Gestiegene Kosten: Reicht das Geld für die Festivals?

WDR 03:34 Min. Verfügbar bis 11.03.2028

Zu teuer Stehen die kostenlosen Festivals vor dem Aus?

Stand:

Zwei Tage lang Live-Musik im Ruhrgebiet - komplett kostenlos. Ein Traum für jeden Festival-Gänger. Doch wie lange geht das noch?

Sonne, Bässe und laute Musik: So stellen sich viele Festival-Gänger ihren Sommer vor. Umso besser, wenn das Festival dann auch noch kostenlos ist. Diese Traumvorstellung sieht für viele Veranstalter hinter den Kulissen jedoch anders aus. Denn dort entstehen immense Kosten – für Technik, Sicherheit und Organisation. Kosten, die mittlerweile kaum noch stemmbar sind.

"Ohne Fördermittel wäre es das Ende"

Simon Bleckmann schaut in die Kamera und spricht.

Simon Bleckmann veranstaltet das EselRock Festival zum 18. Mal

Simon Bleckmann ist einer dieser Menschen, der sich viele Gedanken macht. Er veranstaltet das "EselRock" in Wesel mittlerweile zum 18. Mal. Die Gesamtkosten dafür betragen über 200.000 Euro. Für die Besucher kostet es dagegen nichts. Das ist keine einfache Situation für Bleckmann: "Mental ist das bei mir, als jemand der sich um die Kohle kümmert, wirklich eine Belastung. Ohne Fördermittel wäre das das Ende."

Förderungen in Höhe von fast drei Millionen

Und diese Fördermittel kommen vom Land. Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen hat nach eigenen Aussagen für das Jahr 2026 insgesamt 2,9 Millionen Euro veranschlagt. Von dem Geld werden insgesamt 68 Festivals gefördert. Ein Sprecher bestätigt: "Grundsätzlich gilt, dass es eine Einnahmenseite durch Eintritte geben muss, es sei denn, es besteht ein nachvollziehbarer Grund, darauf zu verzichten." Das sei gegeben, wenn sich das Festival beispielsweise an mittellose Menschen richte. In NRW ist das lediglich für zwölf Festivals der Fall.

Ende für "Olgas Rock" in Oberhausen seit letztem Jahr

Veranstalter Kevin Kerndel trägt eine lockere Jacke und kurze Haare.

Veranstalter Kevin Kerndel plant das nächste Festival

Nach 25 Jahren konnte sich das Oberhausener "Olgas Rock" nicht mehr finanzieren. Das Aus für bis zu 30.000 Besucher. Veranstalter Kevin Kerndel möchte nun etwas Neues auf die Beine stellen. Das Zinkwerkfestival soll Mitte Juni im Innenhof des Zentrum Altenbergs in Oberhausen stattfinden. Dann allerdings deutlich kleiner, mit maximal 4.000 Leuten.

Sänger auf der Bühne beim Olgas Rock Festival, Oberhausen

Für Kerndel bietet das Vorteile: "Man muss keine Bauzaun-Arie aufstellen, um zu gucken, dass man das geregelt hinbekommt. Hier sind Toiletten und Stromstationen vorhanden. Das hier ist einfach besser machbar." Simon Bleckmann schaut da hingegen deutlich kritischer in die Zukunft: "Wir wissen schon immer, dass wir das irgendwie durchziehen können, aber die Frage ist immer das Jahr danach."

Unsere Quellen:

  • Gespräch mit den Veranstaltern vor Ort
  • WDR-Anfrage an Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Sendung: WDR.de, Gestiegene Kosten: Reicht das Geld für die Festivals?, 13.05.2026, 05:05 Uhr

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