14.07.2025. 03:19 Min.. Verfügbar bis 14.07.2027. WDR. Von Matthias Heise.
"Döner-Battle" in Siegen: Kommunal-Wahlkampf mit Schnäppchen-Dönern
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CDU und SPD haben in Siegen den Dönerpreis zum Wahlkampf-Thema gemacht. Mit Humor will man die jungen Wähler auf sich aufmerksam machen. Es hat funktioniert.
Von Matthias Heise
Angefangen hat der "Döner-Battle" in Siegen mit einem Social-Media-Video des amtierenden Bürgermeisters. Steffen Mues (CDU) hatte in seinem Post eine Dönerpreisbremse angekündigt. 3,- Euro statt sonst mindestens 8,50 Euro sollte ein Döner beim Haus des Döner kosten.
Döner-Preisbremse angekündigt - Hunderte Menschen kamen
Das wollte sein Gegenkandidat von der SPD so nicht stehen lassen. Tristan Vitt (SPD) organisierte heute (Sonntag, 13.7.2025) von 16 bis 20 Uhr bei "Herr Biggie" Döner für 2,50 Euro statt sonst mindestens 8,- Euro.
Lange Schlange neben dem "SPD-Dönerstand" am Bahnhof in Siegen
Beide Kandidaten haben über ihre Social Media-Auftritte besonders die jungen Wähler im Visier. Und die Resonanz gibt ihnen recht. Sowohl in der Oberstadt bei der CDU, aber vor allem bei der SPD am Bahnhof gab es lange Schlangen. Teilweise standen die Menschen mehr als zwei Stunden an, um einen günstigen Döner zu bekommen.
Parteien sponsern den Preis - Döner nicht nachhaltig günstiger
Viele Menschen wollten einen Döner
Der Dönerpreis hat sich heute in Siegen allerdings nicht geändert. Die potentiellen Wähler zahlen nur weniger, weil die Parteien den Rest drauflegen. Beide Kandidaten sind sich einig, dass es kein ernsthafter Wahlkampf ist, sondern die Aktionen mit einem Augenzwinkern gesehen werden sollten.
Döner für Infos, was die Jungwähler bewegt
Allerdings ist auch klar, dass CDU und SPD so mit Erstwählern und jungen Menschen in Kontakt kommen wollen. Sie wollen herausfinden, was für Themen sie bewegen. Der CDU-Mann hat auf seinen verteilten Döner-Gutscheinen extra Platz für Kommentare und Wünsche an ihn gelassen. Sein Herausforderer von der SPD verzichtete darauf und setzte voll auf Gespräche.
Klare Aussage: Günstige Döner gewinnen keine Stimmen
Der CDU-Wahlkampfstand am Haus des Döners
Die Aussagen der "Döner-Wollenden" sind eindeutig: nur wegen eines günstigeren Döners werden keine Stimmen gewonnen. Viele Menschen freuen sich einfach über die günstige Gelegenheit. Allerdings haben einige auch gesagt, dass sie sich jetzt doch mit der Partei beschäftigen werden.
Der auf den Social Media-Plattformen angefachte "Döner-Battle" in Siegen ist für die Kandidaten auch der Beweis, dass sie ihre Online-Strategie bis zum Wahltermin am 14. September fortsetzen werden. Sie hoffen, dass die heute Angelockten auf den jeweiligen Geschmack gekommen sind.
Kritik auf Social Media: "Gibt's nichts Wichtigeres?"
Kritik an der Aktion gibt es direkt unter den jeweiligen Posts. "Als ob Siegen keine anderen Probleme hätte..." oder "Ist ja wie im Kindergarten" schreiben Userinnen und User an CDU und SPD. Die Linken in Siegen freuen sich über die Aktion, da sie nach eigener Aussage das schon länger fordern.
Döner als Wahlkampfthema ist übrigens keine Siegener Erfindung. Ex-Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat ebenso wie Ex-Außenministerin Annalena Baerbock (Die Grünen) schon damit Wahlkampf gemacht. Der Döner oder eine Döner-Preisbremse wird dabei oft als Indikator für das Alltagsleben genommen.
Gag oder gezielter Wahlkampf?
Klar ist, dass der Siegener Döner-Battle wohl eine einmalige Aktion von vier Stunden Dauer gewesen ist. Bislang gibt es keine Aussagen, dass die Parteien den Döner-Kauf auf Dauer sponsern werden. Es ist ein Versuch, junge Wähler zu erreichen und für sich zu gewinnen. Spätestens am 14. September bei der Kommunalwahl wird sich zeigen, wieviele durch den Döner auf den Geschmack gekommen sind.
Unsere Quellen:
- Social-Media-Posts von Steffen Mues (CDU) und Tristan Vitt (SPD) inklusive der Kommentare darunter
- Beobachtungen WDR-Reporter vor Ort
- Gespräche mit Personen in den Warteschlangen und der lokalen SPD und CDU