Ausstellung für Düsseldorfs Wagenbauer Jacques Tilly im EU-Parlament
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Der Künstler präsentiert sich seit Dienstag auf einer besonderen Bühne. Die Initiative kam von einer Düsseldorfer EU-Abgeordneten.
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Jetzt mitdiskutierenEine Auswahl der bekannten politischen Mottowagen von Düsseldorfs Karnevalswagenbauer Jacques Tilly sind bis Ende der Woche im EU-Parlament in Brüssel zu sehen.
Am Dienstag wurde die Ausstellung von Tilly persönlich und der Düsseldorfer EU-Abgeordneten Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) eröffnet, die die Schau initiiert hatte.
Rechtskonservative Fraktion protestiert gegen Ausstellung
Rundgang durch die Tilly-Ausstellung
Am Eröffnungstag hatte die rechtskonservative EKR-Fraktion im EU-Parlament gegen die Tilly-Ausstellung protestiert. "Dass solche Bilder im Straßenkarneval auftauchen, ist in dem Kontext verständlich. Sie im Europäischen Parlament zu zeigen, ist jedoch ein Fehler. Unsere Institutionen müssen Würde und demokratischen Respekt widerspiegeln", kritisierte die Co-Vorsitzende der EKR-Gruppe, Nicola Procaccini.
Strack-Zimmermann habe in ihrer Funktion als Vorsitzende des Ausschusses für Sicherheit und Verteidigung des EU-Parlaments mangelndes institutionelles Urteilsvermögen und fehlende Sensibilität gezeigt, heißt es in der schriftlichen Stellungnahme weiter.
Strack-Zimmermann: Tillys Humor ist Stimme der Demokratie
Strack-Zimmermann lobte Tillys Humor und Satire als "Stimme der Demokratie" und "scharfsinniges Werkzeug der Meinungsfreiheit und gegen Machtmissbrauch". Zur Kritik der EKR-Fraktion entgegnete sie: "Gerade dort, wo Kunst provoziert, müssen wir sie verteidigen. Unsere Demokratie lebt vom Streit der Meinungen – und vom Mut, gerade kritische Stimmen sichtbar zu machen."
Tilly im Austausch mit Parlamentspräsidentin Metsola
Zur Ausstellungseröffnung war auch Parlamentspräsidentin Roberta Metsola gekommen. Wagenbauer Tilly fühlte sich sichtlich geehrt: "Ich freue mich sehr, meine Arbeiten im Europäischen Parlament zeigen zu dürfen - an einem Ort, der in besonderer Weise für Demokratie und Freiheit steht. Und wenn auch hier über einzelne Motive gestritten wird, dann zeigt das doch vor allem eines: Kunst löst Debatten aus und muss sie auch auslösen. Das ist gut so."
Auswahl aus mehreren Jahrzehnten
Rund 50 Mottowagen von Tilly sind in der Ausstellung zu sehen
Der Düsseldorfer Künstler präsentiert in der Ausstellung rund 50 seiner Mottowagen aus den vergangenen Jahrzehnten auf großformatigen Bildern: Angefangen vom sowjetischen Staatschef Gorbatschow, der als Sonne im Rosenmontagszug 1990 den Kalten Krieg zum Schmelzen brachte, über Trump und Putin bis zum Brexit und der AfD.
Einige der Wagen sind auch als kleine 3D-Modelle zu sehen sein. Die Ausstellung geht auf eine Initiative der Düsseldorfer EU-Abgeordneten Marie-Agnes Strack-Zimmermann zurück, die den Künstler Ende vergangenen Jahres ins EU-Parlament eingeladen hatte - nach dem Bekanntwerden des Strafprozesses gegen ihn in Russland.
Ein Zeichen für Meinungsfreiheit und Humor
"Wenn Putins antidemokratische rechte wie linke Jünger in Europa Mehrheiten bekommen, sind Kunst, Kultur und Satire das Erste, was stirbt", so die Düsseldorfer Politikerin weiter. Man habe das Bedürfnis, auch im Europäischen Parlament mit der Schau ein Zeichen für Meinungsfreiheit und Humor zu setzen, ergänzte ein Sprecher Strack-Zimmermanns.
Unsere Quellen:
- Wagenbauer Jacques Tilly
- EU-Abgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann
Sendung: WDR.de, Tilly-Ausstellung im EU-Parlament eröffnet, 03.03.2026, 19:00 Uhr

8 Kommentare
Kommentar 8: Maximilian schreibt am 04.03.2026, 22:23 Uhr :
Frau Strack Zimmermann, die selbst Kritiker mundtot machen will, ist definitiv die falsche Kuratorin. "Weiß Ihr Chef, was Sie hier machen", herrschte sie einen Kritiker an. Strack-Zimmermann führt die Ausstellung ad absurdum. Viele Menschen nehmen diese Dame als Rüstungs-Lobbyistin wahr. Wenn man die Arbeit Tillys hätte stützen wollen, hätte man eine andere Kuratorin gewinnen müssen. Grundsätzlich müssen die Großen und Mächtigen auch im Karneval kritisiert werden dürfen. Den Einwand Russlands halte ich nicht für begründet, weil Trump ebenso karnevalistischer Kritik ausgesetzt ist. In politischen Talkshows sollte aber die Sprache der Diplomatie und Netiquette vorrangig eingehalten werden.
Kommentar 7: Maximilian schreibt am 04.03.2026, 19:50 Uhr :
Wir erleben immer mehr Linksextremismus in Deutschland. Tilly ist aus meiner Sicht ein Beförderer und Anheizer. Viele gesellschaftlich relevante Themen klammert Tilly aber kategorisch aus, weil diese seiner politischen Richtung entgegen stehen. Da muss Tilly sich noch entwickeln, weil das nicht kritisierte Spektrum groß ist. Tilly scheint betriebsblind und bedient nur noch thematisch seine Förderer und auch den WDR. Tilly glaubt zu wissen, was der WDR erwartet. Die Ausstellung soll nur aufzeigen, dass die EU hinter seiner Arbeit steht. Aber ist das wirklich klug in dieser komplexen Lage???
Kommentar 6: Maximilian schreibt am 04.03.2026, 19:26 Uhr :
Tilly zeigte auch schon verfassungsfeindliche Symbolik. Ein Hakenkreuz aus Lebkuchen. Auch hier überspannte Tilly den Bogen. Politisch muss die AfD Kritik annehmen und Überspitzung aushalten aber Dr. Alice Weidel ist in nicht mehr erträglicher Art und Weise von Tilly durch die Darstellung diffamiert worden. Es bleibt unverständlich, dass der WDR sowas mitfinanziert.
Kommentar 5: Maximilian schreibt am 04.03.2026, 18:28 Uhr :
Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)
Kommentar 4: Maximilian schreibt am 04.03.2026, 12:15 Uhr :
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Kommentar 3: Meier schreibt am 04.03.2026, 10:03 Uhr :
Sowas können nur Banane-Typen zu stande bringen. Eine Schande für Deutschland. Die sollen sich an die eigene Nase packen und an eigene Taten aus der Mitte des letzten Jahrhunderts erinnern. Aber diese sollen durch sowas gern weiß gemacht werden. Der Teufel kommt gern in weiß gekleidet. Dann kann er sein Potenzial so richtig entfalten. Ekelhaft!!!
Kommentar 2: Aufstehen schreibt am 03.03.2026, 21:55 Uhr :
Aufstehen für die Demokratie und runter von der Couch für unser ALLER Freiheit. - Dies darf nicht nur im Karneval gelten, wo Jacques Tilly für seine Wagen bejubelt wird, sondern es liegt bei und ALLEN für die Freiheit von uns ALLEN aufzustehen und sie zu verteidigen. Unsere Welt ist globaler und komplexer geworden und es gibt keine einfachen Antworten mehr in unserer Zeit. Wer diese erwartet, lebt aus meiner Sicht in einer Traumwelt, die mit dem Alltag nichts und gar nichts mehr gemein hat oder was noch unsäglicher ist, rückwärts gewandt ist. Den Adel gibt es seit der Flucht des Kaisers im 1sten Weltkrieg nicht mehr und wer daran glaubt, die Personen leben nicht in der Realität. Das Nazi-Regime war Menschen verachtend und da sage ich "NIE WIEDER" - Für mich beginnt die Demokratie da, wo ich kritisch sein darf und frei meine Meinung äußern darf, gleich was ich denke, glaube und ausspreche, denn nur im Miteinander auf Augenhöhe und im ZUHÖREN gelingt es uns zu verstehen was gesagt wird
Kommentar 1: demokrat schreibt am 03.03.2026, 20:31 Uhr :
gut so. besser reden, darstellen etc. als plattmachen oder dreinschlagen.