"Wir müssen uns grundlegend neu aufstellen, wenn wir kurz-, mittel- und langfristig im Wettbewerb bestehen wollen", so drückt es der Montaplast-CEO Tom Graf aus. Deshalb sollen von den aktuell 2100 Stellen an den deutschen Standorten 650 Stellen wegfallen. Eins der drei Werke des Kunststoffteile-Herstellers am Standort Morsbach soll wegfallen. Die Auslastung der Werke sei seit 2018 stetig gesunken, ohne dass die damalige Geschäftsleitung die entsprechenden Maßnahmen ergriffen hätte.
"Hier haben wir deutlichen Nachholungsbedarf, damit wir wieder auf branchenübliche Auslastungswerte kommen. Momentan liegen wir deutlich darunter." Tom Graf, Montaplast
Banken und Kapitalgeber einverstanden
Die neue Geschäftsleitung, die seit Anfang 2025 im Amt ist, habe mit Unterstützung von Beratungsgesellschaften und mit Mitarbeit des Betriebsrats ein Restrukturierungsprogramm erarbeitet. Mit diesem sei die Finanzierung des Unternehmens auch durch Banken bis 2028 gesichert. Montaplast wolle in den verblieben zwei Standorten investieren und so den Verbleib in Morsbach sichern, heißt es in einer Unternehmensmitteilung.
Schock für die Kollegen
Dort wird auch betont, wie wichtig die Unterstützung der Maßnahmen durch den Betriebsrat gewesen sei. Der wird zwar zitiert, dass die Mitteilung von der Stellenstreichung "ein Schock für die Kollegen" war. Die Tatsache, dass der gefährdete Firmenstandort erhalten bleiben soll, sei jedoch positiv aufgenommen worden - und dass der Personalabbau sozialverträglich erfolgen soll.
Die meisten der wegfallenden Stellen betreffen Leihkräfte. "Betriebsbedingte Kündigungen können jedoch nicht ausgeschlossen werden", so das Unternehmen.
Insolvenz abgewendet
"Für jeden Betroffenen, dessen Stelle wegfällt, ist das eine Katastrophe", betont der Morsbacher Bürgermeister Jörg Bukowski. Aber auch er sei froh, dass der Fortbestand von Montaplast in seiner Stadt gesichert sei. Ende vergangenen Jahres sei nämlich sogar von Insolvenz die Rede gewesen. Deshalb sehe Bukowski die Einigung des Unternehmens mit Banken und Kapitalgebern sowie das Restrukturierungsprogramm eher positiv.
Unsere Quellen:
- Pressemitteilung Montaplast
- Jörg Bukowski, Bürgermeister Morsbach
- Gespräche mit Akteuren vor Ort