In der Halloweennacht: Angriffe auf Busse in Bonn | Kurzvideo
00:29 Min.. Verfügbar bis 01.11.2027.
Pyrotechnik und Wurfgeschosse: Halloween in NRW nicht immer friedlich
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Viele Menschen in NRW haben ausgelassen, aber friedlich Halloween gefeiert. Allerdings wurde laut Polizei auch auffällig oft Pyrotechnik gezündet. Zudem attackierten Unbekannte zwei Linienbusse in Bonn mit Steinen und Böllern. In Düsseldorf nahmen die Beamten eine "ungewöhnlich aggressive Grundstimmung" wahr. Ein Überblick.
In der Halloween-Nacht von Freitag auf Samstag gaben sich wieder viele Menschen in NRW der Grusel-Freude hin. Scharen junger Hexen, Gespenster, Zombies und Monster zogen mit dem Spruch "Süßes oder Saures!" von Tür zu Tür. Ältere genossen eine schaurig-schöne Partynacht - und die blieb weitgehend friedlich, wie die Polizei bilanziert.
Einsätze wegen Pyrotechnik
Allerdings kam es an einigen Orten zu Einsätzen wegen Pyrotechnik, Schlägereien und Körperverletzungen. Ein Vorfall, den die Polizei noch näher untersucht, ereignete sich in Drolshagen im Sauerland. Dort sollen fünf junge Männer im Alter zwischen 14 und 19 Jahren am Abend einen nicht zugelassenen Feuerwerkskörper durch ein offenes Fenster einer Flüchtlingsunterkunft geworfen haben, wie die Polizei Hagen berichtet. In dem betroffenen Raum befand sich ein 22-jähriger Afghane - er wurde nicht verletzt. Es entstand ein Sachschaden im vierstelligen Bereich.
Auch die Polizeien in Essen, Köln, Duisburg, Viersen, Bochum, Düsseldorf und Wuppertal berichteten, dass unerlaubt Böller und andere Pyrotechnik gezündet wurde. In Stolberg bei Aachen gingen mehrere Scheiben am Mühlener Bahnhof zu Bruch, als Unbekannte Böller zündeten. Allein in Marl wurden 115 pyrotechnische Gegenstände sichergestellt. Ein schwerer Unfall mit Feuerwerkskörpern ereignete sich am Freitagabend in Duisburg: Dort war ein Böller in der Hand eines 14-Jährigen explodiert. Der Junge erlitt schwerste Verletzungen.
So bunt, schrill und schön war Halloween 2025
Halloween wird auch hierzulande immer größer. 2025 gab es erneut außergewöhnlich kreative Kostüme zu bestaunen. Eine darf dabei nicht fehlen: Model Heid Klum.
Polizei Düsseldorf: "ungewöhnlich aggressiven Grundstimmung"
In Dortmund gab es laut Polizei keine besonderen Vorkommnisse. Schlägereien gab es trotzdem mancherorts - und Eierwürfe, unter anderem in Düsseldorf und Duisburg. Die Düsseldorfer Polizei berichtet von einem insgesamt "enorm hohen Einsatzaufkommen gepaart mit einer ungewöhnlich aggressiven Grundstimmung der Altstadtbesucher". In Aachen berichtete ein 28-Jähriger, dass Unbekannte ihn geschlagen und getreten hatten - und ihm anschließend noch Handy und Jacke stahlen. Die Angreifer konnten entkommen.
Attackierter Bus in Bonn
In Bonn-Tannenbusch attackierten Unbekannte mit offenbar schweren Wurfgeschossen, Pyrotechnik und Eiern zwei Linienbusse mit zahlreichen Fahrgästen. Im Sicherheitsglas entstanden Tennisball-große Löcher. Verletzt wurde niemand. Bereits im vergangenen Jahr hatte es an Halloween am selben Ort Angriffe auf einen Linienbus gegeben - mit Eiern und Mehl.
Mobile Video-Beobachtung im Einsatz
Unter anderem in Marl war die Polizei mit Einsatzkräften einer Hundertschaft präsent. In der Stadt hatte es im vergangenen Jahr größere Vorfälle gegeben. Die Polizei rief diesmal vorab dazu auf, auf Spielzeugwaffen zu verzichten. So sollten gefährlichen Situationen durch "Missverständnisse" vorgebeugt werden. Als zusätzliche Maßnahme kamen nicht nur in Marl mobile Video-Beobachtungsanlagen zum Einsatz - zum Beispiel auch in Duisburg und Essen.
Zombiewalk-Motto: "Die Enge sprengen, Freiräume schaffen"
Zombiewalk in Essen
In der Essener Innenstadt war es auch in diesem Jahr wieder besonders voll. Beim Essener Zombiewalk zogen rund 350 kostümierte Halloween-Fans friedlich durch die Straßen. Die Parade wurde wie auch schon im vergangenen Jahr als Demo angemeldet. Mit dem Motto "Die Enge sprengen, Freiräume schaffen" wollten die Demonstranten für mehr unterschiedliche Veranstaltungen in der Innenstadt werben - wie zum Beispiel den Zombiewalk.
Die Polizei in Essen hatte eine verstärkte Präsenz angekündigt und wurde vom Ordnungsamt unterstützt. Vor drei Jahren hatte es dort größere Ausschreitungen zu Halloween gegeben, auch mit Angriffen auf Einsatzkräfte. Diesmal gab es keine größeren Probleme.
Auch auf den Straßen in Bielefeld war einiges los. Von der größten Halloween-Open-Air-Party der Region wurden aber keine größeren Zwischenfälle gemeldet.
Gruselhäuser und Zombie-Walk: Viele Halloween-Veranstaltungen in NRW
Gruselhaus in Hamm-Westtünnen
In ganz NRW gab es am Abend verschiedene Aktionen und Veranstaltungen rum um Halloween. In Hamm-Westtünnen öffnete ein Gruselhaus der besonderen Art. Dort sammelten zwei 17-Jährige Spenden für ein Kinder- und Jugendhospiz. Sie hatten ihr Elternhaus zu einem Gruselhaus umgebaut - mit Unterstützung von Familie und Freunden.
Halloween hat seinen Ursprung wahrscheinlich in Irland. In vorchristlicher Zeit wollten die Kelten an diesem Abend böse Geister vertreiben und sich vor den Seelen der Toten verstecken - dazu verkleideten sie sich mit furchterregenden Kostümen und spukten selbst durch die Nacht. In den USA ist Halloween etwa so beliebt wie der Karneval im Rheinland.
Über dieses Thema berichten wir am 01.11.2025 auch im WDR Fernsehen: Aktuelle Stunde, 18.45 Uhr.
Unsere Quellen:
- Polizeien in NRW: Pressemitteilungen und Antworten auf WDR-Anfragen
- Nachrichtenagentur dpa
- Beobachtungen vom WDR-Reportern vor Ort