Ein Stahlarbeiter von Thyssenkrupp steht in Duisburg inmitten von Funken

Thyssenkrupp-Stahlarbeiter in Duisburg

Mehr als Stahl: Was macht eigentlich Thyssenkrupp?

Stand:

Bei Thyssenkrupp denken viele sofort an Stahl. Der Konzern macht aber noch viel mehr und hat eine lange Geschichte in NRW.

Thyssenkrupp ist eines der größten deutschen Industrieunternehmen und hat eine lange Geschichte in NRW. Es produziert die verschiedensten Güter - von Stahl und Autoteilen bis hin zu U-Booten und Anlagen für die Industrie. Zudem handelt der Konzern mit Rohstoffen und Materialien.

Laut seiner Website war Thyssenkrupp im abgelaufenen Geschäftsjahr in fünf Geschäftsbereiche unterteilt:

  • Automotive Technology (Antriebswellen, Kupplungen)
  • Decarbon Technologies (Elektrolyseure: Geräte, die Wasser mit Strom in Wasserstoff und Sauerstoff aufspalten)
  • Materials Services (Handel mit Stahl, Edelstahl, Aluminium, Kunststoffen und Rohstoffen)
  • Steel Europe (roher Stahl, Spezial-Stähle, verarbeiteter Stahl wie Konservenbüxen und Getränkedosen)
  • Marine Systems (U-Boote)
Grafik veranschaulicht verschiedene Bereiche von Thyssenkrupp

Ein Überblick der verschiedenen Bereiche von Thyssenkrupp

Weltweit arbeiten 96.000 Menschen in dem Unternehmen, mit mehr als 56.000 ist über die Hälfte von ihnen in Deutschland tätig. NRW spielt dabei eine besondere Rolle. So hat zum Beispiel Thyssenkrupp Steel Europe rund 27.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den verschiedenen Standorten - die meisten davon im Ruhrgebiet.

Ende September 2024 gehörten zum Thyssenkrupp-Konzern außerdem nach eigenen Angaben 321 Unternehmen und 16 Beteiligungen. Insgesamt ist das Unternehmen mit Gesellschaften in 47 Ländern aktiv.

Steht Thyssenkrupp vor der Zerschlagung?

Schon in den vergangenen Jahren hat es bei dem einstigen Industrie-Riesen Thyssenkrupp immer wieder Änderungen gegeben. So wurde zum Beispiel das Geschäft mit Aufzügen verkauft. Konzernchef Miguel López will das Unternehmen jetzt noch weiter und drastischer umstrukturieren. Mehr dazu hier:

Jörg Marksteiner aus der WDR-Wirtschaftsredaktion fasst eine aktuelle Mitteilung von Thyssenkrupp zur Neuaufstellung wie folgt zusammen:

"Kern der Überlegungen ist, dass alle Geschäftsbereiche wie Autozulieferung, Stahlhandel, Marineschiffbau oder Anlagenbau schrittweise zu eigenständigen Firmen werden sollen." Jörg Marksteiner, WDR-Wirtschaftsexperte

Lange Geschichte im Ruhrgebiet

Thyssenkrupp ist ein Mix aus Thyssen und Krupp - zwei ursprünglich eigenständige Unternehmen, die Ende der 1990er Jahre fusionierten. Daraufhin wurde die Thyssen Krupp AG 1999 ins Handelsregister eingetragen.

Schutzhelme mit dem Schriftzug «thyssenkrupp» liegen auf einem Tisch im Besucherzentrum «Oceanworld» auf der Werft von Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS)

Thyssenkrupp hat eine lange Geschichte

Die Geschichte von Thyssenkrupp begann aber fast 200 Jahre eher. Friedrich Krupp gründete am 20. November 1811 mit zwei Teilhabern eine Fabrik zur Herstellung von Gussstahl. Nach seinem Tod führte die Witwe Therese Krupp das Unternehmen weiter - unterstützt von ihren Verwandten sowie ihrem ältesten und damals 14-jährigen Sohn Alfred. Alfred Krupp baute die von seinem Vater gegründete Gussstahlfabrik später zum einst größten Industrieunternehmen Europas aus.

Der andere Teil des Unternehmens geht derweil zurück auf August Thyssen. Er beteiligte sich 1867 in Duisburg an der Gründung der Bandeisenfabrik Thyssen, Fossoul & Co. Damit legte er den Grundstein für seine spätere unternehmerische Selbstständigkeit.

Waffenproduzent und Zwangsarbeit im Dritten Reich

Der Stahlkonzern Krupp schrieb im 20. Jahrhundert allerdings auch ein dunkles Firmenkapitel. Er betätigte sich im Zweiten Weltkrieg nicht nur als Waffenproduzent für den deutschen Angriffskrieg - in den Krupp-Werken wurden auch tausende Zwangsarbeiter ausgebeutet, darunter KZ-Häftlinge.

Unsere Quellen:

  • Thyssenkrupp-Website - Profil und Organisation
  • Thyssenkrupp-Website - Historie
  • Mitteilung von Thyssenkrupp zur Neuaufstellung
  • Analyse von WDR-Redakteur Jörg Marksteiner

Über dieses Thema berichten wir am 26.05.2025 auch im WDR Fernsehen: Aktuelle Stunde, 18.45 Uhr.

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