Katze hinter Gittern.

Hohe Kosten, wenig Unterstützung Tierheime im Münsterland in Not

Stand:

Viele Tierheime in NRW leiden unter steigenden Energie-, Personal- und Tierarztkosten. Die Unterstützung der öffentlichen Hand reicht längst nicht mehr. Die Tierschützer schlagen Alarm.

Groß, schwarz, alt oder gefährlich: Die Hunde, die im Tierheim des Nordkreises Coesfeld untergebracht sind, lassen sich kaum noch vermitteln. Viele von ihnen wurden von den Behörden beschlagnahmt, weil die Halter ihre Auflagen nicht erfüllten. Andere wurden am Tierheim angebunden oder auf der Straße gefunden.

Sie sind im Tierheim echte "Ladenhüter". Für unkomplizierte Hunde, die sich leicht vermitteln ließen, ist kein Platz mehr.

Pauschale der Kommunen reicht nicht

Ein Hund schaut auf eine große Injektionsnadel

Die gestiegenen Tierarztkosten sind eine Herausforderung für Tierheime

Die Kommunen zahlen zwar eine Pauschale für beschlagnahmte Tiere und Fundtiere. Diese finanzielle Unterstützung ist aber Verhandlungssache. Wenn die Tierheimbetreiber - und das sind in der Regel Tierschutzvereine, also Ehrenamtliche - nicht gut verhandeln, haben sie Pech gehabt.

Für Abgabetiere, etwa kranke Katzen oder Hunde, für deren Tierarztkosten die Halter nicht mehr aufkommen können, zahlt niemand. Die Kosten übernimmt der Tierschutzverein, der das jeweilige Tierheim betreibt.

Tierheime fordern bessere Bedingungen

"Da muss was passieren", sagt Sandra Kassenböhmer vom Tierheim im Nordkreis Coesfeld.

"Wir müssen kostendeckend arbeiten können. Es kann nicht sein, dass die Last auf ein paar Mitglieder verteilt wird. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe." Sandra Kassenböhmer, Tierheim im Nordkreis Coesfeld.

Illegaler Welpenhandel und Katzenschwemme

Weitere Probleme sind der illegale Welpenhandel, durch den viel zu junge und oft kranke Welpen aus Osteuropa nach Deutschland kommen. Und die jährliche Katzenschwemme, weil immer noch zu viele unkastrierte Katzen frei herumlaufen.

Norwich Rüße, Sprecher für Tierschutz im Landtag NRW und Mitglied der Grünen, fordert deshalb einen Sachkundenachweis für alle Tierhalter, eine Art "Tierführerschein".

Das könne verhindern, dass Menschen sich blauäugig ein Tier anschaffen, das dann aufgrund der falschen Erwartungen im Tierheim landet. Außerdem sollten alle Tierheime fachlich unterstützt und auf den gleichen Stand gebracht werden, so Rüße.

Tierheime fordern volle Bezahlung

Hund mit Maulkorb an einer Hundeleine.

Für bestimmte Rassen gibt es Haltungsauflagen - werden die nicht erfüllt, landet der Hund im Tierheim

Und die Vetreter der Vereine, die Tierheime betreiben, wünschen sich eine volle Bezahlung für alle Aufgaben, die die Tierheime für die Kommunen übernehmen.

Es gibt also Diskussionsbedarf in Sachen Tierschutz. Wir diskutieren darüber mit Gerlinde von Dehn, der Tierschutzbeauftragten des Landes NRW, Gerd Kortschlag, Vizeprasident des Landestierschutzverbands NRW, Norbert Vechtel, Ordnungsamtsleiter Münster und Norwich Rüße.

Lokalzeit Stadtgespräch am Samstag

Interessierte sind eingeladen: Das Lokalzeit Stadtgespräch, am Samstag, 20.06.26, bei den Tierfreunden Münster, Kötterstraße 198, 48157 Münster.

Stadtgespräch in Münster: Überfüllte Tierheime

WDR 5 Westblick - aktuell 18.06.2026 04:10 Min. Verfügbar bis 18.06.2027 WDR 5

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Sendung: WDR 5 Westblick, Stadtgespräch in Münster: Überfüllte Tierheime, 18.06.2026, 17:00 Uhr

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