Ein Hund wird mit Paste gelockt, um fotografiert zu werden.

Antje Beyer-Wittkamp fotografiert ehrenamtlich Tiere aus dem Tierheim

Hundeblick hilft bei Vermittlung: Fotografin setzt Tierheimtiere in Szene

Stand:

Jedes Jahr landen rund 350.000 Tiere in deutschen Tierheimen - viele finden nie ein neues Zuhause. Die Fotografin Antje Beyer‑Wittkamp will das ändern. Mit ihrem Ehrenamt, der Tierfotografie, gibt sie Hunden wie Balu die Chance, endlich gesehen zu werden.

Von Joline Schnitker

Blitzlicht, Klickgeräusche und Hundehecheln: Heute ist Fototag im Tierheim Bückeburg. Vor einem schwarzen Hintergrund steht Tierheimhund Balu. Hinter der Kamera gibt sich Fotografin Antje Beyer-Wittkamp aus Kirchlengern Mühe, die Aufmerksamkeit des Rüden zu halten. Zur Belohnung darf er an einer Tube schlecken. Dann muss er wieder posieren.

Datenschutzhinweis

Dieses Element beinhaltet Daten von Instagram. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Beyer‑Wittkamp fotografiert seit fünf Jahren Hunde und andere Tierheimtiere. Ihr Ziel: Mit professionellen Bildern sollen die Tiere leichter ein neues Zuhause finden.

Die Liebe zu Tieren begleitet sie schon lange - sie hat selbst Hunde. Für diese begann sie überhaupt erst mit der Fotografie, weil sie schöne Aufnahmen von ihnen wollte. "Mir waren die anderen Fotografen zu teuer, und da dachte ich mir: Was die können, kann ich schon lange", erzählt sie. Also brachte sie sich das Fotografieren selbst bei. Heute setzt sie ihre Kenntnisse nicht mehr nur für die eigenen Vierbeiner ein, sondern möchte damit auch anderen Tieren helfen.

Fotos sollen Vorurteilen trotzen

Jährlich landen etwa 350.000 Tiere in deutschen Tierheimen. Das geht aus einer Schätzung des Deutschen Tierschutzbundes hervor. Viele Tiere bleiben für immer. So lebt auch Balu schon acht Jahre im Tierheim. Interessenten hat er keine.

Warum gewisse Hunde nie adoptiert werden, kann unterschiedliche Gründe haben. Oft liegt es an einem fortgeschrittenen Alter, einem schwierigen Charakter und der Größe des Tiers. In Balus Fall allerdings auch an der Rasse. Der Rüde ist ein Kangal. Die Hunderasse gilt allgemein als gefährlich. Außerdem soll er vor Jahren mal gebissen haben, doch ist mittlerweile zutraulich und ruhig.

Balus Pflegerin Lucie kann die Vorbehalte verstehen. "Manchmal ist ein Kangal natürlich sehr abschreckend, ein großer böser Hund. Aber der Balu ist ein Feini." Die Fotos von Beyer-Wittkamp sollen nun dabei helfen, Balu freundlich und sympathisch darzustellen. Am besten findet sie die Fotos mit den hochgezogenen Ohren und der ausgestreckten Zunge. "Man denkt, der hat richtig Spaß und die schönste Zeit seines Lebens. Das wollen wir ja, dass wir ihn gut verkaufen." Und vielleicht findet Balu mit der Hilfe von Beyer-Wittkamp endlich ein neues Zuhause.

Dieser Beitrag liefert Informationen zum Instagram-Reel der WDR Lokalzeit "Modelfotos für Tierheimhund Balu" vom 23.02.2026, 10.08 Uhr.

Weitere Beiträge zu Tieren

1 / 2