Geschmückte Häuser für Halloween | Kurzvideo

00:35 Min. Verfügbar bis 31.10.2027

So bereiten sich Städte und die Polizei in NRW auf Halloween vor

Stand:

Die Polizei in NRW sieht sich für die Halloween-Nacht gut gerüstet. Aber auch Gruselfreunde treffen ihre Vorbereitungen. Für sie gibt es viele Angebote. Spaß ist dabei erwünscht, solange er nicht ausufert.

Von Petra Brönstrup & Stefan Erdmann

So wie in fast allen größeren Städten in NRW hat auch die Polizei in Essen vorgesorgt: Man sei mit mehr Einsatzkräften als sonst im Einsatz, eine Hundertschaft sei vor Ort. Insbesondere in Essen-Bergmannsfeld war es in der Vergangenheit immer mal wieder zu Ausschreitungen an Halloween gekommen.

So bereitet sich die Polizei auf Halloween vor

WDR Studios NRW 31.10.2025 00:51 Min. Verfügbar bis 31.10.2027 WDR Online

Besondere Herausforderung für die Polizei

Halloween, meinte ein Sprecher der Polizei Essen, sei für die Einsatzkräfte auch deshalb problematisch, weil sich Menschen "blutverschmiert", als Opfer von exzessiver Gewalt schminkten. "Das sieht manchmal so täuschend echt aus, dass man im ersten Moment irritiert ist und überlegt, muss die Polizei da jetzt einschreiten", beschrieb der Essener Polizeisprecher die Herausforderung.

Ausgebrannte Einkaufswagen in Marl

Halloween in Marl 2024: Ausgebrannte Einkaufswagen

In Marl wird die Polizei mit Einsatzkräften einer Hundertschaft präsent sein. Außerdem kämen mobile Videoüberwachungsanlagen zum Einsatz, kündigte eine Sprecherin der zuständigen Kreispolizeibehörde Recklinghausen an. In Duisburg will die DVG an verschiedenen Haltestellen und in Fahrzeugen Sicherheitspersonal einsetzen. Im vergangenen Jahr hatte es dort Attacken auf Busse gegeben. Ebenfalls in Duisburg kündigte die Polizei eine mobile Videoüberwachung im Bereich der Paulskirche an. In Marl rief die Polizei dazu auf, bei der Kostümierung auf Spielzeugwaffen zu verzichten, um gefährlichen Situationen durch "Missverständnisse" vorzubeugen.

Steine, Böller, brennende Einkaufswagen

Im vergangenen Jahr ging es in Marl heftig zur Sache. Maskierte und vermummte Personen griffen Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Stadt mit Steinen, Böllern und brennenden Einkaufswagen an. Auch der Bürgermeister war bedroht worden. Er sprach von einer "Attacke gegen den Staat". Es gab viele Festnahmen.

Streiche ja, Straftaten nein

Wie in den Jahren zuvor appelliert NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) auch in diesem Jahr an alle, die in der Halloween-Nacht unterwegs sind, sich an Recht und Gesetz zu halten.

Der ein oder andere Trick-or-Treater fühlt sich hinter der Maske unbesiegbar und zieht waghalsig durch die Straßen. Doch Spaß hört da auf, wo er strafbar wird. Streiche dürfen nicht in Straftaten ausarten. Herbert Reul, NRW-Innenminister (CDU)

Gänsehaut erwünscht!

Vier Kinder in Halloween-Kostümen machen einer Erschrecker-Pose in Richtung Kamera.

Je schrecklicher desto besser: Kinder in NRW lieben Halloween

Wie die Halloween-Nacht zu einer tollen Grusel-Party werden kann - das wollen in diesem Jahr auch wieder Orte wie Dinslaken, Hünxe und Voerde-Spellen zeigen. Wobei sich Voerde-Spellen wieder einmal zum vermutlich größten Gruselkabinett in NRW verwandelt, wo Wohnhäuser zu regelrechten Spukhütten werden.

Für den besonderen Nervenkitzel haben Anwohner einen Gruseltunnel gebaut und eine fünf Meter große Vogelscheuche aufgestellt. Gänsehaut erwünscht! Ebenso im Vitusbad in Mönchengladbach. An Halloween erstrahlt das Wasser dort in einem kräftigen Blutrot.

Auf ein Wohnhaus wird eine Gruselburg pojiziert

Licht-Projektion zu Halloween in Frechen-Königsdorf

Der Gruselabend ist auch für Familie Dammin in Frechen-Königsdorf ein großes Event. Im letzten Jahr kamen rund 500 Menschen, um sich ihren Garten anzuschauen. Über mehrere Wochen bereiten die Dammins mit viel Leidenschaft und Liebe zum Detail den Halloween-Abend vor. Seit rund acht Jahren ist die Familie im Gruselfieber, jedes Jahr gibt es eine schaurige Lichtershow an der eigenen Hauswand - ein Highlight für die ganze Nachbarschaft.

Jugendliche sammeln mit Gruselhaus Spenden fürs Kinderhospiz

In Hamm-Westtünnen haben zwei 17-Jährige das Elternhaus zu einem Gruselhaus umgebaut - mit Unterstützung von Familie und Freunden. Besucher können wählen, ob sie den kinderfreundlichen Bereich betreten wollen - oder den Erwachsenen-Parcours: Mit menschlichen Erschreckern und vielen gruseligen Horror-Effekten.

Der Eingang eines Halloween Hauses.

Halloween-Haus in Hamm-Westtünnen

Besonders stolz sind die Organisatoren Jonas und Hendrik darauf, dass sie schon im Alter von zehn Jahren angefangen haben, an Ihrem Horror-Haus zu arbeiten. Und dass es über die Jahre immer weiter gewachsen ist. Eintritt nehmen sie nicht, aber sie sammeln Spenden für ein Kinder- und Jugendhospiz.

Kultiger Horror-Musicalfilm mit Fan-Ritualen im Münster

Ein Herr und eine Frau beobachten eine verkleidete Figur.

Kultfilm seit 1975: The Rocky Horror Picture Show

Das Cineplex in Münster packt den Musical-Kultfilm "The Rocky Horror Picture Show" aus. Auch für manche Kinobetreiber ist dieser Film ein Horror, denn unter hartgesottenen Fans haben sich verschiedene Rituale etabliert.

So wirft das Kino-Publikum bei der Hochzeit der beiden Hauptfiguren traditionell Reis durch den Saal, spritzt mit Wasserpistolen, wenn es im Film regnet - und sucht gleichzeitig Schutz vor diesem "Regen" unter aufgefalteten Zeitungen.

Live-Musik zum Stummfilm mit Instrument "Gabel auf Glasscheibe"

Aus Sorge vor schmutzigen und verwüsteten Sälen zeigen manche Kinobetreiber den Film deshalb nicht. In Münster läuft die "Rocky Horror Picture Show" trotzdem - an Halloween ab 19.30 Uhr. Ab 23 Uhr schließt sich John Carpenters "Halloween - Die Nacht des Grauens" an.

Im Bochumer "Rottstraße 5 Theater" läuft ab 19.30 Uhr der Stummfilm-Horrorklassiker "Nosferatu". Dazu live gespielte Musik mit so "schönen" Instrumenten wie "Kuchengabel auf Glasscheibe". Schon der Gedanke an dieses Geräusch kriegt man unweigerlich Zahnschmerzen!

Rechtsstreit um gruselige Deko an Zechenhäusern in Herne

In einem Vorgarten in der Herner Siedlung Teutoburgia liegt eine selbst gebastelte blutverschmierte Leiche

Grusel-Deko in der Zechensiedlung Teutoburgia in Herne

Allerdings: Halloween und das ganze gruselige Drumherum gefällt nicht jedem Menschen. Das zeigt ein Fall aus Herne. Anwohner der ehemaligen Bergarbeitersiedlung Teutoburgia haben wie in jedem Jahr ihre Häuser und Vorgärten unter anderem mit großen Gruselfiguren wie Gespenster- und Hexenpuppen sowie künstlichen Spinnennetzen an den Hauswänden dekoriert.

Ein Mann aus Herne, der nicht in der Siedlung wohnt, fand das so schrecklich, dass er vor das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen zog. Er verlangte, dass die Dekoration abgenommen wird. Schließlich handele es sich um denkmalgeschützte Häuser.

Das Gericht lehnte den Eilantrag am Mittwoch aber als unzulässig ab. Der Bürger wohne dort nicht, sei also gar nicht antragsberechtigt. "Unabhängig davon beeinträchtigen die nur für einen kurzen Zeitraum vorhandenen Dekorationen den Denkmalwert nicht", befand das Gericht. Frei nach dem Motto: Ein bisschen Spaß darf sein - auch an Halloween!

Unsere Quellen:

  • Polizei Essen
  • Polizei Köln
  • Kreispolizeibehörde Recklinghausen
  • NRW-Innenminister Herbert Reul
  • Verwaltungsgericht Gelsenkirchen

Über dieses Thema berichten wir am 29. Oktober auch im WDR Fernsehen: Lokalzeit aus Dortmund und Lokalzeit aus Köln, 19.30 Uhr. 

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