Ranger Sascha Wilden in der Ferne, links und rechts von ihm gelb blühende Ginstersträuche.

Der Besenginster taucht die Eifel in Gelb

Im gelben Blütenmeer der Eifel: Wandern durch Büsche voll "Eifelgold"

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Leuchtend gelb und wunderschön: Der Besenginster verwandelt die Eifel zurzeit in ein Farbenmeer. Zur Ginsterblüte zeigt Ranger Sascha Wilden, was die mediterrane Pflanze so besonders macht - und warum sie nicht nur schön, sondern auch gefährlich ist.

Von
Porträtbild von Yunus Gündüz
Yunus Gündüz
und (Text) und Stefanie Rhein (Multimedia)

Grün-gelbe Blüten wiegen sich im Wind, so weit das Auge reicht. Auf der Dreiborner Hochfläche im Nationalpark Eifel führt Ranger Sascha Wilden eine Wandergruppe durch ein Meer aus blühendem Besenginster. Die leuchtenden Farben und der süßliche Duft hinterlassen bei der Gruppe Eindruck. Von "Faszination" ist die Rede, von "Sprachlosigkeit" angesichts der gelben Farbenpracht.

Impressionen von der Eifelgold-Wanderung

00:38 Min. Verfügbar bis 03.06.2027

Ihre Farbe erklärt auch den Spitznamen der Pflanze - Eifelgold. "Den Namen haben ihr die Besucher geschenkt wegen der üppigen Ginsterfelder auf den Kahlflächen", erklärt der 53-jährige Ranger. Dort, wo keine Fichten mehr sind, erstrahlt der Nationalpark in Gelb und Gold.

Nationalpark Eifel: Rückzugsort für Pflanzen und Tiere

Der Nationalpark Eifel wurde 2004 gegründet und umfasst rund 110 Quadratkilometer im Westen Nordrhein-Westfalens. Einst militärisch genutzt, ist das Gelände heute Rückzugsort für über 11.000 Tier- und Pflanzenarten, darunter viele gefährdete Arten.

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Hier ist mittlerweile auch der Besenginster heimisch. Eigentlich kommt die Pflanze aus dem Mittelmeerraum. Die Samen der Pflanze können jahrzehntelang im Boden schlummern und bei genügend Licht und Wärme plötzlich austreiben.

Ein Ranger mit Erfahrung und eine Pflanze mit Auftrag

Obwohl er nicht heimisch ist, erfüllt der Ginster laut Ranger Wilden einen wichtigen Zweck. Dort, wo sich Fichtenwälder zurückziehen, breitet sich der Besenginster aus: "Es ist wichtig, dass der Ginster in den Lücken wächst, weil er Pfahlwurzeln in den Boden bringt, die in die Breite gehen. So hält er den Boden zusammen."

Sascha Wilden über die besondere Funktion des Besenginsters

00:16 Min. Verfügbar bis 03.06.2027

Sascha Wilden ist seit vielen Jahren Ranger im Nationalpark Eifel und kennt die Region wie seine Westentasche. In diesem Jahr sei die Blüte besonders früh, etwa zwei Wochen früher als üblich, und intensiv, erklärt er: "Die Pflanze liebt die Wärme, deswegen waren dieses Jahr besonders viele Flächen goldblühend."

Die besten Wanderrouten für die Ginsterblüte

  • Eifelgold Route (Rundtour)

Start: Wanderparkplatz Waldpark Eifel
Länge: 19,6 Kilometer
Dauer: etwa fünf Stunden
schwere Schwierigkeit

  • Weg 45 - Sauermühle (Rundtour)

Start: Nationalpark-Infopunkt Einruhr
Länge: 8,4 Kilometer
Dauer: etwa 2,5 Stunden
mittlere Schwierigkeit

Gift und Heilung gleichzeitig

Der Besenginster gilt als anpassungsfähig: Er liebt Sonne und benötigt wenig Wasser. In der Eifel gedeiht er dort, wo der Wald lichter wird. Seinen Namen verdankt er einer alten Tradition: Früher wurden aus den trockenen Zweigen Besen gebunden.

Doch der Ginster hat auch eine dunkle Seite, erklärt Wilden der Wandergruppe und räumt aber auch mit einem Vorurteil auf: "Der Ginster ist keine Zeckenpflanze. Zecken warten höchstens einen halben Meter über dem Boden im Gras." Ungefährlich ist er trotzdem nicht: "Alle Pflanzenteile sind für den Verzehr giftig", warnt Wilden.

Schäfer Heinz Hunds erklärt, ob das Eifelgold für Schafe gefährlich ist

00:15 Min. Verfügbar bis 03.06.2027

Er wird allerdings als Heilpflanze gegen Bluthochdruck genutzt: "Aber wie Pfefferminze würde ich den jetzt nicht behandeln und mir einen Tee davon kochen", sagt der Ranger und rät, auf Ginster-Präparate aus der Apotheke zurückzugreifen. Eine Herde Schafe zieht vorbei, die kein Problem mit dem Verzehr von Ginster zu haben scheinen. Die Herde pflegt die Wiesen des Nationalparks. Ranger Sascha Wilden und seine Gruppe wandern weiter, vorbei an der Herde und verschwinden im Eifelgold.

Über dieses Thema haben wir auch am 23.05.2025 im WDR-Fernsehen berichtet: Lokalzeit aus Aachen, 19.30 Uhr.

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