Ausblick vom Kalvarienberg auf dem Wanderweg "Eifelspur Toskana". Zwei Männer sitzen auf einer Bank und schauen in die Ferne.

Italienisches Flair in NRW: Wanderweg "Eifelspur Toskana"

Unterwegs

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Mehr als 100 Wanderwege gibt es in der Nordeifel. Der Weg "Eifelspur Toskana" ist einer der schönsten und versprüht italienisches Flair in der Eifel. Vor einigen Jahren wurde er sogar von Wanderern ausgezeichnet.

Von Hanna Makowka (Text) und Silvia Andler (Multimedia)

Blätter rauschen im Wind, hier und da zwitschert ein Vogel. Sonst ist es vollkommen ruhig. Diese Stille ist es, die Besucher auf dem Wanderweg "Eifelspur Toskana" sofort runterkommen lässt. Blicke in die Weite, über unbebaute Natur. Grün, so weit das Auge reicht. Offene Flächen und Wälder wechseln sich ab, genauso wie Sonne und Schatten. Immer wieder laden Bänke oder Liegen zum Verschnaufen ein.

15 Kilometer Wanderung durchs Naturschutzgebiet

Die "Eifelspur Toskana" gilt als mittelschwere Wanderung. Sie verläuft bei Alendorf und Ripsdorf im Kreis Euskirchen. 15 Kilometer lang geht es durch Waldgebiete und offene Landschaften, immer durch das Naturschutzgebiet Lampertstal. Das ist mit einer Fläche von 650 Hektar größer als 900 Fußballfelder und gehört damit zu den größten Naturschutzgebieten Nordrhein-Westfalens. Das Highlight der "Eifelspur Toskana" ist der Kalvarienberg.

Der Kalvarienberg auf dem Wanderweg "Eifelspur Toskana" von oben

00:13 Min. Verfügbar bis 24.09.2027

Wer den Kalvarienberg erklommen hat, wird mit einer weiten Aussicht belohnt. Der Berg bietet ein 360-Grad-Panorama. Der Blick reicht bis in die südliche Eifel, bei klarem Wetter sogar bis zur Nürburg.

Ausgezeichneter Wanderweg in der Eifel

Die "Eifelspur Toskana" ist einer von vielen Wanderwegen in der Eifel. Es gibt 18 solcher markierter "Eifelspuren" zu verschiedenen Themen. Unter anderem auch "Auf Tuchmachers Fährte", den "Wildnispfad" oder den "Kräuterpfad". Der Weg "Auf den Spuren der Raubritter" wurde 2025 zum besten Wanderweg in der Eifel gekürt. Dazu kommen 95 Rundwanderwege, die "Eifelschleifen". Die Schwierigkeitsgrade variieren stark. So bieten sich einige Wege für Spaziergänge, andere für anspruchsvolle Wanderungen an.

Den Toskana-Weg haben die Mitglieder vom Eifelverein Ripsdorf schon vor langer Zeit für sich entdeckt. "Viel bergab, bergauf, durch Wälder - rauf und runter durchs Naturschutzgebiet geht es hier", sagt Mathias Schoenen vom Verein. 2023 wurde der Weg schließlich von den Besuchern der Nordeifel-Touristik zum Wanderweg des Jahres gekürt.

Mitglieder vom Eifelverein Ripsdorf wandern durch hohes, gelbes Gras.

Mitglieder vom Eifelverein Ripsdorf auf dem Wanderweg

Wer auf der "Eifelspur Toskana" wandert, gelangt für ein paar Kilometer auch auf den großen "Eifelsteig". Insgesamt 313 Kilometer führt dieser Weg von Aachen nach Trier. Er ist ebenso preisverdächtig: Der "Eifelsteig" wurde 2022 vom Deutschen Wanderinstitut erneut als "Premium-Wanderweg" ausgezeichnet. Die Wegweiser und Markierungen sind besonders gut, der Zustand des Weges auch.

Wacholder verleiht toskanisches Flair

"Nicht umsonst wird man hier an die Toskana erinnert", sagt Patrick Schmidder vom Eifeltourismus. "Das Besondere an dem Weg sind die Wacholderbestände. Das ist schon was Außergewöhnliches, was sonst in der Dichte weit und breit nicht zu erleben ist." Denn die Wacholderbüsche erinnern an Zypressen, die die hügelige Landschaft in der Toskana prägen.

Wer sich noch mehr mit dem Wacholder befassen möchte, sollte im Sommer einen Abstecher nach Alendorf einplanen. Dort findet immer am zweiten Wochenende im August das Wacholderfest statt. Neben Führungen durch die Wacholderhaine und zahlreichen Wacholder-Spezialitäten kann man auch über 30 verschiedene Orchideenarten begutachten. Denn die Gegend rund um die "Eifelspur Toskana" bietet viele Pflanzenarten.

Auf dem Wanderweg hält Monika Bolder gerne nach seltenen Pflanzen Ausschau

00:16 Min. Verfügbar bis 23.06.2027

Trotz der zunehmenden Beliebtheit soll die "Eifelspur Toskana" nicht überrannt werden. Darauf wollen die Eifeltourismus-Experten aufpassen. Die Idylle soll erhalten bleiben - damit Wanderer auch weiterhin ein Stück Italien in der Eifel spüren können.