20 Gläubigerversammlungen zur Schlau-Insolvenz in Porta Westfalica

Lokalzeit OWL 21.11.2025 01:56 Min. Verfügbar bis 21.11.2027 WDR Von Peter Cohrs

20 Gläubigerversammlungen zur Schlau-Insolvenz in Porta Westfalica

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Die Brüder Schlau GmbH, zu der auch die "Hammer"-Fachmärkte gehören, ist insolvent. Die Gläubiger hoffen, Geld zu bekommen.

Der Parkplatz an der Zentrale der Brüder Schlau GmbH in Porta Westfalica ist fast leer, nur wenige Firmenfahrzeuge stehen noch dort. Hinter den Fenstern bleiben die meisten Büros dunkel. Anfang September meldete das Unternehmen Insolvenz an. Betroffen ist unter anderem der Schlau-Großhandel, der Handwerkermärkte betrieben hat.

Bekannteste Marke: Die "Hammer"-Fachmärkte

Bekannter als die Großhandelsmärkte sind die ehemals rund 170 Fachmärkte mit dem Namen "Hammer" und dem Schwerpunkt auf Heimtextilien und Bodenbeläge. Während der Corona-Zeit boomten die Geschäfte, danach ging es immer weiter abwärts. Um liquide zu bleiben, verkaufte das Unternehmen Immobilien im Wert von rund 50 Millionen Euro.

Porträtfoto von Rechtsanwalt Yorck Tilman Streitbörger

Rechtsanwalt Yorck T. Streitbörger

Eine Insolvenz ließ sich trotzdem nicht abwenden. Sie läuft derzeit in Eigenregie. Generalbevollmächtigter ist der Bielefelder Rechtsanwalt Yorck T. Streitbörger. Vor dem Amtsgericht musste er in gleich 20 Gläubigerversammlungen ausloten, ob die Gläubiger Verkaufsplänen zustimmen.

Es fand sich kein Käufer für die gesamte Schlau-Gruppe

Seit September gelang es nicht, das Unternehmen als Ganzes zu verkaufen. Aber: Von 60 Schlau-Märkten wurden immerhin 34 von mehreren Käufern übernommen, die bisher Mitbewerber der Schlau-Gruppe waren. Bei "Hammer" werden 93 von rund 170 Filialen geöffnet bleiben, so der Generalbevollmächtigte. Damit sei es gelungen, 1.200 Arbeitsplätze zu sichern.

"Es gab überhaupt keine Gläubiger, die auf der Palme waren. Es war alles sehr vernünftig und sachlich im Umgang." Yorck T. Streitbörger, Rechtsanwalt

Bei den Gläubigerversammlungen am Freitag habe es keine Einwände gegen die Verkäufe gegeben, so Streitbörger. Gläubiger können hoffen, zumindest einen Teil ihres Geldes nicht abschreiben zu müssen. Noch vorrätige Waren wurden auf die noch bestehenden "Hammer"-Filialen verteilt.

Unsicherheit für die Beschäftigten

Mitarbeitende der Großhandelssparte Schlau kritisierten in Medienberichten, dass das Aus für sie unerwartet und sehr abrupt gekommen sei. Der Betriebsrat versucht, mit dem Unternehmen einen Sozialplan auszuhandeln, um für finanzielle Unterstützung zu sorgen. Es habe aber auch Beschäftigte gegeben, die plötzlich ganz ohne Geld dastanden.

Unsere Quellen:

  • Amtsgericht Bielefeld
  • Insolvenzregister
  • Rechtsanwalt Yorck Streitbörger

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