Besonderer Nachwuchs im Tierheim Lübbecke: halb Minischwein, halb Wildschwein
Das Stroh raschelt im Tierheim Lübbecke. Dann grunzen und quieken die acht kleinen Ferkel laut, ehe sie davon flitzen. Sie wollen nach der Nacht im Stall raus ins Freigehege. Noch bleiben sie aber aus Angst immer in Sichtweite zu ihrer Minischwein-Mama Warny.
Vor ein paar Wochen kamen die fünf "Mädchen" und drei "Jungs" zur Welt. Doch die genetische Mischung macht die Vermittlung der Tiere zu einem Problem. Dadurch, dass sie halb Wildschwein sind, werden sie wohl nie so zutraulich und sanft wie normale Minischweine.
Minischweine sind Hausschweine mit kleinerer Statur, die ursprünglich für Versuchslabore gezüchtet wurden. Sie brauchten weniger Futter und weniger Platz, was ihre Unterbringung kostengünstiger machte. Inzwischen sind sie aber auch bei privaten Haltern als Hausschweine beliebt.
Wie es zu dem Nachwuchs kam
Im Sommer 2024 hatten wohl Unbekannte drei Minischweine in Stemwede ausgesetzt. Das Tierheim Lübbecke gründete deshalb extra ein "Sonderschweinsatzkommando", wie das Tierheim es nannte. Mit viel Geduld konnte es die Tiere tatsächlich einfangen. Zu dem Zeitpunkt hatten sich zwei Sauen aber schon mit einem Wildschwein gepaart.
Sau Warny hat ihren Nachwuchs bereits bekommen. Ein weiterer Wurf von Minischwein Randy ist noch unterwegs.
Ein süßes Problem: Wohin mit den Tieren?
Das Tierheim Lübbecke sucht nun für die Ferkel ein artgerechtes Zuhause. Am besten auf einem Hof, wo die Tiere dauerhaft ein gutes Leben im eigenen Gatter haben. Wer die Tiere aufnehmen will, braucht mindestens 150 Quadratmeter im Wald oder Garten. Ihre Haltung im Haus oder einer Wohnung ist verboten. Denn die Schweine haben unfassbar viel Energie. Sie heißen zwar "Mini", können aber trotzdem über 100 Kilogramm wiegen.
Über dieses Thema haben wir auch am 16.04.2025 im WDR Fernsehen berichtet: Lokalzeit Ostwestfalen, 19.30 Uhr.
